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Bild: Fotolia.com, DeVIce
WINDKRAFT ONSHORE:
Bürger-Windprojekte als Ausschreibungssieger
Zufrieden mit der ersten Ausschreibungsrunde für die Windkraft an Land und der damit erreichten Kostensenkung zeigen sich Bundeswirtschaftsministerium und Bundesnetzagentur.
 
Seit der Novelle im letzten Jahr sieht das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) vor, dass die Förderbeträge für Strom aus Windkraftanlagen künftig grundsätzlich per Ausschreibung ermittelt werden. Am 19. Mai gab die Bundesnetzagentur die Ergebnisse der im März gestarteten ersten Ausschreibungsrunde für ein Leistungsvolumen von 800 MW bekannt, bei der die Gebotshöhe auf 7 Cent pro kWh beschränkt war.

Nach Angaben der Netzagentur wurden 256 Gebote mit einem Gesamtvolumen von 2 137 MW Windenergieleistung eingereicht – damit war die Ausschreibung zweieinhalbfach überzeichnet. Zum Zug kamen 70 Projekte mit einem Zuschlagsvolumen von rund 807 MW. Die berücksichtigten Windstromprojekte verteilen sich auf neun Bundesländer, die meisten Zuschläge gingen nach Niedersachsen und Brandenburg. Die Zuschlagspreise bewegen sich im Bereich zwischen 5,25 und 5,78 Cent/kWh.

Auf das so genannte Netzausbaugebiet in Norddeutschland, in dem der Windkraftausbau beschränkt ist, entfielen 261 MW; 545 MW auf das restliche Bundesgebiet. Der höchste Gebotswert innerhalb des Netzausbaugebiets, der noch einen Zuschlag erhalten konnte, lag bei 5,58 Cent/kWh. Aufgrund der Beschränkung im Netzausbaugebiet konnten einige Projekte nicht berücksichtigt werden.

Von den insgesamt 70 zum Zug gekommenen Projekten kommen gleich 65 aus dem Kreise von Bürgerenergiegesellschaften. Sie erreichen einen Leistungsumfang von 776 MW. Damit entfielen 93 Prozent der Zuschläge und 96 Prozent des Zuschlagsvolumens auf Bürgerenergiegesellschaften, die mit 4,2 Cent/kWh auch das günstigste Gebot einbrachten.

Es wird jedoch nicht wirksam, weil das Gesetz für Bürgerenergiegesellschaften die Sonderregel vorsieht, dass sie grundsätzlich den höchsten bezuschlagten Preis, also 5,78 Cent/kWh, erhalten. Zum anderen können Bürgerenergiegesellschaften im Gegensatz zu sonstigen Bietern Gebote für Windparks auch ohne vorher vorliegende Genehmigungen abgeben und erhalten dann eine verlängerte Realisierungsfrist.

Hohes Wettbewerbsniveau − gute regionale Verteilung

Rainer Baake, der für Energiefragen zuständige Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, bewertete das Ergebnis der ersten Ausschreibungsrunde als „sehr erfreulich“. Die Zuschläge seien breit über das Bundesgebiet verteilt. „Das hohe Wettbewerbsniveau, die daraus resultierenden niedrigen Zuschlagpreise und die hohe Bürgerbeteiligung zeigen, dass der von uns eingeleitete Paradigmenwechsel von staatlich festgesetzten Fördersätzen hin zu wettbewerblich ermittelten Preisen gut funktioniert“, erklärte Baake. Im letzten Jahr war er wegen des von ihm forcierten Wechsels zu Ausschreibung auch aus der Windbranche massiv angegriffen worden.

Wie aus dem Ministerium zu hören ist, war mit einer Zuschlagsquote von über 90 Prozent für Bürgerenergieprojekte nicht gerechnet worden. Als mögliche Erklärung für deren Erfolg wird auf möglicherweise geringere Renditeerwartungen als sie bei Unternehmen angestellt werden, verwiesen.

„Das erfreulich hohe Wettbewerbsniveau ermöglichte einen durchschnittlichen Zuschlagswert von 5,71 Cent“, lobte auch Jochen Homann. Der Präsident der Bundesnetzagentur stellte auch die hohe Qualität der Gebote der ersten Ausschreibungsrunde heraus. Lediglich zwölf Gebote mussten ausgeschlossen werden. Eine niedrige Ausschlussquote von unter fünf Prozent zeige, dass das Verfahren von den Bietern verstanden wurde und die Anforderungen an die Gebote erfüllbar sind, so die Netzagentur.

Der BDEW sieht sich durch die erste Ausschreibungsrunde in der Auffassung bestätigt, dass damit der Weg zu mehr Effizienz geebnet ist und dass die Angst vor einer Verringerung der Akteursvielfalt unbegründet war. „Die Einführung von Auktionen zur Ermittlung der Förderhöhe für Erneuerbare Energien war richtig“, erklärte Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer. Die Ausschreibung sei geeignet, die Erneuerbaren Energien an den Markt zu bringen.

Der Bundesverband Windenergie bewertete die erste Ausschreibungsrunde – auffallend zurückhaltend – lediglich als „Signal dafür, dass sich die Akteure den neuen Herausforderungen stellen“.

Das Ministerium rechnet auf Basis der Erfahrungen bei PV-Freiflächenanlagen damit, dass der größte Teil der bei der Ausschreibung zum Zug gekommenen Windstromprojekte auch realisiert wird.
 

Peter Focht
Redakteur
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Freitag, 19.05.2017, 15:11 Uhr

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