• Frankreichs Offshorewind-Premiere steht bevor
  • Mehrheit der Deutschen für CO2-Abgabe
  • EEG-Umlage 2018 bei 6,792 Ct/kWh
  • Umweltrat beschließt Verhandlungsposition für UN-Klimagipfel
  • Nächster Stawag-Windpark am Netz
  • Zusammenfassung der deutschen Tagesmeldungen vom 13. Oktober
  • Energiewende made in Berlin
  • Gas: Vorwiegend fester
  • Strom: Immer weiter
  • Sonnen stattet komplette Siedlung in den USA aus
Bild: Bild Trianel
STROMHANDEL:
EXAA bietet Viertelstundenhandel schon am Vortag
Deutsche Übertragungsnetzbetreiber erwarten, dass durch das Angebot das genaue Nachfahren von Leistungsrampen im 15-Minuten-Takt deutlich einfacher wird und Kosten für Ausgleichsenergie vermieden werden können. Der Handel soll ab Sommer starten.
 
Die österreichische Strombörse EXAA will Stromhandel im Viertelstundentakt künftig schon am Vortag anbieten. Damit werden Stromhändler auch für das deutsche Marktgebiet die Möglichkeit bekommen, schon am Tag vor dem Liefertag die Rampen in ihrem Portfolio möglichst genau abzudecken und so teure Ausgleichsenergiezahlungen zu vermeiden. „Wenn alles klappt, wollen wir den Viertelstunden-Handel schon vor dem Sommer tatsächlich beginnen“, sagte EXAA-Vorstandsmiglied Jürgen Wahl zu E&M Powernews. Das neue Angebot wurde auf der Energiemesse E-World in Essen präsentiert. „Wir sind jetzt mitten in der technischen Umsetzung“, sagte Wahl. In den nächsten Monaten soll ein Test zur Erprobung der Viertelstundenhandelsplattform mit Martktteilnehmern erfolgen.

„Die Händler drückt der Schuh wegen der hohen Ausgleichsenergiekosten“, beschreibt Wahl die Motivation für das neue Angebot. Stellt beispielsweise ein Übertragungsnetzbetreiber für einen durchschnittlichen Vormittag Erneuerbaren-Strom aus Solaranlagen in Stundenpaketen zum Verkauf, so ist wegen des typischen Anstiegs der Sonnen-Leistung die erste Viertelstunde meist unterdeckt und die letzte Viertelstunde meist überdeckt. Bei der nachfolgenden Abrechnung der Ausgleichsenergie, die viertelstundengenau durchgeführt wird, führt dies zu hohen Kosten. „Wir machen dieses Angebot gerade für das deutsche Marktgebiet, weil wir von dort eine sehr hohe Nachfrage für den Viertelstundenhandel Day-Ahead sehen“, sagte Wahl: „Wir werden gerade zu gedrängt, diese Möglichkeit zu eröffnen.“

Gegenüber E&M Powernews äußerte der Vertreter eines deutschen Übertragungsnetzbetreibers, dass der Viertelstundenhandel Day-Ahead eine immense Arbeitserleichterung darstellen und zur Versorgungssicherheit beitragen werde. Bisher kann Strom viertelstundengenau im Börsenhandel nur am Liefertag gehandelt werden. An der Epex Spot in Parisw wird Strom nur Intraday – also am Liefertag - im 15-Minuten-Raster ge- und verkauft. Für Marktteilnehmer bedeutet dies, dass sie beispielsweis am Wochenende arbeiten müssen, wenn sie ihr Portfolio 15-Minuten-genau ausgleichen wollen. Dies wird sich durch das neue Angebot der EXAA ändern. Künftig werden Kunden schon am Freitag ihren Strom für Samstag, Sonntag und Montag viertelstundenscharf exakt passend zu ihrem Bedarf einkaufen können.
 

Timm Krägenow
© 2017 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 13.02.2014, 13:19 Uhr

Mehr zum Thema