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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - Grid X managt Ladeinfrastruktur bei Axel Springer
Bild: Smile Fight / Shutterstock.com
ELEKTROFAHRZEUGE:
Grid X managt Ladeinfrastruktur bei Axel Springer
Ein dynamisches Lademanagement soll beim Medienkonzern in Berlin dafür sorgen, dass der Netzanschluss mit voller Kapazität genutzt, aber nicht überlastet wird.
 
Noch hat die Elektromobilität nicht ein Ausmaß angenommen, das die Stromnetze in die Knie zwingen würde. Doch vereinzelt gibt es bereits Ladestationen, die eine Lastoptimierung und vor allem -flexibilisierung notwendig machen, um die jeweilige Netzkapazität nicht zu überschreiten.

Mit einer Ladelösung von Grid X will der Axel-Springer-Verlag in Berlin kritischen Netzzuständen vorbeugen. Sie soll die insgesamt 34 Ladesäulen in zwei Liegenschaften des Medienkonzerns intelligent miteinander vernetzen und helfen, die hohen Kosten für eine Ertüchtigung des Netzanschlusses zu vermeiden.
Sobald der Netzanschluss eines Gebäudes an seine maximal Kapazität stoße, passe das dynamische Lademanagement automatisch und innerhalb von Sekunden das Ladeverhalten der Elektrofahrzeuge an, heißt es in einer Mitteilung des 2016 in Aachen gegründeten Start-ups, das auch eine Niederlassung in München hat.

Während der Axel-Springer-Neubau, an dem 24 Ladesäulen installiert sind, eine Netzanschlussleistung von 5.000 kVA hat, beträgt sie nach Auskunft von Grid X an der Axel-Springer-Passage mit ihren zehn Ladesäulen anteilig rund 3.000 kVA.
Die Ladestationen werden vom Medienkonzern selbst betrieben und haben jeweils eine Ladeleistung von 11 kW (Neubau) und 22 kW (Passage). Sie stehen ausschließlich den Mitarbeitern zur Verfügung.

Die Optimierung erfolgt in Echtzeit

Die Optimierung erfolge quasi in Echtzeit, sagte eine Grid-X-Sprecherin zu E&M. Dabei stehen die Versorgungssicherheit im Vordergrund und die sogenannte „Black-Out- Protection“. Im Moment sehe das realisierte Ladeszenario folgendermaßen aus: Die jeweils verbleibende Netzanschlussleistung werde immer gleichmäßig auf alle ladenden Fahrzeuge aufgeteilt beziehungsweise auf alle in Betrieb befindlichen Ladesäulen. Sind also beispielsweise zehn Ladesäulen in Betrieb, wird die gesamte zur Verfügung stehende Leistung für diese Säulen verwendet und entsprechend auf die ladenden Fahrzeuge aufgeteilt.

Das dynamische Lastmanagement von Grid X ermögliche eine intelligente Nutzung der Infrastruktur ohne Leistungsverluste. Denn der gesamte Stromverbrauch der Liegenschaft werde mit dem Bedarf der Ladesäulen gemeinsam optimiert. Demgegenüber regle ein statisches Lademanagement einfach ab, wenn der vom Netzbetreiber vorgegebene Grenzwert für die Ladeinfrastruktur erreicht sei.

Das Smart-Charging-System kommuniziert über eine vor Ort verbaute sogenannte Grid Box. Diese steuert die Leistung zwischen dem Netzanschlusspunkt, der jeweiligen Ladesäule und weiteren Geräten. Grundsätzlich, so betont die Sprecherin, können auch Erzeugungsanlagen und weitere Verbraucher, wie PV-Anlagen oder Wärmepumpen, in die Optimierung einbezogen werden. Dies sei derzeit bei Axel Springer jedoch nicht der Fall.
 
 

Fritz Wilhelm
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Montag, 08.06.2020, 16:56 Uhr

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