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Bild: Fotolia.com, Jürgen Fälchle
REGENERATIVE:
Das EEG als Geburtshelfer
Wissenschaftler der Universitäten Lüneburg und Erfurt haben eine detailreiche Untersuchung zum Status quo von Bürgerenergiegesellschaft vorgelegt.
 
Nach einer gemeinsamen Untersuchung der Leuphana Universität Lüneburg und der Universität Erfurt gibt es bundesweit derzeit 1 747 Bürgerenergiegesellschaften, davon sind knapp 60 Prozent genossenschaftlich organisiert.

Die wenig überraschende Erkenntnis der vier Autoren lautet: Die Gründung neuer Bürgerenergiegesellschaften war in der Vergangenheit und ist aktuell sehr abhängig von den Regelungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz. Während sich seit Mitte der 1990er Jahre gut 20 Jahre kontinuierlich neue Bürgerenergiegruppen gegründet hatten, kam nach der EEG-Novelle 2014 mit den drastischen Einschnitten bei der Photovoltaikvergütung der große Einbruch. In den vergangenen beiden Jahren haben sich nach der Untersuchung nur 127 beziehungsweise 95 Gesellschaften neu gegründet.

Derzeit gibt es wohl eine Trendwende. Zur neuesten Entwicklung heißt es in der Studie: „Während die Zahl der (Bürger-) Energiegenossenschaften stagniert, hat zuletzt die Zahl der Bürgerwindparks in anderen Rechtsformen wieder stark zugenommen.“ Diese Entwicklung ließ sich gut an den Ergebnissen der ersten Ausschreibung für die Onshore-Windkraft hierzulande ablesen: Das Gros der Zuschläge erhielten Bürgerenergiegesellschaften, von den die wenigsten allerdings als klassische Genossenschaft organisiert sind. Die Mehrheit der Bürgerenergiegesellschaften betreibt Solar- und Windkraftanlagen, das nächste größere Betätigungsfeld sind kommunale Nahwärmenetze.

Noch eine Zahl aus der Studie ist interessant: Bis Ende 2014 verfügten die untersuchten Bürgerenergiegesellschaften über rund 1 Mrd. Euro Eigenkapital, weitere Investitionen sind mit kann 3 Mrd. Euro Fremdkapital angestoßen worden. Das macht die Bürgerenergiegesellschaften, so die vier Autoren der beiden Universitäten, „auch für Banken zu einen interessantes Segment beim Kreditgeschäft.“
 
Die Studie kann hier   abgerufen werden.
 

Ralf Köpke
© 2017 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 10.08.2017, 14:06 Uhr

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