Quelle: Gasag
Die Bilanzpressekonferenz des Berliners Versorger Gasag aus dem Jahr 2006 zeigt: Auch damals wurde schon um die Gaspreise gestritten, trotzdem stiegen die Kundenenzahlen.
Die Gasag will die Tarife für Haushaltskunden bis zum Ende des zweiten Quartals 2006 stabil halten. Danach seien weitere Preiserhöhungen möglich. „Wenn sich erneut ein Druck auf unsere Bezugskosten ergibt, werden wir die Preise erhöhen“, sagte Vorstandssprecher Georges Hoffmann am 30. April 2006 auf der Bilanzpressekonferenz in Berlin.
Der hauptstädtische Versorger habe wie viele andere Gaslieferanten mit deutlichen Imageverlusten zu kämpfen, bedauerte Hoffmann. Die zum 1. Oktober 2005 und zum 1. Januar 2006 erhöhten Gaspreise hätten zu zahlreichen Klagen geführt. Seit Oktober 2005 seien fast 41.000 Beschwerdebriefe eingetroffen, etwa 3.000 Kunden hätten die Rechnungen um die Erhöhungsdifferenzen gekürzt. Gegen die Preiserhöhung hat die Verbraucherzentrale Berlin mit 42 Gasag-Kunden eine Sammelklage eingereicht. Der Termin für den ersten Verhandlungstag ist auf Mitte Juni angesetzt.
Trotz der steigenden Preise hat der Berliner Versorger das Neukundengeschäft ausgebaut, sagte Vertriebsvorstand Andreas Prohl. Der Anteil der Gasag am Berliner Wärmemarkt stieg im vergangenen Jahr auf 46,7 Prozent (2004: 46,2 %). Mittlerweile werden mehr als 800.000 Wohnungen mit Erdgas beheizt. Im Jahr 1999 waren es erst knapp 600.000. Die Zahl der Erdgasfahrzeuge erhöhte sich von 1.200 im Jahr 2004 auf etwa 2.000 zum Jahresende 2005.
Künftig wolle das Unternehmen auch durch den Kauf von Beteiligungen wachsen, sagte Hoffmann. Mitte April kaufte die Gasag 51 Prozent an den Stadtwerken Landau von Vattenfall Europe. Der Konzern ist zusammen mit Gaz de France (GdF) und der Eon-Tochter Thüga an dem Berliner Gasversorger beteiligt. Die Gasag will die Anteile schrittweise an die Saar-Ferngas abgeben und soll im Gegenzug zunächst 18 Prozent an der Spreegas mit Sitz in Cottbus erhalten. Bis 2007 soll dieser Anteil auf 40 Prozent steigen. Die Gasag wolle ihr Geschäft vor allem in der Region Berlin-Brandenburg-Sachsen ausbauen, sagte Hoffmann.
Wie der Gasag-Vorstandschef bereits im Februar angekündigt hatte, verringerte sich im vergangenen Jahr trotz steigender Preise der Gewinn um 4 Millionen Euro auf 49,6 Millionen Euro. Ursache seien die erhöhte Steuerlast im Jahr 2004, höhere Beschaffungskosten und die zusätzlichen Aufwendungen für die Ausgliederung des Netzbetriebs in die NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg gewesen.
Donnerstag, 16.04.2026, 15:12 Uhr
Stefan Sagmeister
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