• Laschet will Braunkohle- statt Atomstrom für Belgien
  • INES-Vorstände bleiben im Amt
  • Förderung kommunaler Fahrzeuge aus "Sofortprogramm Saubere Luft"
  • Neustadt in Holstein bekommt Glasfasernetz
  • Borchers neuer Geschäftsführer bei Vaillant
  • Modellprojekt für Kommunen
  • EnviaM baut Ladeinfrastruktur aus
  • Löschel: "Die historische Chance nutzen"
  • Zusammenfassung der deutschen Tagesmeldungen vom 15. Dezember
  • Kaeser: Elektromobilität ist die Zukunft
Bild: Fotolia.com, DeVIce
WINDKRAFT:
Dieses Jahr wohl 6 000 MW Windkraft an Land
Nach dem diesjährigen Rekordausbau muss sich die Windbranche auf eine Delle einstellen, zeigt die jüngste Auswertung des Anlagenregisters durch die Fachagentur Windenergie an Land.
 
Deutschlands Windmarkt boomt 2017 wie noch nie: Dieses Jahres könnte es hierzulande allein an Land einen Zubau von rund 6 000 MW geben. „Nach unserer Prognose dürfte der Bruttozubau zum Jahresende in einer Größenordnung zwischen 5 900 und 6 200 Megawatt liegen“, verweist Jürgen Quentin von der Fachagentur Windenergie an Land (FA Wind) auf die jüngste Auswertung des bei der Bundesnetzagentur geführten Anlagenregisters. Damit dürften in diesem Jahr noch mehr Windturbinen neu in Betrieb gehen als zuletzt erwartet. Im Sommer gingen die Prognosen noch von einem Zubau in Höhe von rund 5 500 MW aus.

Nach drei Quartalen waren laut Anlagenregister bereits 1 429 neue Windturbinen mit zusammen 4 160 MW Leistung neu ans Netz gegangen – noch nie hatte es bislang einen höheren Zubaubauwert nach den ersten neun Monaten eines Jahres gegeben.

Die FA-Wind-Analyse enthält aber auch einen Wermutstopfen: Der deutsche Windmarkt muss sich auf eine dicke Delle einstellen: Bis Ende September haben die zuständigen Behörden für nur 331 neue Windturbinen mit einer Gesamtleistung von gut 1 072 MW Genehmigungen erteilt, im Vergleichszeitraum der letzten drei Jahr lagen diese Werte gleich um den Faktor drei höher: durchschnittlich 1 000 Anlagen mit einer Leistung von etwa 2 900 MW erhielten innerhalb von drei Quartalen in den Jahren 2014 bis 2016 jeweils das behördliche Go. Angesichts dieser niedrigen Zahl von Genehmigung wird es spannend zu sehen, ob es bei den im kommenden Jahr anstehenden vier Ausschreibungen (und einer möglichen Sonderausschreibung, über die derzeit in Berlin diskutiert wird) genügend Gebote geben wird.

Beim diesjährigen Wind-Boom wird es unter den 16 Bundesländern absehbar mit Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zwei Gewinner geben. Den Bundesländervergleich führt in den ersten drei Quartalen mit großem Abstand Niedersachsen an, wo allein mit 1 039 MW ein Viertel der bundesweiten Neuanlagenleistung in Betrieb genommen worden ist. An zweiter Stelle folgt Nordrhein-Westfalen mit 697 MW zusätzlicher Windenergiekapazität, ein Zubau, der deutlich über der Installation für das letztjährige Gesamtjahr von 586 MW liegt. Diese Zahlen dürfte die neue schwarz-gelbe Landesregierung in Düsseldorf nutzen, um den Vorwurf zu entkräften, sie würde den landesweiten Windkraftzubau abwürgen.

Noch eine interessante Entwicklung ist aus der Quartalsauswertung zu erkennen: Mit 17 % lag die bundesweite Repowering-Quote immerhin drei Prozentpunkte über dem Wert des Vergleichszeitraums 2016. Den höchsten Repowering-Anteil auf Länderebene erreichte mit 33 % Schleswig-Holstein. Was nicht weiter verwundert, da im Land zwischen Nord- und Ostsee die meisten Windturbinen aus der Gründergeneration stehen.

Beim Hersteller-Ranking konnte Enercon seine Führungsposition mit einem leicht auf 39 % gesunkenen Marktanteil weiter halten. Danach folgen Vestas (Anteil: 21,2 %) und Nordex (Anteil: 15 %) auf den Plätzen zwei und drei. An dieser Reihenfolge dürfte sich auch im kommenden Jahr angesichts der bereits erteilten Genehmigungen nichts ändern.
 

Ralf Köpke
© 2017 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 07.12.2017, 14:30 Uhr

Mehr zum Thema