Biogasanlage. Quelle: Fotolia / Gerhard Seybert
In einer gemeinsamen Erklärung fordern das Land Nordrhein-Westfalen und die regionale Bioenergiebranche vom Bund bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Beim ersten Bioenergiegipfel Nordrhein-Westfalens in Düsseldorf haben Landesregierung und Branchenverbände eine gemeinsame Erklärung zur Zukunft der Bioenergie unterzeichnet. Hintergrund ist das bevorstehende Auslaufen der 20-jährigen Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für zahlreiche Biogasanlagen. Ohne wirtschaftliche Perspektiven drohe deren Stilllegung, warnen die Unterzeichner.
„Viele Anlagen stehen jetzt vor der Entscheidung: weiterlaufen oder abschalten. Der Bund muss deshalb beim EEG nachlegen“, erklärte NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne). Bioenergie könne im Gegensatz zu Windkraft und Photovoltaik bedarfsgerecht Strom und Wärme bereitstellen und damit zur Versorgungssicherheit beitragen.
Die Erklärung haben neben Neubaur ihre Kollegin Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU), der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) und die Landesgesellschaft „NRW.Energy4Climate“ unterzeichnet.
Drei Kernforderungen an die BundesregierungIm Mittelpunkt der Erklärung stehen drei Forderungen an die Bundesregierung. So soll das jährliche Ausschreibungsvolumen für Biomasseanlagen ab 2027 auf 2.500
MW steigen. Nach geltendem EEG sind für 2027 zunächst lediglich 326
MW vorgesehen, wobei sich diese Menge durch gesetzliche Anpassungen erhöhen kann.
Der Flexibilitätszuschlag − so die zweite Forderung − soll von derzeit 100 auf mindestens 130 Euro je kW installierter Leistung und Jahr steigen. Zudem verlangen die Unterzeichner als Drittes, die zweite EEG-Vergütungsperiode für bestehende Biomasseanlagen von derzeit zwölf auf 15 Jahre zu verlängern. Erst 2025 hatte der Bund mit dem Biomassepaket den Flexibilitätszuschlag angehoben und die Anschlussförderung von zehn auf zwölf Jahre verlängert.
Damit sollen Investitionen in die Flexibilisierung bestehender Anlagen wirtschaftlich attraktiver werden. Die Branche verweist auf gestiegene Investitions- und Finanzierungskosten, die durch die bisherigen Fördersätze nicht ausreichend berücksichtigt würden.
LEE NRW: „Jede Anlage zählt“Weitere Forderungen betreffen einen erleichterten Netzanschluss, die stärkere Nutzung von Rest- und Abfallstoffen sowie eine nationale Strategie für erneuerbare Gase. Auch kleinere landwirtschaftliche Biogasanlagen sollen künftig bessere Möglichkeiten zur Flexibilisierung erhalten. In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben der Landesregierung derzeit rund 1.000 Biogasanlagen in Betrieb. Ihr Weiterbetrieb gilt als wichtiger Bestandteil der regionalen Energieversorgung.
„Für die Bioenergie gilt: Jede Anlage zählt“, erklärte Hans-Josef Vogel, Vorsitzender des LEE NRW. Der Bund müsse verlässliche Rahmenbedingungen für eine langfristige Perspektive schaffen. Bereits Anfang 2026 hatte die Landesregierung mit dem Impulsprogramm Bioenergie NRW Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Anlagenbestands angekündigt. Die nun unterzeichnete Erklärung richtet sich vor allem an den Bund, der die entscheidenden gesetzlichen Rahmenbedingungen festlegt.
Die Erklärung „
Gemeinsam stark für Bioenergie in NRW“ ist auf der Seite des Landeswirtschaftsministerium abrufbar.
(sag)
Montag, 12.10.2026, 16:58 Uhr
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