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Enerige & Management > Photovoltaik - Hochschul-PV-Anlage erforscht Modulalterung
Bild: Robert Kneschke / Fotolia
PHOTOVOLTAIK:
Hochschul-PV-Anlage erforscht Modulalterung
Die Hochschule Coburg hat eine neue Photovoltaik-Anlage in Betrieb genommen. Sie dient unter anderem dazu, die Alterung von Solar-Modulen zu erforschen.
 
Bereits seit einem Vierteljahrhundert arbeitete eine alte Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes 2 der Fakultät Elektrotechnik und Informatik. Mit der neuen Anlage hat die Hochschule Coburg jetzt zudem ein Freiluftlabor, in dem Professor Bernd Hüttl und Studierende der Elektrotechnik diverse Technologien untersuchen können.

Aus diesem Grund wurde ein Mix aus verschiedenen Technologien installiert: Es wurden klassische Silizium-Module angebracht, wie sie auf den meisten Dächern zu sehen sind, aber auch Dünnschichtmodule: Diese haben einen schlechteren Wirkungsgrad und produzieren weniger Strom, aber sie lassen sich weitgehend automatisiert herstellen und benötigen weniger Ressourcen. 

Hüttls Arbeit ist ein Beitrag zur Energiewende. Ende 2018 startete unter seiner Leitung das Forschungsprojekt „PV-FeldLab“. Es ist auf vier Jahre angelegt und verfolgt das Ziel, eine neue Messtechnik zu entwickeln, um das Leistungsverhalten im Freifeld und den Ertrag von Photovoltaik-Anlagen zu analysieren. Die eingesetzten Solarmodule produzieren zwar auch nach 20 oder 30 Jahren noch Strom – aber dann meist 20 bis 30 % weniger als am Anfang. Wo zu viel verloren geht, kann der Betreiber Maßnahmen ergreifen. Dazu muss er aber die Fehler erst einmal kennen.
 
Die Forscher um Professor Bernd Hüttl an der neuen PV-Anlage
Foto: Simon Geistlinger, Hochschule Coburg


Hüttls Doktorand Samuel Schneider nutzt dazu Drohnen-Technik. Dabei zeigt eine Infrarotkamera an dem Fluggerät Temperaturunterschiede auf den Modulen an. Manchmal ist das Problem ein Kurzschluss, ein andermal ein Zelldefekt, eine schadhafte Anschlussdose oder Vogelkot, der sich ins Modul einbrennt. Für seine Doktorarbeit an der Hochschule Coburg ermittelt Schneider in Kooperation mit der TU Ilmenau die „elektrische Charakterisierung von Photovoltaik-Generatoren unter Freifeldbedingungen.“

Zu der optischen Untersuchung kommen elektrische Messmethoden. So lässt sich feststellen, wie sich verschiedene Bedingungen auf den Strom-Ertrag auswirken. Hüttl erklärt, dass für Photovoltaik als Standardbedingung eine Temperatur von 25 Grad Celsius festgelegt wurde. Damit wird in der Technik und in der wirtschaftlichen Kalkulation gearbeitet. „Aber das Wetter ist nie Standard. Das Wetter ist chaotisch. An einem schönen Sommertag gibt es keine Oberfläche, die nur 25 Grad hat.“

Um Prognosen des Strom-Ertrags abzuleiten, werden im Rahmen des Forschungsprojektes unterschiedliche meteorologische Bedingungen simuliert. Wetterbedingte Einflussfaktoren wird die studentische Mitarbeiterin Tina Neumeyer künstlich erzeugen. „Mit Wasserkühlung oder vielleicht mal mit einem dünnen Netz.“ So kann die Auswirkung des leichten Schleiers einer Sommerwolke gemessen werden – auch an wolkenlosen Tagen.
 

Peter Koller
Redakteur
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Freitag, 22.05.2020, 13:14 Uhr

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