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Bild: Sergey Nivens / Fotolia
IT:
Dena will Blockchain in der Energiewende untersuchen
Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) startet eine Studie mit Unternehmen als Partnern, um den Einsatz der Blockchain-Technologie für die integrierte Energiewende zu bewerten.
 
Blockchain kann insbesondere für die Koordination der täglich wachsenden Zahl an dezentralen Komponenten des Energiesystems über alle Sektoren hinweg eingesetzt werden. Gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft will die Dena daher ermitteln, ob die technischen Voraussetzungen für die Blockchain in der Praxis bereits ausreichen.

Weiterer Untersuchungsgegenstand ist laut den Angaben die Frage, ob Anwendungen der digitalen Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) wirtschaftlich und verlässlich in konkreten Geschäftsmodellen betrieben werden können.

"Die Blockchain bietet von der Grundidee her beste Voraussetzungen für den Austausch, die Validierung und die Dokumentation wertvoller Daten in einem integrierten Energiesystem", verdeutlicht der Vorsitzende der Dena-Geschäftsführung Andreas Kuhlmann. Es gehe nun darum zu überprüfen, ob sich die Chancen der Technologie auch in der Praxis technisch, wirtschaftlich und rechtlich realisieren lassen.

Möglichkeiten und Grenzen in einem Praxis-Check ausloten

„Das Energiesystem ist eine kritische Infrastruktur, die durch die Digitalisierung auch auf der Ebene der Informations- und Kommunikationstechnik sicher und geschützt arbeiten muss. Die Blockchain-Technologie kann dabei helfen - wie genau, das wollen wir mit unserer Studie zeigen", so Kuhlmann.

Mit der Blockchain können digitale Prozesse optimiert und die Effizienz von Transaktionen erhöht werden, im Energiesystem etwa bei Lade- und Abrechnungstransaktionen für Elektrofahrzeuge. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ist auch der Betrieb von dezentralen Plattformen für den direkten Stromhandel zwischen Besitzern von Photovoltaikanlagen und Verbrauchern. Als Vorteil der Blockchain, bei der Daten und Transaktionen zu Blöcken zusammengefasst werden, gilt ihre Sicherheit, denn die einzelnen Informationsblöcke werden aufwendig verschlüsselt und dezentral gespeichert.

Kosten-Mehrwert-Vergleich

Im Finanzmanagement oder im Onlinehandel konkurriert die Technologie mit etablierten IT-Systemen. Der Einsatz von Blockchain erfordert Investitionen der Unternehmen, daher soll die Studie die Frage beantworten, welchen Mehrwert die Blockchain gegenüber alternativen Systemen in konkreten Anwendungsfeldern liefern kann. Zugleich soll ermittelt werden, wo sie technisch und wirtschaftlich an ihre Grenzen stößt. Das könnte laut den Angaben etwa bei der Anzahl der Transaktionen und dem damit verbundenen Energieverbrauch der Fall sein. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2019 vorgestellt.

Die Dena realisiert die Studie "Blockchain in der integrierten Energiewende" gemeinsam mit folgenden Partnern: BKW, Cronos Unternehmensberatung, EnBW Energie Baden-Württemberg, EWE Netz, Items, Ista International, Mainova, Netz Lübeck, Rheinische Netzgesellschaft, Siemens, Stadtwerke Leipzig, Verbund. Bis zum 15. Juni 2018 können sich noch weitere Unternehmen daran beteiligen. Verantwortlicher Projektleiter und Ansprechpartner bei der Dena ist Philipp Richard (E-Mail: richard@dena.de   ).
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
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Mittwoch, 16.05.2018, 11:57 Uhr

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