E&M exklusiv Newsletter:
E&M gratis testen:
Energie & Management > Wirtschaft - EnBW beendet Neukundengeschäft von PV-Speicher-Tochter
Wird künftig nicht mehr verkauft: Speichermodell der Serie P4. Quelle: Senec
Wirtschaft

EnBW beendet Neukundengeschäft von PV-Speicher-Tochter

Senec stellt das Neukundengeschäft ein. Die Konzernmutter EnBW hat keinen geeigneten Investor für den Leipziger PV-Speicherhersteller finden können.
Noch kein Monat ist vergangen, da Senec auf der Messe The Smarter E in München Flagge zeigte. Das EnBW-Tochterunternehmen präsentierte ein „Gesamtpaket aus Hardware, Software und Services“, darunter zwei neue Speichersysteme. Nun steht fest: „Neue Produkte werden künftig nicht mehr entwickelt, vermarktet oder vertrieben“, heißt es in einer Mitteilung des Leipziger PV-Speicherherstellers an seine Fachpartner. Das Neukundengeschäft werde eingestellt und Senec sich auf das Bestandskundengeschäft konzentrieren.

Im Februar dieses Jahres hatte EnBW durchblicken lassen, nach einem Investor für die Tochter Ausschau zu halten. Damals war von einer von drei Optionen die Rede. Auch eine Fortführung oder deutliche Verkleinerung des Geschäfts waren Gegenstand der Überlegungen. „Trotz zuletzt signifikanter Fortschritte bei Senec konnte in dem zunehmend schwierigen Marktumfeld kein geeigneter Investor gefunden werden“, schreibt der PV-Speicherhersteller.

Der baden-württembergische Energieriese hält das Geld zusammen. „Angesichts der Vielzahl möglicher Investitionsfelder in der Energiewende muss die EnBW ihre eigenen Investitionen auf ausgewählte, strategisch zentrale Bereiche des Kerngeschäfts konzentrieren. Nur so kann sie ihre zentrale Rolle in der Transformation des Energiesystems wahrnehmen“, erklärt ein Unternehmenssprecher auf Anfrage der Redaktion.

„Deutliche Veränderungen bei der Belegschaft“

Mehr als 650 Menschen arbeiten laut Darstellung auf der Unternehmenswebsite bei Senec, wie viele Arbeitsplätze verloren gehen, ist offen. „Mit der Umstellung auf den Bestandskundenbetrieb und die Einstellung des Neukundengeschäfts lassen sich deutliche Veränderungen bei der Belegschaft nicht vermeiden“, so der Sprecher. Die Geschäftsführung werde „in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat die Maßnahmen so sozialverträglich wie möglich gestalten. Diese Prozesse laufen nun an“.

Weiter betreiben will Senec das neue Batterietestzentrum in Leipzig. Die sich über 5.000 Quadratmeter erstreckende Anlage ist erst im April des Jahres eröffnet worden. Getestet werden Batteriespeicher, Systeme zum Energiemanagement und Komponenten. „Für den Bestandskundenbetrieb braucht es auch weiterhin die Infrastruktur und die Kompetenz der Mitarbeitenden von Senec. Dazu zählt auch das Testzentrum“, erläutert der Unternehmenssprecher. Darüber hinaus prüfe man weitere Nutzungsmöglichkeiten für das Zentrum.

Die aktuellen Verbindlichkeiten gegenüber EnBW liegen nach Angaben des Sprechers „im dreistelligen Millionenbereich“. Im Jahresabschluss für 2024 wies das Unternehmen Verbindlichkeiten von gut 1 Milliarde Euro aus. Wesentlicher Bestandteil seien Darlehensverbindlichkeiten inklusive Zinsen gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von 953 Millionen Euro (Vorjahr: 670 Millionen Euro), hieß es. 

Service, Gewährleistungen und Garantien laufen weiter

Senec bleibt, wie der Sprecher betont, Teil des EnBW-Konzerns. Der erste Schnitt im Neukundengeschäft ist bereits erfolgt. Das neue Produkt „Storage Wall 1“ wird „ab sofort nicht mehr ausgeliefert“, schreibt der Speicherhersteller an die Handelspartner. Speicher der Serien E4 und P4 würden noch bis Ende August angenommen, geliefert werde bis Ende September. Die Installation müsse bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Auch Stromverträge sollen über Senec nicht mehr abgeschlossen werden können.

Bestandskunden können „ihre Systeme wie gewohnt nutzen und erhalten weiterhin den entsprechenden Service. Gewährleistungen und bestehende Garantien laufen weiter“, so der Sprecher. Auch die letzten noch ausstehenden Feldaustauschmaßnahmen – den Einbau von Lithium-Eisenphosphat-Speichermodulen – nehme man in Abstimmung mit den Kundinnen und Kunden vor. 

Das Jahr 2024 schloss das EnBW-Tochterunternehmen mit einem Jahresfehlbetrag von rund 386 Millionen Euro (2023: minus 663 Millionen Euro) ab. Abzüglich von Sondereffekten aus den Inzidenzfällen und der Abwicklung des Feldtauschs wies Senec ein bereinigtes Jahresergebnis von minus 151 Millionen Euro aus. (mf)

Montag, 13.07.2026, 16:49 Uhr
Manfred Fischer
Energie & Management > Wirtschaft - EnBW beendet Neukundengeschäft von PV-Speicher-Tochter
Wird künftig nicht mehr verkauft: Speichermodell der Serie P4. Quelle: Senec
Wirtschaft
EnBW beendet Neukundengeschäft von PV-Speicher-Tochter
Senec stellt das Neukundengeschäft ein. Die Konzernmutter EnBW hat keinen geeigneten Investor für den Leipziger PV-Speicherhersteller finden können.
Noch kein Monat ist vergangen, da Senec auf der Messe The Smarter E in München Flagge zeigte. Das EnBW-Tochterunternehmen präsentierte ein „Gesamtpaket aus Hardware, Software und Services“, darunter zwei neue Speichersysteme. Nun steht fest: „Neue Produkte werden künftig nicht mehr entwickelt, vermarktet oder vertrieben“, heißt es in einer Mitteilung des Leipziger PV-Speicherherstellers an seine Fachpartner. Das Neukundengeschäft werde eingestellt und Senec sich auf das Bestandskundengeschäft konzentrieren.

Im Februar dieses Jahres hatte EnBW durchblicken lassen, nach einem Investor für die Tochter Ausschau zu halten. Damals war von einer von drei Optionen die Rede. Auch eine Fortführung oder deutliche Verkleinerung des Geschäfts waren Gegenstand der Überlegungen. „Trotz zuletzt signifikanter Fortschritte bei Senec konnte in dem zunehmend schwierigen Marktumfeld kein geeigneter Investor gefunden werden“, schreibt der PV-Speicherhersteller.

Der baden-württembergische Energieriese hält das Geld zusammen. „Angesichts der Vielzahl möglicher Investitionsfelder in der Energiewende muss die EnBW ihre eigenen Investitionen auf ausgewählte, strategisch zentrale Bereiche des Kerngeschäfts konzentrieren. Nur so kann sie ihre zentrale Rolle in der Transformation des Energiesystems wahrnehmen“, erklärt ein Unternehmenssprecher auf Anfrage der Redaktion.

„Deutliche Veränderungen bei der Belegschaft“

Mehr als 650 Menschen arbeiten laut Darstellung auf der Unternehmenswebsite bei Senec, wie viele Arbeitsplätze verloren gehen, ist offen. „Mit der Umstellung auf den Bestandskundenbetrieb und die Einstellung des Neukundengeschäfts lassen sich deutliche Veränderungen bei der Belegschaft nicht vermeiden“, so der Sprecher. Die Geschäftsführung werde „in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat die Maßnahmen so sozialverträglich wie möglich gestalten. Diese Prozesse laufen nun an“.

Weiter betreiben will Senec das neue Batterietestzentrum in Leipzig. Die sich über 5.000 Quadratmeter erstreckende Anlage ist erst im April des Jahres eröffnet worden. Getestet werden Batteriespeicher, Systeme zum Energiemanagement und Komponenten. „Für den Bestandskundenbetrieb braucht es auch weiterhin die Infrastruktur und die Kompetenz der Mitarbeitenden von Senec. Dazu zählt auch das Testzentrum“, erläutert der Unternehmenssprecher. Darüber hinaus prüfe man weitere Nutzungsmöglichkeiten für das Zentrum.

Die aktuellen Verbindlichkeiten gegenüber EnBW liegen nach Angaben des Sprechers „im dreistelligen Millionenbereich“. Im Jahresabschluss für 2024 wies das Unternehmen Verbindlichkeiten von gut 1 Milliarde Euro aus. Wesentlicher Bestandteil seien Darlehensverbindlichkeiten inklusive Zinsen gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von 953 Millionen Euro (Vorjahr: 670 Millionen Euro), hieß es. 

Service, Gewährleistungen und Garantien laufen weiter

Senec bleibt, wie der Sprecher betont, Teil des EnBW-Konzerns. Der erste Schnitt im Neukundengeschäft ist bereits erfolgt. Das neue Produkt „Storage Wall 1“ wird „ab sofort nicht mehr ausgeliefert“, schreibt der Speicherhersteller an die Handelspartner. Speicher der Serien E4 und P4 würden noch bis Ende August angenommen, geliefert werde bis Ende September. Die Installation müsse bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Auch Stromverträge sollen über Senec nicht mehr abgeschlossen werden können.

Bestandskunden können „ihre Systeme wie gewohnt nutzen und erhalten weiterhin den entsprechenden Service. Gewährleistungen und bestehende Garantien laufen weiter“, so der Sprecher. Auch die letzten noch ausstehenden Feldaustauschmaßnahmen – den Einbau von Lithium-Eisenphosphat-Speichermodulen – nehme man in Abstimmung mit den Kundinnen und Kunden vor. 

Das Jahr 2024 schloss das EnBW-Tochterunternehmen mit einem Jahresfehlbetrag von rund 386 Millionen Euro (2023: minus 663 Millionen Euro) ab. Abzüglich von Sondereffekten aus den Inzidenzfällen und der Abwicklung des Feldtauschs wies Senec ein bereinigtes Jahresergebnis von minus 151 Millionen Euro aus. (mf)

Montag, 13.07.2026, 16:49 Uhr
Manfred Fischer

Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.