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Enerige & Management > Klimaschutz - Flut hinterlässt schwere Schäden an der Infrastruktur
Quelle: Shutterstock/Romolo Tavani
KLIMASCHUTZ:
Flut hinterlässt schwere Schäden an der Infrastruktur
Das Wasser läuft ab, doch die Probleme mit der Energieversorgung bleiben: Es gibt massive Hochwasserschäden an der Infrastruktur. Hilfe kommt von benachbarten Versorgungsunternehmen. 
 
So meldete der Energiekonzern RWE am 17. Juli erhebliche Beeinträchtigungen seiner Kraftwerke und Anlagen in den von der Flut betroffenen Gebieten. Die von RWE betriebenen Laufwasserkraftwerke in der Eifel, an Mosel, Saar und Ruhr seien bis auf zwei Ausnahmen alle derzeit außer Betrieb.

Auch der Tagebau Inden und das angeschlossene Kraftwerk Weisweiler sind massiv betroffen. Am Morgen des 15. Juli war die Hochwasser führende Inde über die Ufer getreten, hatte bei Lamersdorf einen Deich überspült und war dann in den Tagebau eingedrungen. 

Mittlerweile konnte die Situation aufgrund fallender Pegelstände und umfangreicher Sicherungsmaßnahmen stabilisiert werden. Die Stromerzeugung des Kraftwerks Weisweiler läuft mit reduzierter Leistung. Die 300-MW-Blöcke werden aktuell über die Kohlevorräte versorgt, die 600-MW-Blöcke stehen derzeit still. Mit einem gestuften Konzept soll der Tagebau wieder in Betrieb genommen werden. Ziel ist, die erste Kohleförderung bis Ende kommender Woche zu erreichen. Wie lange es dauert, bis der Betrieb des Tagebaus und die Stromerzeugung am Standort Weisweiler vollständig wiederhergestellt sind, wird derzeit ermittelt. 

Nach einer ersten Bestandsaufnahme beläuft sich der Schaden für RWE insgesamt auf einen bis zu mittleren zweistelligen Millionenbetrag, teilte das Unternehmen mit. Als Hilfe für die unmittelbar betroffenen Menschen spendet RWE im Rahmen eines Sofortprogramms 1 Mio. Euro. Mit dem Betrag sollen Hilfsorganisationen und regionale Initiativen unterstützt werden.

Der Stromversorger Westnetz bilanzierte am 18. Juli nach ersten Begehungen seiner Einrichtung, dass voraussichtlich viele Ortsnetzstationen ersetzt werden müssen. Manche Stationen könnten aber mithilfe von Aggregaten oder Umschaltungen wieder ans Netz angeschlossen werden. Westnetz-Technikerinnen und -Techniker seien gemeinsam mit der Feuerwehr unterwegs, um die Mittelspannung zu überprüfen. Viele Straßen sind in den betroffenen Orten allerdings noch immer nicht befahrbar. 
 
21 Notstromaggregate setzte das Bayernwerk
Richtung NRW und Rheinland-Pfalz in Marsch
Quelle: Bayernwerk

Energieversorger helfen sich gegenseitig

Unterstützung erhält Westnetz von anderen Gesellschaften des Eon-Konzerns: So hat etwa die VSE AG (ehemals Vereinigte Saarländische Elektrizitätswerke) drei Lkw mit insgesamt fünf Notstromaggregaten aus dem Saarland ins rheinland-pfälzische Bitburg geschickt.

Wie der Bayernwerk-Vorstandsvorsitzende Egon Leo Westphal mitteilte, sendet sein Unternehmen Material und Fachkräfte nach Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, um die Schwestergesellschaft zu unterstützen. Danach sind dort seit Sonntag, 18. Juli, fünf Tanklastzüge im Einsatz, um die Notstromaggregate zu versorgen. Am Montag brachten Techniker 21 Notstromaggregate, eine mobile Trafostation und weiteres technisches Material ins Krisengebiet. "Aus nahezu allen Bayernwerk-Regionen machen sich unsere Leute auf den Weg, um zu helfen", erklärte Westphal. Umgekehrt habe man beim Hochwasser in Oberbayern am Wochenende ebenfalls Hilfsangebote bekommen. Die musste man wegen der vergleichsweise geringen Schäden an der Infrastruktur allerdings nicht in Anspruch nehmen.
 

Peter Koller und Günter Drewnitzky
© 2021 Energie & Management GmbH
Montag, 19.07.2021, 15:47 Uhr

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