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Energie & Management > Elektrofahrzeuge - Eviny und Statkraft bündeln Schnellladegeschäft
Quelle: Jonas Rosenberger
Elektrofahrzeuge

Eviny und Statkraft bündeln Schnellladegeschäft

Die norwegischen Energieversorger Eviny und Statkraft legen ihre Schnellladeaktivitäten zusammen. Auch das Deutschland-Geschäft ist betroffen.
Mit dem Zusammenschluss des Schnellladegeschäfts von Eviny und Statkraft entsteht nach Angaben der Unternehmen der größte Betreiber von Schnellladeinfrastruktur in den nordischen Ländern. In das Gemeinschaftsunternehmen sollen laut einer Mitteilung die Schnellladeaktivitäten von Eviny Fast Charging und das öffentliche Schnellladegeschäft der Statkraft-Tochtergesellschaft Mer eingebracht werden. Zudem soll das öffentliche Schnellladegeschäft von Mer in Deutschland in das Gemeinschaftsunternehmen eingebracht werden. Ausgenommen bleibe dagegen das B2B-Geschäft von Mer in Deutschland (Mer Business Germany), also das Ladegeschäft mit Flotten- oder Immobilienbetreibern beziehungsweise Unternehmen. Auch Mer Austria werde nicht Bestandteil der Transaktion sein.

An dem Gemeinschaftsunternehmen wird Eviny 57 Prozent halten, Statkraft 43 Prozent. Rechtlich erfolgt die Transaktion über einen Aktientausch. Sitz der neuen Gesellschaft, die unter dem Namen „Eviny Elektrifisering“ firmieren soll, wird Bergen sein. Offen bleibt dagegen, unter welcher Marke das Unternehmen am Markt auftreten wird. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der norwegischen Wettbewerbsbehörde sowie weiterer rechtlicher Genehmigungen in Deutschland.

Mit der Zusammenlegung reagieren die beiden Unternehmen auf den zunehmenden Konsolidierungsdruck im europäischen Markt für öffentliche Ladeinfrastruktur. Sie versprechen sich von dem Zusammenschluss vor allem Kostenvorteile. Das kombinierte Netz, die gemeinsame Kundenbasis und die Aktivitäten in mehreren Ländern sollen einen effizienteren Betrieb ermöglichen. Zugleich sollen Kunden in einem rasch wachsenden Markt für batterieelektrische Fahrzeuge von einem größeren Ladenetz, einer einheitlichen Infrastruktur und einer geringeren Zahl benötigter Apps profitieren.

Zuvor verschiedene Alternativen geprüft

„Der Zusammenschluss ist für beide Parteien die beste Lösung, obwohl beide mehrere Alternativen geprüft haben“, wird Ragnhild Janbu Fresvik in einer Mitteilung in englischer Sprache zitiert. Das gemeinsame Unternehmen werde seinen Umsatz verdoppeln und gleichzeitig die Kosten senken, kündigt die CEO von Eviny an und fügte hinzu: „Wir erwarten künftig eine hohe Profitabilität und eine starke Dividendenfähigkeit.“

Das gemeinsame Unternehmen soll künftig mehr als eine Million registrierter Kunden betreuen. Nach Unternehmensangaben wird es Marktführer in Norwegen und Schweden mit Marktanteilen von 24 beziehungsweise 14 Prozent. Insgesamt sollen mehr als 3.500 Ladepunkte zum Netz gehören.

„Wir haben verschiedene Möglichkeiten für die weitere Entwicklung von Mer geprüft und sind zu dem Schluss gekommen, dass der Zusammenschluss mit Eviny Fast Charging die wertschöpfendste Alternative ist“, betont Henrik Saetness. Das Unternehmen erhalte nun ein noch stärkeres Fundament und bessere Chancen in einem wachsenden Markt, so der Executive Vice President Corporate Development at Statkraft.

Serie von Übernahmen

Eviny Fast Charging erzielte 2025 im skandinavischen Geschäft ein Ebitda von 75 Millionen norwegischen Kronen (etwa 6,7 Millionen Euro) und betreibt laut seiner Website über 5.000 Ladepunkte in Deutschland. Eviny Fast Charging ist eine Tochtergesellschaft des norwegischen Energieversorgers Eviny, dessen Gesellschafterkreis sich aus dem Staatskonzern Statkraft sowie mehreren norwegischen Kommunen zusammensetzt.

Mer ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Statkraft und betreibt nach eigenen Angaben ein öffentliches Ladenetz mit mehr als 36.200 Ladestationen. Darüber hinaus haben nach Unternehmensangaben die Kunden des Anbieters Zugriff auf über 740.000 Ladepunkte in Europa, davon mehr als 180.000 in Deutschland.

Der nun verkündete Zusammenschluss reiht sich in eine Serie von Übernahmen im europäischen Ladegeschäft ein. In Deutschland übernahm der Wolfsburger Anbieter Cubos Anfang Juli das B2B-Ladeinfrastrukturgeschäft von Total Energies mit rund 6.000 Ladepunkten. Zuvor hatte Cubos bereits den Ladeinfrastrukturanbieter Charge One sowie den Elektromobilitätsbereich von Swarco übernommen. Die drei Transaktionen innerhalb von rund sechs Monaten verdeutlichen den anhaltenden Konzentrationsprozess in einem Markt, in dem Betreiber zunehmend auf Skaleneffekte und größere Netze setzen. (fw)

Montag, 13.07.2026, 13:05 Uhr
Fritz Wilhelm
Energie & Management > Elektrofahrzeuge - Eviny und Statkraft bündeln Schnellladegeschäft
Quelle: Jonas Rosenberger
Elektrofahrzeuge
Eviny und Statkraft bündeln Schnellladegeschäft
Die norwegischen Energieversorger Eviny und Statkraft legen ihre Schnellladeaktivitäten zusammen. Auch das Deutschland-Geschäft ist betroffen.
Mit dem Zusammenschluss des Schnellladegeschäfts von Eviny und Statkraft entsteht nach Angaben der Unternehmen der größte Betreiber von Schnellladeinfrastruktur in den nordischen Ländern. In das Gemeinschaftsunternehmen sollen laut einer Mitteilung die Schnellladeaktivitäten von Eviny Fast Charging und das öffentliche Schnellladegeschäft der Statkraft-Tochtergesellschaft Mer eingebracht werden. Zudem soll das öffentliche Schnellladegeschäft von Mer in Deutschland in das Gemeinschaftsunternehmen eingebracht werden. Ausgenommen bleibe dagegen das B2B-Geschäft von Mer in Deutschland (Mer Business Germany), also das Ladegeschäft mit Flotten- oder Immobilienbetreibern beziehungsweise Unternehmen. Auch Mer Austria werde nicht Bestandteil der Transaktion sein.

An dem Gemeinschaftsunternehmen wird Eviny 57 Prozent halten, Statkraft 43 Prozent. Rechtlich erfolgt die Transaktion über einen Aktientausch. Sitz der neuen Gesellschaft, die unter dem Namen „Eviny Elektrifisering“ firmieren soll, wird Bergen sein. Offen bleibt dagegen, unter welcher Marke das Unternehmen am Markt auftreten wird. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der norwegischen Wettbewerbsbehörde sowie weiterer rechtlicher Genehmigungen in Deutschland.

Mit der Zusammenlegung reagieren die beiden Unternehmen auf den zunehmenden Konsolidierungsdruck im europäischen Markt für öffentliche Ladeinfrastruktur. Sie versprechen sich von dem Zusammenschluss vor allem Kostenvorteile. Das kombinierte Netz, die gemeinsame Kundenbasis und die Aktivitäten in mehreren Ländern sollen einen effizienteren Betrieb ermöglichen. Zugleich sollen Kunden in einem rasch wachsenden Markt für batterieelektrische Fahrzeuge von einem größeren Ladenetz, einer einheitlichen Infrastruktur und einer geringeren Zahl benötigter Apps profitieren.

Zuvor verschiedene Alternativen geprüft

„Der Zusammenschluss ist für beide Parteien die beste Lösung, obwohl beide mehrere Alternativen geprüft haben“, wird Ragnhild Janbu Fresvik in einer Mitteilung in englischer Sprache zitiert. Das gemeinsame Unternehmen werde seinen Umsatz verdoppeln und gleichzeitig die Kosten senken, kündigt die CEO von Eviny an und fügte hinzu: „Wir erwarten künftig eine hohe Profitabilität und eine starke Dividendenfähigkeit.“

Das gemeinsame Unternehmen soll künftig mehr als eine Million registrierter Kunden betreuen. Nach Unternehmensangaben wird es Marktführer in Norwegen und Schweden mit Marktanteilen von 24 beziehungsweise 14 Prozent. Insgesamt sollen mehr als 3.500 Ladepunkte zum Netz gehören.

„Wir haben verschiedene Möglichkeiten für die weitere Entwicklung von Mer geprüft und sind zu dem Schluss gekommen, dass der Zusammenschluss mit Eviny Fast Charging die wertschöpfendste Alternative ist“, betont Henrik Saetness. Das Unternehmen erhalte nun ein noch stärkeres Fundament und bessere Chancen in einem wachsenden Markt, so der Executive Vice President Corporate Development at Statkraft.

Serie von Übernahmen

Eviny Fast Charging erzielte 2025 im skandinavischen Geschäft ein Ebitda von 75 Millionen norwegischen Kronen (etwa 6,7 Millionen Euro) und betreibt laut seiner Website über 5.000 Ladepunkte in Deutschland. Eviny Fast Charging ist eine Tochtergesellschaft des norwegischen Energieversorgers Eviny, dessen Gesellschafterkreis sich aus dem Staatskonzern Statkraft sowie mehreren norwegischen Kommunen zusammensetzt.

Mer ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Statkraft und betreibt nach eigenen Angaben ein öffentliches Ladenetz mit mehr als 36.200 Ladestationen. Darüber hinaus haben nach Unternehmensangaben die Kunden des Anbieters Zugriff auf über 740.000 Ladepunkte in Europa, davon mehr als 180.000 in Deutschland.

Der nun verkündete Zusammenschluss reiht sich in eine Serie von Übernahmen im europäischen Ladegeschäft ein. In Deutschland übernahm der Wolfsburger Anbieter Cubos Anfang Juli das B2B-Ladeinfrastrukturgeschäft von Total Energies mit rund 6.000 Ladepunkten. Zuvor hatte Cubos bereits den Ladeinfrastrukturanbieter Charge One sowie den Elektromobilitätsbereich von Swarco übernommen. Die drei Transaktionen innerhalb von rund sechs Monaten verdeutlichen den anhaltenden Konzentrationsprozess in einem Markt, in dem Betreiber zunehmend auf Skaleneffekte und größere Netze setzen. (fw)

Montag, 13.07.2026, 13:05 Uhr
Fritz Wilhelm

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