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Die Energieversorgung Mittelrhein AG (EVM) will ihre Kunden in Zukunft vollständig aus regionalen erneuerbaren Quellen versorgen.
Die Stadtwerke-Kooperation Trianel begleitet die Energieversorgung Mittelrhein AG (evm) bei der strategischen Weiterentwicklung ihres Unternehmens in Richtung Klimaneutralität. Laut einer Mitteilung der Trianel strebt EVM an, den gesamten Strombedarf ihrer Privat- und Gewerbekunden spätestens ab 2035 vollständig aus lokaler erneuerbarer Erzeugung zu decken und ihre Position als Grünstromanbieter auszubauen. Vor diesem Hintergrund spricht EVM-Vorstand Christoph Hesse von einer „klaren Ökostromstrategie“.
Grundlage des Projekts ist eine umfassende Analyse der bestehenden EVM-Anlagen sowie die Ableitung einer Roadmap bis 2030. Im ersten Projektschritt seien das Zielbild der EVM, Annahmen zu langfristigen Preisentwicklungen, Markterwartungen und regulatorischen Rahmenbedingungen analysiert und mit der Asset-Strategie von Trianel abgeglichen worden. Dabei seien ein optimaler Asset-Mix, mögliche Vermarktungswege – einschließlich der Nutzung eines virtuellen Kraftwerks – sowie kurzfristig umsetzbare Maßnahmen identifiziert worden. Ergebnis sei ein diversifiziertes Portfolioziel aus eigenen Anlagen und Power-Purchase-Agreements, das die Grünstromstrategie der EVM unterstützen solle.
Auf dieser Basis würden nun die Potenziale einer Bewirtschaftung über ein virtuelles Kraftwerk vertiefend geprüft, wobei das virtuelle Kraftwerk von Trianel als Referenz diene. Abschließend solle gemeinsam über eine Make-or-Buy-Strategie entschieden werden. Der Aufbau eigener Handels- und Bewirtschaftungsstrukturen, etwa für den Intraday-Handel, sei mit hoher Komplexität und zusätzlichen Kosten verbunden und müsse sorgfältig bewertet werden.
In einer Mitteilung im vergangenen Herbst hatte Steffen Weil, Bereichsleiter Erzeugung und Energieanwendungen bei der EVM, die Ökostromerzeugung in eigenen Anlagen mit rund 90 Millionen kWh pro Jahr angegeben. Um bis 2035 den gesamten Bedarf von Privat- und Gewerbekunden aus erneuerbaren Quellen in der Region decken zu können, müsse diese Menge auf rund 550 Millionen kWh jährlich steigen.
„Dafür investieren wir in den kommenden Jahren massiv in neue Solar- und Windparks, Speichertechnologien und die Weiterentwicklung unseres Stromnetzes“, hatte Weil anlässlich des zehnjährigen Bestehens des 8,3-MW-Solarparks Hachenburg angekündigt.
Donnerstag, 5.02.2026, 15:15 Uhr
Fritz Wilhelm
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