Techniker während eines Kontrollrundgangs in einem Umspannwerk. Quelle: 50 Hertz
Vor dem Hintergrund des steigenden Strombedarfs erweitert 50 Hertz das Umspannwerk Wustermark. Unter anderem soll dort ein Rechenzentrum mit 300 MW angeschlossen werden.
Der Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz hat mit dem Ausbau seines Umspannwerks Wustermark westlich von Berlin begonnen. Anlass ist nach Angaben des Unternehmens der wachsende Strombedarf in der Region, insbesondere durch neue industrielle und digitale Großverbraucher. Ein wesentlicher Treiber ist der geplante Anschluss eines Rechenzentrums des Betreibers Virtus mit einer Anschlussleistung von 300 MW. Die Arbeiten am Umspannwerk sollen bis 2028 abgeschlossen sein, teilte 50 Hertz in einer Mitteilung vom 7. Oktober mit.
50 Hertz mit Sitz in Berlin betreibt das Übertragungsnetz im Norden und Osten Deutschlands. Das Umspannwerk Wustermark entstand bereits Anfang der 1990er-Jahre und wurde seitdem mehrfach erweitert und modernisiert. Mit der nun begonnenen Ausbaustufe will der Netzbetreiber den Standort für zusätzliche große Stromverbraucher ertüchtigen. Konkret errichtet 50 Hertz zwei zusätzliche 380-kV-Schaltfelder und ein weiteres 380-kV-Reserve-Leerfeld. Hinzu kommt eine zweite 380-kV-Querkupplung. Außerdem passt der Netzbetreiber die Schutz- und Leittechnik an.
Netzknoten wird für Großverbraucher ausgebaut
Für das geplante Rechenzentrum will 50 Hertz zusätzliche Anlagen für einen sogenannten n-1-sicheren Netzanschluss mit 300 MW Anschlussleistung schaffen. N-1-Sicherheit bedeutet, dass die Versorgung auch beim Ausfall eines einzelnen Betriebsmittels grundsätzlich aufrechterhalten werden kann. Das Rechenzentrum soll damit direkt an das Höchstspannungsnetz angebunden werden.
Das Umspannwerk Wustermark ist Teil des 380-kV-Nordrings um Berlin. Dieser verbindet die Umspannwerke Wustermark und Neuenhagen und spielt laut 50 Hertz eine wichtige Rolle für die Stromversorgung der Hauptstadtregion. Mit dem Ausbau reagiert der Netzbetreiber nicht allein auf den einzelnen Anschluss, sondern verstärkt zugleich einen bestehenden Knoten im 380-kV-Netz.
Dirk Biermann, Geschäftsführer Operations bei 50 Hertz, verweist auf die wachsende Bedeutung Berlin-Brandenburgs als Standort für digitale Infrastruktur. Die Erweiterung solle es ermöglichen, neue Unternehmensansiedlungen zuverlässig mit Strom zu versorgen. Zugleich sieht 50 Hertz darin eine Stärkung der regionalen Netzinfrastruktur und einen Beitrag zur Aufnahme erneuerbarer Energien.
50 Hertz versorgt rund 18 Millionen Menschen
Das Höchstspannungsnetz von 50 Hertz umfasst nach Unternehmensangaben eine Stromkreislänge von mehr als 10.000 Kilometern. Das Netzgebiet erstreckt sich über Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie Berlin und Hamburg.
Rund 2.500 Beschäftigte sichern dort die Stromversorgung für etwa 18 Millionen Menschen. Bis 2032 will der Übertragungsnetzbetreiber übers Jahr gerechnet 100 Prozent erneuerbare Energien sicher in Netz und System integrieren. An 50 Hertz hält die belgische Elia Group 80 Prozent, die KfW Bankengruppe 20 Prozent. (ds)
Mittwoch, 7.10.2026, 12:51 Uhr
Davina Spohn
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