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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - Enercity drückt bei der E-Mobilität aufs Tempo.
Bild: Jonas Rosenberger
ELEKTROFAHRZEUGE:
Enercity drückt bei der E-Mobilität aufs Tempo.
Der kommunale Energieversorger Enercity macht in Hannover Tempo bei der Elektromobilität und will bis Ende dieses Jahres mit 600 Ladepunkten eine Vorreiterrolle übernehmen.
 
Rund 10 Mio. Euro investiert Enercity in diesem Jahr in den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Ein wichtiger Baustein für Hannover war die Aktion „Vorfahrer-Challenge“, deren Ergebnisse jetzt vorgestellt wurden.

Um die Bürger der Stadt am Planungsprozess zu beteiligen, hatte das Unternehmen in allen 13 Stadtbezirken zu einem Wettbewerb mit Preisen aufgerufen. Etwa 2 200 Bürger hatten sich online beteiligt und 1 300 Wunschstandorte für E-Ladesäulen genannt. „Die Ladesäulen sind für unsere Kunden da. Daher haben wir diese einmalige Mitmachkampagne gestartet“, berichtet Enercity-Vorstandschefin Susanna Zapreva bei der Einweihung der ersten Ladesäule im dicht besiedelten Stadtteil List.

Die Ideen und Erfahrungen der Menschen in Hannover ergänzten sich mit der eigenen digitalen und datenbasierten Analyse. Man werde jetzt auch unter Berücksichtigung schon vorhandener E-Fahrzeuge die Standortwünsche sinnvoll bündeln. Dass es in Sachen E-Mobilität noch viel zu tun gibt, weiß auch Zapreva. Denn zum Jahresende waren in Hannover nur 1 022 E-Fahrzeuge angemeldet, inklusive Plug-in-Hybride.
 
Enercity-Chefin Susanna Zapreva (r.) und die grüne Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette nehmen eine neue Ladesäule in Betrieb
Bild: Syno

Hannovers grüne Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette wies darauf hin, dass die Unterhaltung von Ladesäulen sich häufig „nicht rechnet“. Daher hatte die Stadt für das Projekt eine Ausschreibung gestartet, bei der sich Enercity auch mit dem innovativen Bürgerbeteiligungskonzept durchgesetzt habe. „Ladesäulen sind nur da sinnvoll, wo auch die Nutzer sind“, so die Stadträtin. Enercity werde die Infrastruktur und die Abrechnung komplett in Eigenregie betreiben.
 
Bis Ende 2020 entstehen in der Region 600 Ladepunkte
 
Seit Beginn der Aktivitäten im Bereich E-Mobilität habe Enercity vor allem in der Region Hannover schon rund 440 überwiegend private und einige öffentliche Ladepunkte installiert. In der Stadt stehen bisher 90 öffentliche Enercity-Ladepunkte zur Verfügung, die bis Ende 2020 auf 480 erhöht werden sollen.

Das Ziel für den Ausbau in der Region sind insgesamt 600 Ladepunkte. Zaprava will auch anderen Unternehmen beim Aufbau von Infrastruktur helfen. In Zusammenarbeit mit dem hannoverschen Nahverkehrsunternehmen Üstra werden an Endhaltestellen von Bussen oder Bahnen 30 Schnellladesäulen mit einer Leistung zwischen 50 und 150 KW entstehen.

Die Zahlung an den öffentlichen Ladesäulen erfolgt mit dem Plugsurfing-Chip und einer kostenfreien Ladekarte oder auch per App. Später soll die Bezahlung auch mit EC- oder Kreditkarte möglich sein. Wer bei Enercity tankt, zahlt je nach Ladegeschwindigkeit des Fahrzeuges für eine Kilowattstunde Strom zwischen 36 und 50 Cent.

Ab 1. August sollen an öffentlichen Ladesäulen in Hannover nach zweieinhalb Stunden zusätzlich 5 Ct pro Minute fällig werden. „Damit soll das Dauerparken verhindert werden“, erklärt Matthias Röhrig, bei Enercity für E-Mobilität zuständig.
 

Sybille Nobel-Sagolla
© 2019 Energie & Management GmbH
Freitag, 12.07.2019, 16:44 Uhr

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