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Energie & Management > Photovoltaik - Strom auf dem Moor
Cover der Fraunhofer-ISE-Handreichung zu Moor-PV. Quelle: Fraunhofer ISE
Photovoltaik

Strom auf dem Moor

Eine neue Handreichung des Fraunhofer ISE fasst den Stand der Technik für Moor-Photovoltaik zusammen und gibt Empfehlungen.
Moor-Photovoltaik (Moor-PV) kann nach Einschätzung eines Forschungskonsortiums die Wiedervernässung degradierter Moorflächen mit der Stromerzeugung aus Photovoltaik verbinden. Eine jetzt veröffentlichte Handreichung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) und Partnern fasst den aktuellen Wissensstand zusammen und gibt Empfehlungen für Planung, Umsetzung, Wartung und Rückbau entsprechender Anlagen. Sie richtet sich an Projektentwickler, landwirtschaftliche Betriebe, Behörden sowie weitere Interessierte. 

Moor-PV bezeichnet die Nutzung sogenannter degradierter Moorflächen zur Stromerzeugung mit Photovoltaikanlagen bei gleichzeitiger dauerhafter Wiedervernässung der Flächen. Nach Angaben des Fraunhofer ISE sind rund 70 Prozent der ursprünglich intakten Moore in Deutschland trockengelegt, um sie landwirtschaftlich nutzbar zu machen.

Derart geschädigte − „degradierte“ − Moorböden sind große Emissionsquellen. Dem Umweltbundesamt (UBA) zufolge entsprachen die Emissionen aus Moorböden im Jahr 2020 mit circa 53 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten mehr als 7 Prozent der Gesamtemissionen in Deutschland. 

Ursache dafür ist der Sauerstoff, der nach der Entwässerung zur Zersetzung der im Torfboden eingeschlossenen abgestorbenen Pflanzenteile führt. Im Vergleich zum langsamen Aufbau des Torfkörpers, in dem über Jahrtausende Kohlenstoff gebunden wurde, vollzieht sich der Zersetzungsprozess wesentlich schneller und der gespeicherte Kohlenstoff wird in Form von CO2 freigesetzt, schreibt das UBA auf seiner Internetseite,

Je stärker ein Moor trockengelegt wurde, desto höher sind die Emissionen aus der Fläche, heißt es dort weiter. So seien Emissionen aus Moorböden, die als Ackerflächen genutzt werden, mit circa 40 Tonnen CO2-Äquivalenten pro Hektar und Jahr besonders hoch. Aber auch entwässerte Moorböden, die forstwirtschaftlich oder gar nicht spezifisch genutzt würden, emittierten mehr als 20 Tonnen CO2-Äquivalente pro Hektar und Jahr. Intakte Moore hingegen könnten weiteren Kohlenstoff aus der Atmosphäre binden, wenn die Torfschicht wächst. 

Klimaschutz und zusätzliche Einnahmen verbinden

Die Bundesregierung fördert auf Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes seit 2023 die Stromproduktion auf wiedervernässten Moorböden, die zuvor für landwirtschaftliche Zwecke entwässert wurden. Die Kombination aus Wiedervernässung und Photovoltaik könne zusätzliche Einnahmen für landwirtschaftliche Betriebe und Flächeneigentümer schaffen und zugleich den Flächendruck beim Ausbau erneuerbarer Energien verringern, schreiben die Autoren der neuen Handreichung. 

Intakte Moorflächen müssten dabei allerdings weiterhin geschützt werden: „Wichtig ist, für die Doppelnutzung aus Moorböden und Photovoltaik nur entwässerte und stark degradierte Flächen zu erschließen“, sagt PD Dr. Franziska Tanneberger, Leiterin des Greifswald Moor Centrum und Wissenschaftlerin an der Universität Greifswald. „Naturschutzfachlich wertvolle Moore und Moorböden innerhalb gesetzlicher Schutzgebiete sollten ausgenommen sein.“ 

An der Ausarbeitung der Handreichung waren neben dem Fraunhofer ISE das Greifswald Moor Centrum, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Georg-August-Universität Göttingen und die Kanzlei Becker Büttner Held (BBH) beteiligt. (kmt)

Das PDF der Handreichung „Moor-PV: Doppelter Klimaschutz durch Photovoltaik-Systeme auf wiedervernässten Moorböden“ ist auf den Internetseiten des Fraunhofer ISE abrufbar. 



 

Donnerstag, 23.07.2026, 08:47 Uhr
Katia Meyer-Tien
Energie & Management > Photovoltaik - Strom auf dem Moor
Cover der Fraunhofer-ISE-Handreichung zu Moor-PV. Quelle: Fraunhofer ISE
Photovoltaik
Strom auf dem Moor
Eine neue Handreichung des Fraunhofer ISE fasst den Stand der Technik für Moor-Photovoltaik zusammen und gibt Empfehlungen.
Moor-Photovoltaik (Moor-PV) kann nach Einschätzung eines Forschungskonsortiums die Wiedervernässung degradierter Moorflächen mit der Stromerzeugung aus Photovoltaik verbinden. Eine jetzt veröffentlichte Handreichung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) und Partnern fasst den aktuellen Wissensstand zusammen und gibt Empfehlungen für Planung, Umsetzung, Wartung und Rückbau entsprechender Anlagen. Sie richtet sich an Projektentwickler, landwirtschaftliche Betriebe, Behörden sowie weitere Interessierte. 

Moor-PV bezeichnet die Nutzung sogenannter degradierter Moorflächen zur Stromerzeugung mit Photovoltaikanlagen bei gleichzeitiger dauerhafter Wiedervernässung der Flächen. Nach Angaben des Fraunhofer ISE sind rund 70 Prozent der ursprünglich intakten Moore in Deutschland trockengelegt, um sie landwirtschaftlich nutzbar zu machen.

Derart geschädigte − „degradierte“ − Moorböden sind große Emissionsquellen. Dem Umweltbundesamt (UBA) zufolge entsprachen die Emissionen aus Moorböden im Jahr 2020 mit circa 53 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten mehr als 7 Prozent der Gesamtemissionen in Deutschland. 

Ursache dafür ist der Sauerstoff, der nach der Entwässerung zur Zersetzung der im Torfboden eingeschlossenen abgestorbenen Pflanzenteile führt. Im Vergleich zum langsamen Aufbau des Torfkörpers, in dem über Jahrtausende Kohlenstoff gebunden wurde, vollzieht sich der Zersetzungsprozess wesentlich schneller und der gespeicherte Kohlenstoff wird in Form von CO2 freigesetzt, schreibt das UBA auf seiner Internetseite,

Je stärker ein Moor trockengelegt wurde, desto höher sind die Emissionen aus der Fläche, heißt es dort weiter. So seien Emissionen aus Moorböden, die als Ackerflächen genutzt werden, mit circa 40 Tonnen CO2-Äquivalenten pro Hektar und Jahr besonders hoch. Aber auch entwässerte Moorböden, die forstwirtschaftlich oder gar nicht spezifisch genutzt würden, emittierten mehr als 20 Tonnen CO2-Äquivalente pro Hektar und Jahr. Intakte Moore hingegen könnten weiteren Kohlenstoff aus der Atmosphäre binden, wenn die Torfschicht wächst. 

Klimaschutz und zusätzliche Einnahmen verbinden

Die Bundesregierung fördert auf Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes seit 2023 die Stromproduktion auf wiedervernässten Moorböden, die zuvor für landwirtschaftliche Zwecke entwässert wurden. Die Kombination aus Wiedervernässung und Photovoltaik könne zusätzliche Einnahmen für landwirtschaftliche Betriebe und Flächeneigentümer schaffen und zugleich den Flächendruck beim Ausbau erneuerbarer Energien verringern, schreiben die Autoren der neuen Handreichung. 

Intakte Moorflächen müssten dabei allerdings weiterhin geschützt werden: „Wichtig ist, für die Doppelnutzung aus Moorböden und Photovoltaik nur entwässerte und stark degradierte Flächen zu erschließen“, sagt PD Dr. Franziska Tanneberger, Leiterin des Greifswald Moor Centrum und Wissenschaftlerin an der Universität Greifswald. „Naturschutzfachlich wertvolle Moore und Moorböden innerhalb gesetzlicher Schutzgebiete sollten ausgenommen sein.“ 

An der Ausarbeitung der Handreichung waren neben dem Fraunhofer ISE das Greifswald Moor Centrum, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Georg-August-Universität Göttingen und die Kanzlei Becker Büttner Held (BBH) beteiligt. (kmt)

Das PDF der Handreichung „Moor-PV: Doppelter Klimaschutz durch Photovoltaik-Systeme auf wiedervernässten Moorböden“ ist auf den Internetseiten des Fraunhofer ISE abrufbar. 



 

Donnerstag, 23.07.2026, 08:47 Uhr
Katia Meyer-Tien

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