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Enerige & Management > Politik - Bundesverband Geothermie kritisiert GEG-Referentenentwurf
Bild: Fotolia.com, ChaotiC PhotographY
POLITIK:
Bundesverband Geothermie kritisiert GEG-Referentenentwurf
Für den Bundesverband Geothermie ist die Bundesregierung mit ihrem Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes gescheitert.
 
Der gemeinsame Entwurf von Bundeswirtschafts- und Bundesinnenministerium für das Gebäudeenergiegesetz (GEG) behebt weder die Schwächen der bisherigen Bestimmungen, noch baut er Fehlanreize ab, teilte der Bundesverband Geothermie am 4. Juni seine Kritik mit. Denn der Entwurf verpasse die Chance, umweltfreundliche, erneuerbare Wärme aus Geothermie in Deutschland zu etablieren.

„Keine Verbesserungen für den Klimaschutz, keine Neubewertung des Primärenergiebedarfs, keine Festschreibung von zusätzlichen Zielen für den Anteil erneuerbarer Wärme, keine Anforderungen für den Anstieg der Energieeffizienz und kein Installationsverbot für fossile Heizungssysteme bei Neubauten wie in anderen Ländern der EU – die Bundesregierung ist auf ganzer Linie mit ihrem Referentenentwurf für das Gebäudeenergiegesetz gescheitert“, sagt Erwin Knapek, Präsident des Bundesverbandes Geothermie.

Eine ausschließliche Konzentration auf erneuerbare Energien bleibt das GEG nach Ansicht des Verbands schuldig. Um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens noch zu erreichen, müsse die Einsparung von Treibhausgasemissionen durch erneuerbare Technologien zwingend berücksichtigt werden.

Insbesondere im Bereich Fernwärme und Fernkälte sind die Festschreibungen des GEG zu lasch, so der Verband weiter. Der Anteil an erneuerbaren Energien müsse klar mit mindestens 50 % fixiert werden. „Zudem ist es unsinnig, dass für Wärmepumpen aus Geothermie andere Effizienzanforderungen gelten, als für ineffiziente Wärmepumpen, die andere Energiequellen nutzen“, sagt Knapek, „hier wäre eine Gleichstellung dringend notwendig.“

„Gerade für Erdwärmeheizungen sind Belastungen durch Steuern und Abgaben viel höher als im Vergleich zu Öl und Gas. Hier muss der Gesetzgeber handeln“, erläutert Knapek, „und für Tiefe Geothermie ist ein ausführliches Programm zur Erkundung des Untergrundes unumgänglich. Denn Fernwärme oder Fernkälte aus Geothermie ist zweifellos die umweltfreundlichste Energie.“

Ebenso berührt das GEG die energetische Neuausrichtung von Bestandsgebäuden nur am Rande, dabei muss die Wärmewende vor allem im Bereich der Bestandsgebäude, das sind etwa 85 % des Gesamtbestandes, stattfinden.
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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