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Die Wettbewerber der Deutschen Telekom dominieren den Glasfaserausbau in Deutschland weiterhin. Dies zeigt der aktuelle Jahresbericht Telekommunikation der Bundesnetzagentur.
Der Glasfaserausbau legte auch 2025 deutlich zu. Die Zahl der aktiven Glasfaseranschlüsse stieg binnen eines Jahres von 5,3 auf 6,4
Millionen – bei insgesamt rund 38,8
Millionen Breitbandanschlüssen. Die Zahl der mit Glasfaser erschlossenen Adressen (Homes Passed) erhöhte sich im selben Zeitraum um 3,3
Millionen auf 24,5
Millionen.
Die Bundesnetzagentur bewertet Glasfaser als den wichtigsten Wachstumstreiber im Breitbandmarkt. Nach Angaben der Behörde wurden die Rückgänge bei DSL-Anschlüssen durch den Zuwachs bei Glasfaseranschlüssen inzwischen mehr als ausgeglichen. Glasfaserprodukte würden zunehmend herkömmliche DSL-Anschlüsse ersetzen.
Die Wettbewerber der Deutschen Telekom stellen beim Glasfaserausbau in Deutschland weiterhin den größten Teil der Infrastruktur. Nach Angaben der Bundesnetzagentur ist ihr Vorsprung in den vergangenen Jahren jedoch deutlich geschrumpft. Gleichzeitig spielen kommunale Betreiber und Stadtwerke weiterhin eine wichtige Rolle beim Ausbau der Netze.
Trotz der Verschiebungen bei den Ausbauanteilen verfügen die Wettbewerber weiterhin über die Mehrheit der aktiven Glasfaseranschlüsse. Ende 2025 entfielen 68
Prozent der aktiven Anschlüsse auf Wettbewerber und 32
Prozent auf die Deutsche Telekom.
Ende 2025 entfielen 56
Prozent der sogenannten Homes Passed – also der durch Glasfaser erschlossenen Adressen – auf Wettbewerber der Deutschen Telekom. Der Anteil der Telekom lag bei 44
Prozent. Fünf Jahre zuvor hatten die Wettbewerber noch 73
Prozent der erschlossenen Adressen auf sich vereint, während die Telekom auf 27
Prozent kam.
Wachsende Bedeutung von Open-Access-ModellenDie Bundesnetzagentur führt die veränderten Marktanteile vor allem auf die hohe Ausbaugeschwindigkeit der Telekom zurück. Dennoch werde der Markt weiterhin von einer Vielzahl unterschiedlicher Akteure geprägt. Bundesweit investieren nach Angaben der Behörde mehr als 200 Netzbetreiber in den Glasfaserausbau.
Auch beim offenen Netzzugang, dem sogenannten Open Access, waren kommunale Unternehmen im Berichtsjahr beteiligt. Die Bundesnetzagentur verweist in diesem Zusammenhang auf ein Streitbeilegungsverfahren der Stadtwerke Flensburg gegen den regionalen Glasfaseranbieter GVG Glasfaser. Dabei verlangten die Stadtwerke einen diskriminierungsfreien Zugang zu öffentlich geförderten Glasfasernetzen in Schleswig-Holstein. Nach einer öffentlichen mündlichen Verhandlung erzielten die Beteiligten eine Einigung, woraufhin das Verfahren beendet wurde.
Die Bundesnetzagentur wertet die Einigungen als Hinweis auf die wachsende Bedeutung offener Netzzugangsmodelle. Gerade angesichts des fortschreitenden Glasfaserausbaus gewinne die Nutzung bestehender Infrastrukturen durch mehrere Anbieter für den Wettbewerb zunehmend an Bedeutung.
Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Beispiele für eine partnerschaftliche Kooperation im Open-Access-Modell. Im März 2026 hatten beispielsweise Glasfaser Nordwest und die Stadtwerke Osnabrück eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die Stadtwerke treten damit als weiterer Telekommunikationsanbieter auf dem Glasfasernetz des Oldenburger Infrastrukturanbieters auf und vermarkten eigene Produkte in Osnabrück und Wallenhorst. Erste Kundenschaltungen sind nach Unternehmensangaben ab Juni vorgesehen. Nach Angaben der Partner umfasst das Vermarktungspotenzial knapp 90.000 Haushalte und Unternehmen.
Chance für Regionalversorger ohne große VorerfahrungGlasfaser Nordwest wurde Anfang 2020 als Joint Venture von Telekom Deutschland und dem Energiekonzern EWE gegründet. Das Unternehmen verantwortet in Teilen des Nordwestens Deutschlands den eigenwirtschaftlichen Ausbau von Glasfasernetzen sowie deren Betrieb. Die Infrastruktur wird nach Unternehmensangaben dem gesamten Telekommunikationsmarkt diskriminierungsfrei zur Verfügung gestellt.
Der Schritt der Stadtwerke zeige, dass auch Regionalversorger ohne umfassende Vorerfahrung im Telekommunikationsmarkt erfolgreich in dieses Geschäftsfeld einsteigen, hieß es in einer Mitteilung von Glasfaser Nordwest.
Die Kooperation steht exemplarisch für das Open-Access-Modell, bei dem Infrastruktur- und Vertriebsrollen getrennt sind. So können unterschiedliche Anbieter auf ein bereits verlegtes Glasfasernetz zugreifen. Kunden können ihren Anbieter frei wählen, während ein unwirtschaftlicher Doppelausbau von Glasfasernetzen in derselben Ortschaft vermieden wird. Open Access ist für Glasfasernetze gesetzlich zwar nicht geregelt, wird jedoch von zahlreichen Telekommunikations- und Netzanbietern freiwillig unterstützt
.Der
Jahresbericht der Bundesnetzagentur steht im Internet zum Download zur Verfügung.
Montag, 8.06.2026, 16:44 Uhr
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