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Enerige & Management > Windkraft Onshore - Digital-Check für Ü20-Windturbinen
Bild: psdesign1 / Fotolia
WINDKRAFT ONSHORE:
Digital-Check für Ü20-Windturbinen
Über sein Portal für gebrauchte Windenergieanlagen bietet Bernd Weidmann nun Betreibern alter Windkraftwerke eine kostenlose Analyse, ob und wie sich der Weiterbetrieb lohnt.
 
Noch zeichnet sich nicht ab, was ab 31. Dezember 2020 aus all den sogenannten Ü-20-Windturbinen wird. Ü-20 werden alle die Windenergieanlagen genannt, die ab diesem Stichtag nach 20-jähriger Förderung keine Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz erhalten. Bei den vorliegenden Betreiber-Statistiken zeichnet sich aber, dass bis Mitte der 2020er Jahre rund 16 000 MW Windkraftleistung aus der EEG-Vergütung fallen, rund 30 % der Kapazität, die heute in Betrieb ist.
 
Hat die Kooperation mit dem Start-up Nefino gesucht: Bernd Weidmann, Gründer und Geschäftsführer von wind-turbine.com


Nach Brancheneinschätzung hat sich das Gros der Altanlagenbetreiber noch nicht entschieden, ob, und wenn ja wie sie mit ihren Windenergieanlagen aus der Gründer-Genration weitermachen machen wollen. In dieser Situation will Bernd Weidmann mehr Schwung in den Ü-20-Markt bringen – und zwar digital. Was nicht weiter verwundert, denn der Hesse ist mit seinem Portal wind-turbine.com   für den Gebrauchtmarkt seit Jahren eine feste Größe in der heimischen und europäischen Windbranche.

Jüngst hat sich Weidmann mit dem Start-up Nefino aus Hannover zusammengetan und bietet rechtzeitig vor der diesjährigen Husumer Windmesse einen „Windpark-Check“ für die Ü20-Anlagen an. Dabei verarbeitet Nefino mit einer cloudbasierten Location Intelligence Lösung umfangreiche Geo-, Wind-, Turbinen- und Finanzdaten in einem integrierten System aus Raumplanungsanalysen, Windsimulationen, Lebensdauerbewertungen und Rendite-Risiko-Kalkulationen, um mit diesem Datenpaket die Windanlagenbetreiber bei Ihrer Entscheidung zu unterstützten – weitermachen, repowern oder abreißen. „Wir können den Betreibern schnell eine Entscheidungshilfe vermitteln“, betont Weidmann, „dank dieser Empfehlung kann jeder Interessierte weitere Kontakte nutzen, die wir auf unserer Plattform präsent haben.“
 
Keine Chance mehr auf einen Weiterbetrieb:. Die Nörder Windloopers hinter dem Deich von Norden-Norddeich, Niedersachsen bislang ältester Windpark aus dem Jahr 1987, sind Anfang dieses Jahres abgebaut worden.
Bild: Ralf Köpke
 

Bei der mehrstufigen Analyse werden nicht nur die Windverhältnisse oder Einnahmen in verschiedenen Szenarien untersucht, sondern auch eine Empfehlung ausgesprochen. „Unser Check bietet für die Windmüller nach unserer ersten umfassenden Einschätzung die Möglichkeit, dass sie per Knopfdruck weitere Schritte einleiten können wie beispielsweise, sich Angebote von Dienstleistern für den Rückbau, das Repowering oder den Weiterbetrieb einzuholen“, verspricht Weidmann. Dann könnten weitere Analysen angefordert werden. Der Clou: wind-turbine.com wird den Windpark-Check für Betreiber kostenlos anbieten.

Weidmann verspricht sich von der Kombination aus einem Marktplatz für Windturbinen und datengestützten Szenarien eine nennenswerte Zahl von Vermittlungen aus den Reihen der Ü-20-Betreiber: „Ein Beratungsangebot in dieser Form hat es für die Altanlagen so noch nicht gegeben.“

„Scharf schalten“ wollen wind-turbine.com und Nefino ihr Tool erstmals während der HusumWind, die vom 10. bis zum 13. September in der nordfriesischen Kreis- und Hafenstadt stattfindet.
 

Ralf Köpke
© 2019 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 21.08.2019, 16:04 Uhr

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