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Bild: ghazii / Fotolia
UMFRAGE:
Experten rechnen mit steigenden Energiepreisen
Eine Befragung des ZEW unter Experten im Energiemarkt hat ergeben, dass sich bis 2023 voraussichtlich fast alle Energieträger verteuern werden.
 
Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) rechnet mit kurzfristig stabilen bis steigenden Tendenzen bei den Energiepreisen. In diese Richtung tendieren derzeit besonders Strom und Erdgas, erklären die Forscher. Gleichzeitig werde Rohöl auf kurze Sicht teurer. Bei der Kohle hingegen sei von einer stabilen Preislage auszugehen. In den kommenden fünf Jahren müsse jedoch mit einem Preisanstieg bei fast allen Energieträgern gerechnet werden.

Diese Einschätzungen gehen aus einer Befragung des ZEW hervor, die im Zeitraum Mai und Juni 2018 unter 180 Energiemarktexperten in Deutschland durchgeführt wurde. Die Fragen an die Fachkräfte lauteten: Worauf liegt derzeit der Fokus der deutschen Energiepolitik? In welchen Bereichen sollte er nach Expertenmeinung liegen und welchen Schwerpunkt wird die Energiepolitik voraussichtlich in fünf Jahren haben?

Knapp die Hälfte der Befragten sieht in der Versorgungssicherheit ein bestimmendes Thema der aktuellen Energiepolitik. Dass der Fokus hierauf liegen sollte, sagten 54 % von ihnen. Eine Mehrheit von 64 % rechnet damit, dass die Bedeutung der Thematik innerhalb der nächsten fünf Jahre zunehmen wird. Aus diesem Grund werde ihrer Ansicht nach auch die Bedeutung von Stromspeichern weiter steigen.

Den höchsten absoluten Kapazitätsausbau werden den Einschätzungen nach Batterien (71 %), Wärmespeicher (47 %) und Power-to-X-Anlagen (46 %) erleben. Der großflächige Einsatz der Speicher wird dabei nach Ansicht von 77 % der Befragten vorrangig von den Investitionskosten abhängig sein.

Einige Experten gaben zudem an, dass die Themen Energieeffizienz und Treibhausgasemissionen noch nicht ausreichend von der Politik berücksichtigt werden. Dem gegenüber steht die Thematik der Bezahlbarkeit von Energie für Unternehmen, die nach Einschätzung der Experten überbewertet wahrgenommen wird.

Die Ergebnisse der Umfrage hat das Institut im „Energiemarktbarometer“ festgehalten. Die Erhebung erfolgt seit 2002 halbjährlich und reflektiert die Einschätzungen der Teilnehmer bezüglich aktueller Themen der Energiewirtschaft und der Energiepolitik.
 

Jonas Rosenberger
Redakteur
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Donnerstag, 09.08.2018, 12:04 Uhr

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