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Bild: Fotolia.com, nmann77
STADTWERKE:
"Frieda" bezirzt immer mehr Stadtwerke
Das Stadtwerke-Netzwerk ASEW rechnet noch im Sommer mit drei weiteren Nutzern seiner in Kooperation entstandenen Abwicklungsplattform für Energiedienstleistungen.
 
Plattformlösungen für die Energieversorgung sind gefragt. Anfang des Jahres ist mit "Frieda" eine Plattform für Stadtwerke zur Abwicklung von Energiedienstleistungen dazugekommen. Sie ist Ergebnis der großen Nachfrage vieler Stadtwerke nach einer produktoffenen, kommunalen Lösung und in Kooperation der Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) mit den Stadtwerken Aachen (Stawag) entstanden.

„Das Interesse an Frieda ist sehr groß, wir sind beim Vertrieb gut unterwegs“, sagt Friedemann Reuschel, Projektleiter für die Plattform bei der ASEW. Neun Nutzungslizenzen wurden seit dem Produktstart im Februar 2018 vergeben: an die Stawag und ein Tochterunternehmen des kommunalen Versorgers, an die Eins Energie in Chemnitz, die Stadtwerke Heidelberg, die Stadtwerke Hattingen, die Osterholzer Stadtwerke und die Pfalzwerke in Ludwigshafen.

Seit wenigen Wochen zählen auch die Stadtwerke Speyer und die Stadtwerke Jülich zu den Frieda-Nutzern. „Drei weitere kommunale Versorger werden in den nächsten Wochen dazukommen“, kündigt Reuschel an. Nutzer müssen nicht zwangsläufig ASEW-Mitglieder sein.

Energiedienstleitungen werden für Stadtwerke immer wichtiger. Je effizienter sie abgewickelt werden, desto erfolgreicher können sie sein. Frieda unterstützt Stadtwerke dabei. „Wir haben die Plattform in engem Kontakt mit unseren Mitgliedern sehr auf den Bedarf der Stadtwerke zugeschnitten entwickelt.“ Mit Frieda sei es auch möglich gewesen, ohne großen Aufwand ein Produkt zu erproben, so der ASEW-Projektleiter.

Ziel sei gewesen, eine Lösung in kommunaler Hand zu schaffen. Die umständliche und arbeitsintensive Verwaltung von teilweise langfristigen Dienstleistungsprozessen über Excel-Tabellen soll damit der Vergangenheit angehören.

Flexibel für viele Dienstleistungen einsetzbar

Friedas Besonderheit sei, dass sie sehr flexibel einsetzbar ist. Die Plattform sei nicht an eine bestimmte Vorauswahl von Produkten oder Herstellern gebunden und könne damit auch vom Stadtwerk selbst an ein wachsendes Dienstleistungsportfolio angepasst werden. Eigenentwicklungen könnten genauso eingebunden werden wie White-Label-Produkte oder in Kooperation entwickelte Lösungen.

Stadtwerke seien so in der Lage, nicht nur relativ einfache Dienstleistungen wie Thermographie-Angebote an Hausbesitzer oder den Verkauf von Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern abzuwickeln, sondern auch komplexere Services im Contracting zu betreuen.

Ein Contracting könne über die Plattform transparent von der Anbahnung über die gesamte Betriebszeit der Anlagen bis zum Auslaufen nach zehn bis 15 Jahren abgewickelt und unterstützt werden. Das komme auch einem effizienten und vorausschauenden Monitoring von Anlagen zugute.

Besonders stolz zeigt sich Reuschel darüber, dass gerade die Contracting-Prozesse für Frieda „sehr aktiv von Stadtwerken mitgestaltet wurden“. Auch in den Prozess der stetigen Weiterentwicklung sind die Stadtwerke mit eingebunden.

Die ASEW sieht sich mit bundesweit mehr als 290 Mitgliedern als größtes deutsches Stadtwerke-Netzwerk für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Sie wurde 1989 aus dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) heraus gegründet.
 

Peter Focht
Redakteur
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Dienstag, 07.08.2018, 16:19 Uhr

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