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Bild: Fotolia.com, alphaspirit
STUDIEN:
Angst vor Fehlinvestitionen
Digitalisierung wird von einer Mehrheit im Energiemarkt als Chance wahrgenommen. Doch viele Unternehmen scheinen sich bei den erforderlichen Investitionen noch zurückzuhalten.
 
Die Digitalisierung ist ein weites Feld. Das zeigt sich wieder an einer Studie zu diesem Thema, die diesmal die Becker Büttner Held Consulting AG in München
zusammen mit der Anwaltskanzklei Becker Büttner Held für den Arbeitskreis Regulierung Elektrizität Gas Telekommunikation Post erarbeitet hat.

Wenig verwunderlich, dass 90 % der befragten Unternehmen – insgesamt waren es 68 Stadtwerke und Verteilnetzbetreiber – durch die Digitalisierung einen grundlegenden Wandel des Energiemarkts erwarten, der eine Anpassung der eigenen Geschäftstätigkeit erforderlich macht. Das Autorenteam unter der Leitung von Vorstand Andreas Lied zeigte sich dann allerdings erstaunt über die anscheinend geringe Bereitschaft bei zahlreichen Unternehmen, in neue Geschäftsmodelle zu investieren und digitale Produkte ins Sortiment aufzunehmen. Wenn überhaupt vorhanden, beschränke sich das digitale Angebot meist auf Tarifrechner oder Online-Kundenportale.

Zwar unterstützt nach den Erkenntnissen der Verfasser die Mehrheit der kommunalen Unternehmen ihre Kunden bei der dezentralen Erzeugung mit Beratungsleistungen oder Contracting-Modellen. Unter den größeren Stadtwerken halten sich jedoch die, die dezentrale Erzeugung als potenzielles Geschäftsfeld sehen, und die, die ihr eher weniger Bedeutung beimessen die Waage.

Die Autarkiebestrebungen der Kunden scheinen der Studie zufolge insgesamt den größeren Unternehmen immer noch ein Dorn im Auge zu sein. Während vor allem die mittleren Unternehmen entsprechende Angebote im Sortiment haben, verzichten die Großen in der Regel noch darauf.

Den Chancen der Digitalisierung, wie die Potenziale zur Prozessoptimierung, eine effektive Nutzung von Daten und schließlich die Möglichkeit, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln stellen die Befragten vor allem die mit hohen Investitionen verbundenen Risiken gegenüber. Die sprungfixen Investitionen, die beispielsweise die Verknüpfung von Energie, Telekommunikation und interner Automatisierung mit sich bringe, forderten Skaleneffekte, um die Rentabilität des Unternehmens nicht zu beeinträchtigen – das alles vor dem Hintergrund eines fundamentalen Wandels des gesamten Marktes. Da könne man durchaus von Zurückhaltung oder gar Angst der Energieversorger sprechen, möglichst keine falschen Investitionen in neue Technologien oder Angebote zur Energie-Autarkie zu tätigen, so die Autoren der Studie.

In dieses Bild passt auch die Erkenntnis, dass die Mehrheit der kommunalen Unternehmen Kooperationen als sinnvolle Möglichkeit sieht, die Digitalisierung von Prozessen und Geschäftsmodellen umzusetzen. Die Autoren sehen den Zusammenschluss zu Kooperationen und die Nutzung von entsprechenden Plattform jetzt sogar als „Pflichtübung“.

Einen besonderen Blick werfen die Verfasser auf das Smart Metering, das als Rückgrat vieler Digitalisierungsansätze, insbesondere für datenbasierte Vertriebsprodukte, gilt. Alle befragten Verteilnetzbetreiber wollen demnach die ihnen vom Gesetzgeber zugedachte Rolle des sogenannten Grundzuständigen Messstellenbetreibers erfüllen. Über das eigene Netzgebiet hinaus und damit als wettbewerblicher Messstellenbetreiber jenseits von restriktiven Undbundling-Vorschriften tätig werden wollen nur die wenigsten Unternehmen. Von jenen, die es sich doch vorstellen können, den wettbewerblichen Messstellenbetrieb als neues Geschäftsfeld einzuführen, ist die Mehrzahl (60 %) allerdings der mittleren Kategorie zuzurechnen.

Die Gruppierung der Studienteilnehmer richtet sich nach der Anzahl der Zählpunkte des jeweiligen Unternehmens. Die „kleinen“ Unternehmen haben weniger als 30 000 Zählpunkte, die „mittleren“ zwischen 30 000 und 100 000 und die „großen“ über 100 000 Zählpunkte. Nach Angaben der Autoren reichte die Zahl der Entnahmestellen bei den befragten von 5 000 bis 430 000.

Die Studie kann über die Internetseite von Becker Büttner Held   angefordert werden.
 

Fritz Wilhelm
Stellvertretender Chefredakteur
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Dienstag, 16.05.2017, 16:06 Uhr

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