Quelle: Katia Meyer-Tien
Der französische Energiekonzern Totalenergies fasst sein Stromgeschäft in Deutschland in einer neuen Organisationseinheit zusammen. Das Ladegeschäft allerdings bleibt davon getrennt.
Die Einheit „Integrated Power Germany“ bei den deutschen Landesgesellschaften von Totalenergies bündelt seit 1. September folgende Tochtergesellschaften: Quadra Energy (Erneuerbaren-Direktvermarktung, Trading, Portfolio-, Risiko-, Energie- und Datenmanagement), Kyon Energy (Projektierung von Großbatteriespeichern), die VSB-Gruppe (Erneuerbaren-Projektierung an Land) sowie das deutsche Offshorewind-Geschäft des Konzerns.
Alexandre Duret-Proux hat die Leitung der neuen Einheit als Managing Director übernommen. Das Totalenergies-Urgestein war zuletzt seit Dezember 2024 Vice President M&A der Sparte „Gas, Renewables & Power“, so das Portal Energies Newstank.
Total hatte in den Jahren 2023 bis 2025 für knapp 8 Milliarden Euro Flächen für insgesamt 5.500 MW deutsche Meereswindkraft ersteigert. Im Gegensatz zu BP gibt es Anhaltspunkte dafür, dass die Franzosen dieses Engagement immer noch ernst nehmen. Im Rahmen seiner deutschen Einkaufstour wurde 2023 Quadra erworben, 2024 Kyon Energy und 2025 die VSB-Gruppe.
Krings neuerdings alleiniger Quadra-Chef
Ziel der Neuordnung ist laut Quadra-Chef Thomas Krings: „Als Marktführer in der Aggregation erneuerbarer Energien integrieren wir Erzeugungs- und Flexibilitätsanlagen in das Stromsystem und sorgen für die optimale Vermarktung Erneuerbarer. Durch die engere Zusammenarbeit erschließen wir weitere Potenziale entlang der Wertschöpfungskette für Integrated Power Germany und unsere Kunden“. Krings fungiert seit Juli 2025 als Alleingeschäftsführer der Quadra Energy GmbH, die jetzt als „Quadra Energy Sales & Origination“ gebrandet wird. Krings` bisherige Kollegen Antonios Gazeas und Marcus Zander schieden im Juli auf eigenen Wunsch aus der Geschäftsführung aus.
Das Fahrgeschäft ist auf dem absteigenden Ast
Bemerkenswert ist auch, dass das deutsche Ladeinfrastruktur-Geschäft von Totalenergies nicht in die Einheit „Integrated Power Germany“ integriert wird, obwohl einige Synergien denkbar wären, allein mit Ökostrom-Beschaffung und Batterielösungen zur Überwindung von Netzengpässen. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass Total die Reste seines hiesigen Fahrstrom-Geschäfts früher oder später ebenfalls loswerden möchte.
Erst im Juli hatte Totalenergies Deutschland sein B2B-Ladegeschäft mit stattlichen 6.000 nichtöffentlichen Ladepunkten verkauft, und zwar an die auf Einkaufstour befindliche Cubos (wir berichteten). Übrig bleibt das tendenziell weniger lukrative B2C-Fahrstromgeschäft von Totalenergies Deutschland, das noch dazu auf zwei Töchter verteilt ist: Es umfasst 1.187 öffentliche Ladepunkte. Die meisten sind bei Total Energies Charging angesiedelt und stehen auf der grünen Wiese, eine hohe zweistellige Zahl gehört aber Total Energies Marketing und damit zur Versorgungs- und Vermarktungssparte des Konzerns. (geo)
Mittwoch, 23.09.2026, 14:31 Uhr
Georg Eble
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