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Enerige & Management > Regenerative - Erneuerbare ohne Förderung
Bild: lassedesignen / Fotolia
REGENERATIVE:
Erneuerbare ohne Förderung
Für viele Wind- und Solaranlagen bricht in den nächsten Jahren eine neue Ära an: Sie müssen ohne staatliche Unterstützung auskommen. Neue Vorschriften sind bislang nicht geplant.
 
Nach einer Untersuchung des Rates der Europäischen Regulierungsbehörden (CEER) gibt es gegenwärtig nur sehr wenig Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energien (vorwiegend Wasserkraft) erzeugen und keine staatlichen Beihilfen erhalten. Aber bereits in diesem Jahr fallen Anlagen mit einer Kapazität von fast 1.000 MW aus der Förderung. Danach sind es bis 2030 im Durchschnitt 2.700 MW pro Jahr. Denn die meisten nationalen Fördersysteme wurden nach 2000 eingeführt und sehen eine Förderung von über 20 Jahre vor.

In den meisten Ländern erhielten die Betreiber bislang feste Einspeisevergütungen. Nach dem Auslaufen der Förderung unterliegen sie weitgehend den gleichen Vorschriften wie andere Kraftwerke. Zwar gilt in manchen Mitgliedsstaaten weiter der Einspeisevorrang, in der Regel müssen sich Windräder oder PV-Anlagen aber auch am Lastenausgleich beteiligen. Für kleinere Anlagen sind nach dem CEER-Bericht in manchen Mitgliedsstaaten Sonderregelungen für den Strom im Gespräch, den die Betreiber nicht selbst verbrauchen.

Die Regulierungsbehörden stelle das vor neue Herausforderungen, heißt es in dem Bericht weiter. Größtes Problem sei die Beteiligung der erneuerbaren Energien am Lastenausgleich, weil der zeitliche Leistungsverlauf für die Stromproduktion aus Sonne und Wind schwer zu prognostizieren sei. „Die Kosten für den Lastenausgleich werden steigen.“

Die Einkommen der Anlagenbetreiber gehen nach Ansicht der Regulierer nicht nur zurück, sie werden auch stärker schwanken als bisher. Nicht alle Windräder oder Solar-Anlagen seien unter diesen Bedingungen in einer Zukunft rentabel. Als Anbieter im Großhandel oder an der Börse kämen nur große Projekte infrage. Für kleinere Projekte sei nur der Eigenverbrauch sinnvoll, den es deswegen zu maximieren gelte.

Den Ersatz alter Anlagen, das sogenannte Repowering, hielten die meisten Investoren als für zu langwierig und bürokratisch. Sie entschieden sich deswegen eher für den Abriss der alten Anlagen und die Entwicklung vollkommen neuer Projekte.
 

Tom Weingärtner
© 2020 Energie & Management GmbH
Freitag, 22.05.2020, 16:43 Uhr

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