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Enerige & Management > Stromnetz - Erfolgreicher Stabilitäts-Test
Bild: Miredi / Fotolia
STROMNETZ:
Erfolgreicher Stabilitäts-Test
Dezentrale Kleinanlagen können durch Lastverschiebung das Mittel- und Hochspannungsnetz stabilisieren. Das hat jetzt ein Test gezeigt.
 
Bei dem Versuch haben die Netzbetreiber Bayernwerk und Tennet mit der Consolinno Energy aus Regensburg zusammengearbeitet. Das Startup bietet eine eigene Hardware und ein Energiemanagement-System an, mit dessen Hilfe sich ein virtuelles Kraftwerk steuern lässt.
 
Für den Test erhöhten die Partner auf Anforderung von Tennet die Einspeisung einer von Consolinno gesteuerten KWK-Anlage, die in das Nieder- und Mittelspannungsnetz des Bayernwerks eingebunden ist.
 
Neu ist dabei nach Angaben der Partner, dass die Anlage dank der Software des Startups selbständig ihr aktuelles Flexibilitätspotenzial feststellt. Mehrere Anlagen können zusammengeschaltet werden und bei der Steuerung Schwarmintelligenz nutzen. Sie melden dann dem Netzbetreiber ihre Verfügbarkeit in einem Zeitraum von 36 Stunden bis zu 20 Minuten vor der Leistungserbringung.
 
Die Anlagen befinden sich dabei in der normalen Vermarktung und Betriebsweise und zeigen laut Consolinno zusätzlich freie Flexibilitätsmengen in Form von Fahrplänen an, die der Netzbetreiber dann aktiv in seine Planung einbinden kann.

Wärmeverschiebung für Stromnetzstabilisierung genutzt
 
Bei dem jetzt durchgeführten Versuch nutzte man eine Wärmelastverschiebung in einer dezentralen KWK-Anlage, um das Stromnetz zu stabilisieren. Durch die Kopplung von Strom- und Wärmeproduktion entsteht zusätzliche Flexibilität, die allerdings noch zu selten zur Stromnetzsteuerung eingesetzt wird. Der Testabruf erfolgte im Rahmen des vom BMWi geförderten Forschungsprojekts C/Sells als Teil des Förderprogramms „Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende (Sinteg)“.
 
„Flexibilität von Anlagen, die im Verteilnetz angebunden sind, werden zunehmend sowohl von Übertragungsnetz- als auch von Verteilnetzbetreibern benötigt. Deshalb rückt die Frage der Zusammenarbeit und der netzbetreiber-übergreifenden Abstimmung in den Fokus, um auch bei hohen Anteilen erneuerbarer Energien eine sichere und kostengünstige Versorgung mit Strom zu gewährleisten“, sagte Peter Thomas, Geschäftsführer der Bayernwerk Netz GmbH.
 
Nach Angaben von Tennet-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens gibt es allein in Bayern mehrere tausend KWK-Anlagen, Wärmepumpen und Biogas-Anlagen, die die Flexibilität des Energiesystems erhöhen und so einen Beitrag zur sicheren und dezentralen Energiewende in Bayern und Deutschland leisten können. „Aus David kann also Goliath werden“, sagte er.
 
Der Übertragungsnetzbetreiber untersucht gemeinsam mit Partnern in mehreren Pilotprojekten die Potenziale von dezentralen Flexibilitäten, um künftig die Versorgungssicherheit zu erhöhen und den Bedarf an neuen Stromleitungen nach 2030 zu reduzieren.
 
 

Armin Müller
Redakteur
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Dienstag, 04.06.2019, 13:09 Uhr

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