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Enerige & Management > Mobilität - Großauftrag für Brennstoffzellenzüge
Bild: Alstom
MOBILITÄT:
Großauftrag für Brennstoffzellenzüge
Der Zughersteller Alstom hat einen Großauftrag an Akasol in Darmstadt vergeben. Das Unternehmen soll Hochleistungs-Batteriesysteme für 40 Brennstoffzellenzüge liefern.  
 
Der deutsche Hersteller Akasol springt mit dem Auftrag von 40 Hochleistungs-Lithium-Ionen-Batteriesystemen wortwörtlich "auf den Zug" auf – genauer gesagt auf Alstoms Brennstoffzellenzug vom Typ "Coradia iLint".

Zwei erste Züge mit Wassterstoffantrieb haben in Niedersachsen bereits seit September 2018 erfolgreich über 150.000 km im Linienverkehr absolviert. 14 dieser Züge will die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen ab kommendem Jahr in ihrem Elbe-Weser-Netz auf der Strecke haben. In Hessen sollen im Rhein-Main-Verkehrsverbund 27 Brennstoffzellenzüge zum Fahrplanwechsel 2022/2023 auf die Schienen kommen. Weitere Züge folgen zwei Jahre später laut dem bayerischen Verkehrsministerium in Mühldorf (Bayern).

In der zweiten Jahreshälfte 2020 will Akasol die ersten Batterieanlagen – bestehend aus Batterien, Heiz- und Kühlgeräten, Kabel und Unterflurgehäusen – an Alstom liefern. Das Gesamtvolumen des Auftrages liegt in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrags. Bis voraussichtlich 2021 sollen alle 40 Anlagen ausgeliefert sein. Der Entwickler und Hersteller von Hochleistungs-Lithium-Ionen-Batteriesystemen aus Darmstadt (Hessen) sieht in dem Großauftrag die Chance, im Bereich der Brennstoffzellenantriebe zu expandieren.

Marktpotenzial für Akasol

In leistungsstarken Batteriesystemen im Bereich von Brennstoffzellen-Anwendungen sieht CEO Sven Schulz ein enormes Marktpotenzial für Akasol – vor allem vor dem Hintergrund, „dass etwa 40 % der deutschen Schienenstrecken keine Oberleitungen besitzen, und zwar vorwiegend dort, wo sich die Installation und eine dauerhafte Unterhaltung nicht lohnt.“ 

Mit den Batteriesystemen "AKASystem AKM POC" liefert Akasol eine Speicherkomponente für den von Elektromotoren angetriebenen Brennstoffzellenzug. Jeder „Coradia iLint“ ist ausgestattet mit zwei Hochleistungsbatteriesystemen mit einer Gesamtkapazität von 220 kWh. „Die Kombination aus Brennstoffzelle und unserer intelligenten Hochleistungsbatterie ermöglicht sowohl die kontinuierliche Speicherung der durch die Brennstoffzelle erzeugten elektrischen Energie, als auch die dynamische Aufnahme von hohen elektrischen Leistungen, die durch Rekuperation beim Bremsvorgang erzeugt werden“, sagt Schulz.

Neben der erforderlichen Antriebsleistung sollen die Batteriesysteme auch die Bordsysteme des Zuges, wie Beleuchtung und Klimatisierung, versorgen. Durch seine hohe Ladeleistung ermöglicht das Batteriesystem eine Schnellladung in sehr kurzer Zeit. Es bietet eine hohe Zyklenfestigkeit und ein leistungsstarkes Thermomanagement, wie Schulz versichert. 

Der Großauftrag resultiert nach Aussage von Akasol aus der Zusammenarbeit mit Alstom. Von der Testphase bis zur offiziellen Zulassung des „Coradia iLint“ stelle Akasol sein Know-how in der alternativen Antriebstechnologie für Schienenfahrzeuge gezielt ein und entwickelt es mit Alstom weiter.
 

Davina Spohn
Redakteurin
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Montag, 13.01.2020, 15:07 Uhr

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