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Energie & Management > Beteiligung - Enercity und Thüga beenden Gespräche
Zentrale von Enercity in Hannover. Quelle: Enercity
Beteiligung

Enercity und Thüga beenden Gespräche

Die Auflösung der Überkreuzbeteiligung des kommunalen Energieversorgers Enercity aus Hannover und der Stadtwerkekooperation Thüga aus München ist vorerst gescheitert.
Die seit Monaten geplante Neuordnung der Beteiligungsverhältnisse zwischen dem Hannoveraner Energieversorger Enercity und der Münchner Stadtwerkeholding Thüga kommt vorerst nicht zustande. Trotz langer Verhandlungen und „zahlreicher positiver Gremienbeschlüsse“ seien wesentliche Voraussetzungen für den Vollzug der Transaktion derzeit nicht gegeben, teilte Enercity am 12. Oktober mit. Welche Voraussetzungen konkret fehlen, ließ das Unternehmen offen.

„Eine solche Transaktion kann jedoch nur gelingen, wenn alle Beteiligten die notwendigen Schritte verbindlich und verlässlich mittragen. Das ist derzeit nicht gegeben“, wird Enercity-Chefin Aurlie Alemany in einer Stellungnahme zitiert. Die geplante Struktur sei damit gescheitert. Allerdings halte das Unternehmen grundsätzlich an dem Vorhaben fest. „Das Ziel einer vollständigen Entflechtung ist damit jedoch nicht ad acta gelegt. Mit Blick auf 2030 werden wir die strategischen Optionen neu bewerten“, so Alemany.

Enercity hält derzeit 20,53 Prozent an der Münchner Thüga. Ebenso hohe Anteile besitzen die Frankfurter Mainova und die Nürnberger N-Ergie. Die restlichen 38,41 Prozent entfallen auf den Stadtwerkeverbund Kom9. Umgekehrt ist die Thüga mit rund 24 Prozent am Hannoverschen Versorger beteiligt. Die übrigen knapp 76 Prozent hält die Landeshauptstadt Hannover. Mit der geplanten Entflechtung sollte diese seit 2009 bestehende Überkreuzbeteiligung aufgelöst werden.

Beide Unternehmen hatten am 5. Mai angekündigt, ihre gegenseitigen Beteiligungen vollständig entflechten zu wollen. Vorgesehen war, dass Enercity seinen Thüga-Anteil an die übrigen Gesellschafter überträgt. Im Gegenzug sollte die Stadt Hannover die Beteiligung der Thüga an Enercity übernehmen.

Unverbindliche Absichtserklärung

Das Beteiligungskonstrukt besteht seit 2009. Damals hatte Eon seine Tochter Thüga für rund 2,9 Milliarden Euro an ein Konsortium kommunaler Energieversorger verkauft.

Als möglicher Käufer der Enercity-Anteile war bereits im vergangenen Jahr die Mainova im Gespräch. Gegenüber E&M hatte das Unternehmen im November 2025 bestätigt, mit Enercity und weiteren Gesellschaftern über einen möglichen Erwerb zusätzlicher Thüga-Anteile zu verhandeln. Eine rechtlich unverbindliche Absichtserklärung sei bereits unterzeichnet worden. Ob und in welchem Umfang Anteile erworben werden sollten, war damals noch offen.

Auch wirtschaftlich hat die Beteiligung erhebliches Gewicht. Für das Geschäftsjahr 2024 schüttete die Thüga rund 295 Millionen Euro an ihre Anteilseigner aus. Auf einen Anteil von 20,53 Prozent entfielen rechnerisch rund 61 Millionen Euro. (sag)

Montag, 12.10.2026, 15:43 Uhr
Stefan Sagmeister
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Zentrale von Enercity in Hannover. Quelle: Enercity
Beteiligung
Enercity und Thüga beenden Gespräche
Die Auflösung der Überkreuzbeteiligung des kommunalen Energieversorgers Enercity aus Hannover und der Stadtwerkekooperation Thüga aus München ist vorerst gescheitert.
Die seit Monaten geplante Neuordnung der Beteiligungsverhältnisse zwischen dem Hannoveraner Energieversorger Enercity und der Münchner Stadtwerkeholding Thüga kommt vorerst nicht zustande. Trotz langer Verhandlungen und „zahlreicher positiver Gremienbeschlüsse“ seien wesentliche Voraussetzungen für den Vollzug der Transaktion derzeit nicht gegeben, teilte Enercity am 12. Oktober mit. Welche Voraussetzungen konkret fehlen, ließ das Unternehmen offen.

„Eine solche Transaktion kann jedoch nur gelingen, wenn alle Beteiligten die notwendigen Schritte verbindlich und verlässlich mittragen. Das ist derzeit nicht gegeben“, wird Enercity-Chefin Aurlie Alemany in einer Stellungnahme zitiert. Die geplante Struktur sei damit gescheitert. Allerdings halte das Unternehmen grundsätzlich an dem Vorhaben fest. „Das Ziel einer vollständigen Entflechtung ist damit jedoch nicht ad acta gelegt. Mit Blick auf 2030 werden wir die strategischen Optionen neu bewerten“, so Alemany.

Enercity hält derzeit 20,53 Prozent an der Münchner Thüga. Ebenso hohe Anteile besitzen die Frankfurter Mainova und die Nürnberger N-Ergie. Die restlichen 38,41 Prozent entfallen auf den Stadtwerkeverbund Kom9. Umgekehrt ist die Thüga mit rund 24 Prozent am Hannoverschen Versorger beteiligt. Die übrigen knapp 76 Prozent hält die Landeshauptstadt Hannover. Mit der geplanten Entflechtung sollte diese seit 2009 bestehende Überkreuzbeteiligung aufgelöst werden.

Beide Unternehmen hatten am 5. Mai angekündigt, ihre gegenseitigen Beteiligungen vollständig entflechten zu wollen. Vorgesehen war, dass Enercity seinen Thüga-Anteil an die übrigen Gesellschafter überträgt. Im Gegenzug sollte die Stadt Hannover die Beteiligung der Thüga an Enercity übernehmen.

Unverbindliche Absichtserklärung

Das Beteiligungskonstrukt besteht seit 2009. Damals hatte Eon seine Tochter Thüga für rund 2,9 Milliarden Euro an ein Konsortium kommunaler Energieversorger verkauft.

Als möglicher Käufer der Enercity-Anteile war bereits im vergangenen Jahr die Mainova im Gespräch. Gegenüber E&M hatte das Unternehmen im November 2025 bestätigt, mit Enercity und weiteren Gesellschaftern über einen möglichen Erwerb zusätzlicher Thüga-Anteile zu verhandeln. Eine rechtlich unverbindliche Absichtserklärung sei bereits unterzeichnet worden. Ob und in welchem Umfang Anteile erworben werden sollten, war damals noch offen.

Auch wirtschaftlich hat die Beteiligung erhebliches Gewicht. Für das Geschäftsjahr 2024 schüttete die Thüga rund 295 Millionen Euro an ihre Anteilseigner aus. Auf einen Anteil von 20,53 Prozent entfielen rechnerisch rund 61 Millionen Euro. (sag)

Montag, 12.10.2026, 15:43 Uhr
Stefan Sagmeister

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