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STROMSPEICHER:
Batteriekonsortium Terra-E womöglich vor dem Aus
Einem Bericht zufolge ist das Gemeinschaftsprojekt zum Aufbau einer deutschen Batteriezellfertigung an den eigenen Mitgliedsunternehmen gescheitert.
 
Es sieht nicht gut aus um den Standort Deutschland in Sachen Batteriezellfertigung. Einem Bericht des Tagesspiegels zufolge steht das erst im Mai 2017 gegründete Batteriezell-Konsortium Terra-E aus Frankfurt am Main vor dem Aus.

Dass die Bemühungen um eine Großserienfertigung von Batteriezellen in Deutschland gescheitert seien, liegt dem Bericht zufolge an dem fehlenden Investitionswillen der in der Holding-Gesellschaft zusammengeschlossenen Unternehmen. Eine offizielle Bestätigung von Terra-E war bis Redaktionsschluss nicht zu erhalten.

Sollte sich der Bericht bewahrheiten, dürfte der Plan, eine Batteriezellfabrik auf deutschem Boden zu errichten, vorerst passé sein. Es wäre nach der Absage Boschs an den Aufbau einer eigenen Produktion ein weiterer, empfindlicher Rückschlag für den Standort Deutschland. Eigentlich wollte Terra-E bis 2028 eine Produktionsstätte mit einer Kapazität von 34 Mio. kWh aufbauen und dafür rund 4 Mrd. Euro investieren.

Auf dem Tag genau vor einem Jahr, am 10. Oktober 2017, teilte Terra-E die Gründung der Tochtergesellschaft Terra-E Engineering mit. Das Unternehmen sollte als Planungsgesellschaft für das künftige Batteriewerk aktiv werden. Die Verkündung eines konkreten Standorts der Fabrik – zeitweise war sogar von zwei Standorten die Rede – wurde immer wieder angekündigt, aber bislang nie ausgeführt.

Geplant war, die Fabrik als „Foundry“ zu betreiben, in dem Terra-E die Werkshallen betreibt und Kunden die Möglichkeit gibt, dort Batteriezellen nach eigenen Anforderungen fertigen lassen. Mit den verschiedenen Zellformaten sollte die Industrie und der Markt für Elektromobilität bedient werden.

Generell wurde es im Jahresverlauf ruhig um das Terra-E-Konsortium, das aus 19 Maschinen- und Anlagenbauern, Chemieunternehmen und Verarbeitern von Batteriezellen aus Deutschland besteht. Die letzte offizielle Mitteilung liegt inzwischen mehrere Monate zurück.

Terra-E-Geschäftsführer Holger Gritzka erklärte noch im Juni dieses Jahres im E&M-Interview, dass man „im vierten Quartal 2019 die ersten Produkte an die Hersteller von Antriebsbatterien für E-Autos ausliefern und bis 2020 die Produktion auf 1,5 Gigawattstunden“ steigern wolle.

Terra-E erschien im Frühjahr 2017 unerwartet und plötzlich. Genauso spontan könnte nun der Abschied sein.
 

Jonas Rosenberger
Redakteur
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Mittwoch, 10.10.2018, 17:09 Uhr

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