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Bild: Fotolia.com, Thomas Jansa
STROMSPEICHER:
Hohe Wachstumsraten der Speicherbranche
Die installierte Leistung der netzdienlichen Großspeicher könnte sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppeln.
 
Sowohl die Öffentlichkeit als auch die Politik zeigten großes Interesse an Zahlen zur Speicherbranche, erklärte Urban Windelen, Geschäftsführer des Bundesverbands Energiespeicher (BVES), im Rahmen der diesjährigen Energy Storage in Düsseldorf. Um diesen Bedarf zu decken und auch die Entwicklung der Branche zu dokumentieren, veröffentlichte der BVES eine Studie, die das Beratungshaus Team Consult auf der Basis von Metadaten von anderen Untersuchungen und Geschäftsberichten sowie auf repräsentativen Fachinterviews mit Branchenvertretern erstellt hat.
 
Demnach stiegen die Umsatzerlöse der Energiespeicherbranche, die insgesamt gesehen sehr mittelständisch geprägt ist, zwischen 2015 und 2017 von 3,8 auf 4,6 Mrd. Euro. Im laufenden Jahr könnten sie Schätzungen zufolge auf 5,1 Mrd. Euro wachsen. Die Verantwortlichen des Speicherverbands gehen davon aus, dass allein rund 3 Mrd. Euro von neuen Speichertechnologien und –anwendungen generiert werden. Allerdings sind hier auch die Umsätze deutscher Unternehmen im Ausland eingerechnet, von denen den Autoren der Studie zufolge eine Vielzahl „exportorientiert“ sei mit einem Umsatzanteil im Ausland bis zu 80 %. Von den insgesamt 4,6 Mrd. Euro entfallen knapp 2 Mrd. Euro auf Pumpspeicher und rund 1,1 Mrd. Euro auf Groß- und Industriespeicher, die netzdienlich eingesetzt werden. Bei der Vorstellung der Zahlen betonte der BVES-Geschäftsführer, dass diese Werte natürlich nicht die Erlöse beinhalten, die beispielsweise durch den Einsatz am Regelenergiemarkt erwirtschaftet würden, sondern lediglich die Beträge die dem Verkauf, der Installation und der Wartung zuzurechnen seien.
 
Auch die Zahl der Beschäftigten in der Speicherbranche in Deutschland wertet die Studie differenziert aus. Im vergangenen Jahr waren hier insgesamt 11 130 Personen und damit 1 360 mehr als 2015 tätig. Damit sei die deutsche Speicherindustrie mittlerweile bereits halb so groß wie die Braunkohleindustrie, betonte Christoph Hankeln, Leiter des Geschäftsbereichs Energiespeicher bei Team Consult. Für 2018 gehen die Verfasser der Studie von einem weiteren Anstieg auf 12 140 aus. Mit 131 %, von 650 auf 1 500, haben sie bei den Unternehmen im Heimspeichermarkt den größten Zuwachs festgestellt. Im Groß- und Industriespeichermarkt ging es von 2 250 Beschäftigten auf 2 850 nach oben. Im laufenden Jahr soll die Zahl weiter auf rund 3 200 steigen.
 
Die installierte Leistung von Stromspeichern im Jahr 2017 betrug insgesamt 7 370 MW bei einer Speicherkapazität von 39 Mrd. kWh. Auf Pumpspeicher alleine entfallen davon 6 360 MW. Die Speicher zur Umwandlung von elektrischer Energie in Wärme, also Speicherheizungen, Wärmepumpen, elektrische Heizkessel und Großwärmespeicher, kamen auf eine Stromaufnahme von rund 30 Mrd. kWh.
 
Betrachtet man den Batteriemarkt separat, könnte sich 2018 die installierte Gesamtleistung von Großspeichern zur Netzstabilisierung mehr als verdoppeln. Von 178 MW auf 433 MW könnte der Sprung gehen. Doch selbst wenn die Projekte, deren Fertigstellung für dieses Jahr angekündigt wurde, erst 2019 ans Netz gehen sollten, würden nach konservativen Schätzungen der Team-Consult-Berater mit den 15 in der Umsetzung befindlichen Projekten immerhin 323 MW erreicht.
 
Dieser Wert könnte von der installierten Leistung der Heimspeicher in Deutschland noch übertroffen werden. Hier veranschlagen die Autoren der Studie für das laufende Jahr gegenüber 2017 einen Zuwachs um 105 MW auf 385 MW. Im Jahr 2016 waren es 185 MW. Nach Angaben von Team Consult sind derzeit rund 85 000 Heimbatterien in deutschen Haushalten installiert.
 
Die Elektromobilität sei bewusst noch ausgeklammert worden, da sie als systemdienliche Flexibilitätsoption noch nicht verfügbar ist, erklärte Hankeln.
 
 

Fritz Wilhelm
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Dienstag, 13.03.2018, 15:30 Uhr

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