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BILANZ:
Die Steag behauptet sich
Die Bilanz des Strom- und Fernwärme-Konzerns Steag trotzt dem Branchentrend – so jedenfalls deutet das Unternehmen seine Geschäftszahlen für 2014.
 
„In einem zunehmend schwierigeren Marktumfeld haben wir uns behauptet“, erklärte Joachim Rumstadt, Vorsitzender der Steag-Geschäftsführung, anlässlich der Vorstellung der Bilanz für das Geschäftsjahr 2014 am 21. April in Essen.

Der Konzern erwirtschaftete im vergangenen Jahr 3,13 Mrd. Euro Umsatz. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag bei 390 Mio. Euro und stieg somit um 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Unter dem Strich blieben als Ergebnis nach Steuern nur noch 34 Mio. Euro übrig – das sind gut 160 Mio. Euro weniger als 2013 (199 Mio. Euro). Rumstadt nannte als Gründe dafür „schwieriger Marktbedingungen in der konventionellen Erzeugung in Deutschland“ sowie negative Sondereffekte aus Auslandsprojekten in Spanien und Brasilien“, unterstrich aber dennoch, dass die Steag eine „stabile Ertragslage“ halte.

Den größten Beitrag zum operativen Ergebnis (Ebitda) lieferten auch 2014 Kraftwerke und die Fernwärmeversorgung in Deutschland. Sie spülten 207 Mio. Euro in die Kassen. Einen positiven Effekt schrieb Rumstadt dem erst seit Ende 2013 betriebenen Steinkohlekraftwerk Walsum 10 zu. Auch Flexibilisierungsmaßnahmen und der „erfolgreiche Ausbau der Vermarktungskapazitäten“ hätten zum Erfolg beigetragen. Nahezu 100 Prozent der Kraftwerksleistung für 2015 und 70 Prozent für 2016 seien bereits vermarktet.

Bei der Fernwärme wirkte die milde Witterungslage in den Herbst- und Wintermonaten 2014 negativ auf das Ergebnis. Unabhängig davon wurde der Ausbau konsequent vorangetrieben: 2014 konnte die Steag nach Angaben der Geschäftsführung 227 Neuverträge mit einer Leistung von rund 16 MW akquirieren. Diese Wärmeleistung entspreche dem Bedarf von etwa 3 200 Wohnungen. Insgesamt deckt die von der Steag im vergangenen Jahr Fernwärme umgerechnet dem Bedarf von rund 400 000 Wohnungen. Versorgt werden Wohnungen im Ruhrgebiet und im Saarland.

Wachsender Geschäftsbereich Erneuerbare Energien

Immerhin 77 Mio. Euro und damit bereits etwa ein Fünftel des gesamten Ebitda trug der seit 2010 aufgebaute Geschäftsbereich Erneuerbare Energien des Steag-Konzerns bei. Die Saarbrücker Tochter Steag New Energies betreibt derzeit mit dem nun einspeisenden Windpark in Ullersdorf insgesamt neun Windparks in Deutschland, Frankreich und Polen mit insgesamt 118 MW Leistung.

Der Windpark Ullersdorf in Brandenburg (43 MW), mit einem Investitionsvolumen von rund 81 Mio. Euro das größte Projekt, ging im September 2014 in Betrieb. Die regionalen Versorger Emscher Lippe Energie (ELE, 12,2 Prozent) und Stadtwerke Düren (8,6 Prozent) haben mittlerweile Anteile an diesem Windpark erworben.

Das Auslandsgeschäft der Steag bewertete Rumstadt als „weiterhin stark“. Mit seinen in Kolumbien, auf den Philippinen und in der Türkei betriebenen Kraftwerken habe das Unternehmen ein operatives Ergebnis von 112 Mio. Euro erwirtschaftet. Ingenieurdienstleistungen und Kraftwerks-Nebenprodukte erbrachten ein Ebitda von 38 Mio. Euro.

Die Gesellschafter des Unternehmens − Stadtwerke in Duisburg, Dortmund, Bochum, Essen, Dinslaken und Oberhausen, die die Steag im September 2014 vollständig übernommen haben − können sich über 86 Mio. Euro Ausschüttung freuen.

Für die nächsten Jahre erwartet die Geschäftsführung des Essener Konzerns positive Veränderungen im Hinblick auf das Geschäft. Zu Beginn des neuen Jahrzehnts erwarte er eine Trendumkehr, „aufgrund derer insbesondere Steinkohle-Kapazitäten wieder vermehrt gebraucht werden“, sagte Rumstadt. „Steinkohle hat eine Zukunft, davon bin ich überzeugt.“

Als „treibende Kraft“ will sich das Unternehmen nach seinen Worten bei der geplanten Verbindung der Fernwärmeschienen in Nordrhein-Westfalen betätigen. Das im März von der Steag, der Energieversorgung Oberhausen und der Fernwärmeversorgung Niederrhein gegründete Gemeinschaftsunternehmen „Fernwärmeschiene Rhein-Ruhr GmbH“ solle zu einem wesentlichen Baustein für das Erreichen der CO2-Klimaziele und zur effizienten Energieversorgung in Nordrhein-Westfalen entwickelt werden, kündigte er an.
 
Steag in Zahlen
 
  2014 2013
Umsatz 3,13 Mrd. Euro 2,94 Mrd. Euro
Ebitda 390 Mio. Euro 366 Mio. Euro
Ebit 244 Mio. Euro 263 Mio. Euro
Ergebnis nach Steuern 34 Mio. Euro 199 Mio Euro
Investitionen 481 Mio Euro 364 Mio. Euro
Mitarbeiter 6 419 6034
 

Peter Focht
Redakteur
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Dienstag, 21.04.2015, 18:01 Uhr

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