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Energie & Management > Kraftwerke - Heilbronner Havarie durch Ascheablagerungen verursacht
Auf dem Gelände des Heilbronner Kohlekraftwerks soll ab 2024 ein Gaskraftwerk (rechts vorne) gebaut werden. Quelle: EnBW.
Kraftwerke

Heilbronner Havarie durch Ascheablagerungen verursacht

Das Kohlekraftwerk Heilbronn kann in diesem Winter keinen Beitrag zur Strom- und Wärmeversorgung leisten. Anfang des Jahres waren die Rauchgaskanäle von Block 7 eingestürzt.
Die Schäden der Havarie, die sich am 29. Januar ereignete, sind erheblich und es dauerte Monate, bis überhaupt das betroffene Gebäude stabilisiert und abgesichert werden konnte. Jetzt geht man bei EnBW davon aus, dass die Instandsetzungsarbeiten erst im April 2024 abgeschlossen werden können.

Nach dem Abschluss von Sicherungsmaßnahmen war, wie es in einer Mitteilung von EnBW heißt, im Juli mit der Räumung des Schadensbereichs begonnen worden. Die Montage erster neugefertigter Komponenten startete im September.

Die Verzögerung der Wiederinbetriebnahme gegenüber der bisherigen Annahme, die Anlage für den Winter 2023 wieder ans Netz zu bekommen, geht, so EnBW, vor allem auf die nach und nach zu Tage getretene Komplexität der Schäden zurück. Oberste Priorität habe zudem die Sicherheit der eingesetzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehabt.

Inzwischen ist auch die wahrscheinliche Ursache des Schadens ermittelt worden: Unvorhergesehene Ascheablagerungen in den Rauchgaskanälen haben offenbar zu einer statischen Überlastung der Anlage geführt. Bei der Instandsetzung sollen nun zusätzliche Maßnahmen zur Überwachung der Systeme installiert werden, damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholen kann. Für seine anderen Steinkohlekraftwerke schließt der Konzern einen solchen Unfall wegen unterschiedlicher Konstruktionsweisen aus.

Schwere Zwischenfälle schon in der Vergangenheit

Bei dem Einsturz der Rauchgaskanäle handelte es sich bereits um den dritten schweren Zwischenfall am Kraftwerksstandort Heilbronn seit Anfang 2019. Damals hatte es eine Verpuffung in der Entschwefelungsanlage gegeben, bei der ein Mitarbeiter schwer verletzt wurde und Sachschaden von 18 Millionen Euro entstand. Bis zu 150 Beschäftigte von Fremdfirmen waren monatelang im Einsatz, um das Kraftwerk bis Ende 2020 wieder voll betriebsbereit zu machen. Im Februar 2022 geriet ein Kohleförderband in Brand und legte die Anlage wiederum für vier Wochen lahm.

Der Block 7 des Steinkohlekraftwerks Heilbronn wird in Kraft-Wärme-Kopplung betrieben. Er hat eine elektrische Leistung von 778 MW und eine thermische von 320 MW. Von den ursprünglich sieben Blöcken auf dem Gelände sind noch drei in Betrieb. Die Blöcke 5 und 6 befinden sich seit 2015 in der Netzreserve und werden vom Übertragungsnetzbetreiber Transnet BW bei Bedarf zur Unterstützung der Systemsicherheit angefordert.

Baustart für Gaskraftwerk schon 2024

Eine große Zukunft ist dem Steinkohlekraftwerk in der Neckarstadt allerdings ohnehin nicht mehr beschieden: Bis 2026 soll Block 7 durch eine Gas- und Dampfturbinenanlage ersetzt werden, die später auch mit Wasserstoff betrieben werden kann. Die Investitionskosten dafür belaufen sich nach EnBW-Angaben auf 500 Millionen Euro. Geplant ist eine elektrischen Leistung von 680 MW und eine Fernwärmeauskopplung von 190 MW, der Bau soll im kommenden Jahr starten. Die Arbeiten für ein ähnliches Projekt am Standort Altbach/Deizisau bei Esslingen haben bereits begonnen.

Montag, 13.11.2023, 13:55 Uhr
Gnter Drewnitzky
Energie & Management > Kraftwerke - Heilbronner Havarie durch Ascheablagerungen verursacht
Auf dem Gelände des Heilbronner Kohlekraftwerks soll ab 2024 ein Gaskraftwerk (rechts vorne) gebaut werden. Quelle: EnBW.
Kraftwerke
Heilbronner Havarie durch Ascheablagerungen verursacht
Das Kohlekraftwerk Heilbronn kann in diesem Winter keinen Beitrag zur Strom- und Wärmeversorgung leisten. Anfang des Jahres waren die Rauchgaskanäle von Block 7 eingestürzt.
Die Schäden der Havarie, die sich am 29. Januar ereignete, sind erheblich und es dauerte Monate, bis überhaupt das betroffene Gebäude stabilisiert und abgesichert werden konnte. Jetzt geht man bei EnBW davon aus, dass die Instandsetzungsarbeiten erst im April 2024 abgeschlossen werden können.

Nach dem Abschluss von Sicherungsmaßnahmen war, wie es in einer Mitteilung von EnBW heißt, im Juli mit der Räumung des Schadensbereichs begonnen worden. Die Montage erster neugefertigter Komponenten startete im September.

Die Verzögerung der Wiederinbetriebnahme gegenüber der bisherigen Annahme, die Anlage für den Winter 2023 wieder ans Netz zu bekommen, geht, so EnBW, vor allem auf die nach und nach zu Tage getretene Komplexität der Schäden zurück. Oberste Priorität habe zudem die Sicherheit der eingesetzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehabt.

Inzwischen ist auch die wahrscheinliche Ursache des Schadens ermittelt worden: Unvorhergesehene Ascheablagerungen in den Rauchgaskanälen haben offenbar zu einer statischen Überlastung der Anlage geführt. Bei der Instandsetzung sollen nun zusätzliche Maßnahmen zur Überwachung der Systeme installiert werden, damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholen kann. Für seine anderen Steinkohlekraftwerke schließt der Konzern einen solchen Unfall wegen unterschiedlicher Konstruktionsweisen aus.

Schwere Zwischenfälle schon in der Vergangenheit

Bei dem Einsturz der Rauchgaskanäle handelte es sich bereits um den dritten schweren Zwischenfall am Kraftwerksstandort Heilbronn seit Anfang 2019. Damals hatte es eine Verpuffung in der Entschwefelungsanlage gegeben, bei der ein Mitarbeiter schwer verletzt wurde und Sachschaden von 18 Millionen Euro entstand. Bis zu 150 Beschäftigte von Fremdfirmen waren monatelang im Einsatz, um das Kraftwerk bis Ende 2020 wieder voll betriebsbereit zu machen. Im Februar 2022 geriet ein Kohleförderband in Brand und legte die Anlage wiederum für vier Wochen lahm.

Der Block 7 des Steinkohlekraftwerks Heilbronn wird in Kraft-Wärme-Kopplung betrieben. Er hat eine elektrische Leistung von 778 MW und eine thermische von 320 MW. Von den ursprünglich sieben Blöcken auf dem Gelände sind noch drei in Betrieb. Die Blöcke 5 und 6 befinden sich seit 2015 in der Netzreserve und werden vom Übertragungsnetzbetreiber Transnet BW bei Bedarf zur Unterstützung der Systemsicherheit angefordert.

Baustart für Gaskraftwerk schon 2024

Eine große Zukunft ist dem Steinkohlekraftwerk in der Neckarstadt allerdings ohnehin nicht mehr beschieden: Bis 2026 soll Block 7 durch eine Gas- und Dampfturbinenanlage ersetzt werden, die später auch mit Wasserstoff betrieben werden kann. Die Investitionskosten dafür belaufen sich nach EnBW-Angaben auf 500 Millionen Euro. Geplant ist eine elektrischen Leistung von 680 MW und eine Fernwärmeauskopplung von 190 MW, der Bau soll im kommenden Jahr starten. Die Arbeiten für ein ähnliches Projekt am Standort Altbach/Deizisau bei Esslingen haben bereits begonnen.

Montag, 13.11.2023, 13:55 Uhr
Gnter Drewnitzky

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