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Bild: Fotolia.com, Rynio Productions
BILANZ:
Hohe Wertberichtigungen belasten SWU
Die Unternehmensgruppe der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) schließt ihr Geschäftsjahr mit einem Jahresfehlbetrag von 30,4 Mio. Euro ab.
 
Damit hat sich der Bilanzverlust der SWU-Holding sowie ihrer fünf Tochtergesellschaften erhöht. Der operative Verlust betrug im vergangenen Geschäftsjahr 97 000 Euro, teilte das Unternehmen Mitte April mit. Der Umsatz belief sich auf 476 Mio. Euro. Schon das Geschäftsjahr 2013 haben die SWU mit einem Minus von 13 Mio. Euro abgeschlossen. Im Dezember 2014 erhielt das Unternehmen eine Finanzspritze von der Stadt in Höhe von 20 Mio. Euro in Form von Genussrechtsdarlehen. Über die vergangenen Jahre haben die Städte Ulm und Neu-Ulm insgesamt Genussrechtsdarlehen in Höhe von 64 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.

Die hohen Verluste stammen vor allem aus der Beteiligung aus Kohle- und Gaskraftwerken. Nach Angaben der SWU-Unternehmensgruppe belasten vor allem die Beteiligungen am Trianel Gaskraftwerk Hamm und dem Trianel Kohlekraftwerk Lünen. „Die schlechten Marktbedingungen sorgten für Verluste aus dem Verkauf der produzierten Strommengen dieser Kraftwerke.“

Das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Hamm soll deshalb flexibler an die Marktbedingungen angepasst werden. Laut der SWU wurden bereits die nötigen Voraussetzungen geschaffen: Zum einen durch eine Einigung von Trianel mit dem Gaslieferanten Eon und zum anderem durch das Auflösen der langfristigen Stromabnahmeverträge. Der größte wirtschaftliche Unsicherheitsfaktor der SWU sei „nunmehr hauptsächlich die Beteiligung am Trianel Kohlekraftwerk“. Wie damit umgegangen werden soll, gab das Unternehmen nicht bekannt. Das Unternehmen verweist lediglich darauf, dass solche modernen Anlagen im aktuellen Strommarkt nicht wirtschaftlich betrieben werden können und fordert: „Gesicherte Kraftwerksleistungen müssen künftig im Kontext der schwankenden Erzeugung der Erneuerbaren jederzeit bereit stehen und entsprechend vergütet werden.“

Die Verzögerungen bei der Inbetriebnahme des Holzgas-Heizkraftwerks in Senden und deren Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaftlichkeit mussten 2014 mit einer einmaligen bilanziellen Wertberichtigung berücksichtigt werden, teilte das Unternehmen mit. Künftig soll es jedoch keine Verluste mehr verursachen.
 Der Jahresfehlbetrag der SWU setzt sich zusammen aus:
 
Sondereffekte Kraftwerk Hamm - 8,3 Mio. Euro
Sondereffekte Kraftwerk Lünen - 8,3 Mio. Euro
Wertberichtigung Holzgas-Heikraftwerk Senden - 7,1 Mio. Euro
Außerordentliche Personalrückstellungen - 3,8 Mio. Euro
Auswirkungen Zinsen aus BilMoG - 2,8 Mio. Euro
Zuzüglich operativer Verlust - 0,1 Mio. Euro
Jahresfehlbetrag - 30.4 Mio. Euro

Zudem haben sich laut der SWU außerordentliche Personalrückstellungen und die Verzinsung von Rückstellungen negativ auf das Jahresergebnis ausgewirkt. Für das Ausscheiden mehrerer Führungskräfte entstehen Aufwendungen von einmalig 3,8 Mio. Euro für Abfindungen und Pensionsverpflichtungen. Sämtliche Rückstellungen der SWU müssen zudem nach dem Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts (BilMoG) abgezinst werden. Bei fallendem Zinsniveau wirkt sich dieser Vorgang negativ, bei steigendem Zinsniveau positiv aus. In 2014 ergab sich hierfür eine zusätzliche Belastung von rund 2,8 Mio. Euro.

Im vergangenen Jahr hat die SWU jedoch nach eigenen Angaben mit 768 Mio. kWh die bislang höchste Strommenge an leistungsgemessene Geschäftskunden verkauft und geliefert. Dabei ist die verkaufte Strommenge über die Jahre stetig gestiegen. 2008 lag diese bei 259 Mio. kWh. Insgesamt belief sich der Stromverkauf der Gruppe auf 1,23 Mrd. kWh und der Erdgasverkauf betrug 1,23 Mrd. kWh. Die SWU hat rund 25 Mio. Euro im vergangenen Jahr investiert.
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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Montag, 20.04.2015, 13:49 Uhr

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