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Enerige & Management > Regenerative - EEG-Umlagekonto schließt 2021 mit Rekordplus ab
Quelle: Fotolia / Jürgen Fälchle
REGENERATIVE:
EEG-Umlagekonto schließt 2021 mit Rekordplus ab
So viel Guthaben wie zum Jahreswechsel war noch nie auf dem Konto, über das die Förderung der Erneuerbaren und die Direktvermarktungs-Erlöse abgewickelt werden.
 
Das EEG-Umlagekonto hat das Jahr 2021 mit dem Rekordguthaben von 10,64 Mrd. Euro abgeschlossen. Das geht aus einer Veröffentlichung der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) vom 11. Dezember hervor. Ins vergangene Jahr war das Konto mit 4,37 Mrd. Euro im Soll gestartet, das heißt, die Einnahmen waren im Laufe des vergangenen Jahres um 15 Mrd. Euro höher als die Ausgaben.

In dem Umlagekonto werden gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz im Wesentlichen die Einnahmen durch die EEG-Umlage sowie aus der Direktvermarktung von Ökostrom verrechnet mit der Auskehrung der Erneuerbaren-Förderung.

Was geschieht mit dem Bundeszuschuss?

Das Jahres-Schlussguthaben fällt um nur 156.000 Euro geringer aus als der Zuschuss aus dem Bundeshaushalt von 10,8 Mrd. Euro, den es erstmals für 2021 gab. Mit diesem Übergang zu einer Mischfinanzierung konnte die EEG-Umlage von 2020 auf 2021 von 6,756 auf 6,5 Cent pro kWh zuzüglich Umsatzsteuer leicht sinken, statt auf 9,651 Cent pro kWh zu steigen. Die Kalkulation stammte vom September 2020, als die Strom-Großhandelspreise noch darniederlagen.

Nach Plänen der Ampelkoalition soll die EEG-Umlage 2023 wegfallen und der verbleibende Finanzierungsbedarf aus dem Bundesetat gestemmt werden. Es könnte eine spannende politische Frage werden, ob der Bund das Guthaben für den weiteren Ausbaubedarf auf dem Umlagekonto stehen und weiter wachsen lässt oder durch eine EEG-Änderung in den Etat zurückverschiebt.

Die Einnahmequellen

Der Aufstellung zufolge war die Haupteinnahmequelle des Förderregimes die EEG-Umlage mit 22,6 Mrd. Euro von den Stromverbrauchenden. Ausgezahlt wurden 21 Mrd. Erneuerbaren-Förderung. Die Einnahmen aus der Direktvermarktung des geförderten Ökostroms aus Anlagen ab 100 kW durch die ÜNB summierten sich im vergangenen Jahr auf gut 3 Mrd. Euro.

Ohne den Bundeszuschuss hätte das EEG-Umlagekonto im Jahr 2021 sein Milliardenloch fast vollständig abgebaut und hätte mit einer roten Null abgeschlossen. Die Gründe für die positive Entwicklung dürften zu suchen sein
  • in den explodierten Direktvermarktungs-Erlösen pro kWh im Gefolge der Energiepreisrallye,
  • aber auch im ausgabendämpfenden Ausscheiden tausender Altanlagen mit historisch hohen kWh-Fördersätzen nach gut 20 Jahren am Netz
  • sowie im mäßigen Erneuerbaren-Ausbau.
Schon im Oktober 2021 hatte das Konto mit fast +8 Mrd. Euro den damaligen Rekord von +6 Mrd. Euro im März 2019 geknackt. Nach dem Frühling 2019 war es in Wellen bergab gegangen. Durch den coronabedingten Niedergang der Spotmarktpreise und damit auch der Erlöse aus geförderten Anlagen geriet das Umlagenkonto im Juni 2020 ins Soll, mit zunächst -1,1 Mrd. Euro. Ende 2020 waren -4,37 Mrd. Euro erreicht.

Der Dezember als Schlussakkord

Der Dezember 2021 begann dann mit einem Plus von gut 9 Mrd. Euro und machte mit einem positiven Monatssaldo von knapp 1,6 Mrd. Euro das erste zweistellige Milliardenguthaben in der Geschichte des EEG-Umlagekontos perfekt. Die Erlöse waren zwar pro vermarkteter kWh rekordmäßig hoch, mit im Schnitt 270 Euro pro MWh Solarstrom, doch, bedingt durch die spärliche Ökostromerzeugung im Winter, kamen nur 265 Mio. Euro ingesamt aus der Direktvermarktung aufs Konto. An Förderung ausgezahlt wurden im letzten Monat des abgelaufenen Jahres aus demselben Grund auch nur 659 Mio. Euro − der einzige Monatswert des Jahres 2021 unter einer Million. Am meisten Förderung war 2021 im sonnigen Juni ausgekehrt worden: 2,48 Mio. Euro. Die Direktvermarktungs-Einnahmen waren im September mit 409 Mio. Euro am höchsten.

Der größte Einnahmeposten im Dezember war die EEG-Umlage mit knapp 2 Mrd. Euro. Der Bundeszuschuss war schon bis Oktober komplett verbucht gewesen.

Die monatlichen EEG-Umlagensalden im Gesamtjahr 2021 und die jährlichen Umlagenberechnungen sind auf der Netztransparenz-Seite der ÜNB veröffentlicht.  
 

Georg Eble
Redakteur
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Dienstag, 11.01.2022, 13:39 Uhr

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