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Im mittelbadischen Bruchsal entsteht ein Großbatteriespeicher auf Basis von Zink-Bromid-Technologie. Die Stadtwerke sind ein Partner des Vorhabens in einem Technologiepark.
Im Triwo Technopark in Bruchsal entsteht nach Angaben der Projektpartner eines der ersten europäischen Großbatteriespeicherprojekte auf Basis von Zink-Bromid-Batterien. Das Vorhaben wird von „CAPAC Energy“ gemeinsam mit den Stadtwerken Bruchsal, der „TRIWO AG“ und der „JP Holding“ umgesetzt. Die Beteiligten sehen darin einen Beitrag zur Erweiterung des europäischen Marktes für stationäre Energiespeicher und zur Diversifizierung der bislang stark von Lithium-Ionen-Technologien geprägten Speicherlandschaft.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Errichtung eines Großspeichers mit 36 Energiecontainern. Die Anlage soll noch in diesem Jahr geliefert und anschließend in Betrieb genommen werden. Weitere Projekte befänden sich bereits in Planung, hieß es.
Eine zentrale Rolle übernehmen die Stadtwerke Bruchsal. Der kommunale Versorger begleitet das Projekt als regionaler Energiedienstleister und Betreiber der örtlichen Energieinfrastruktur. Oberbürgermeister Sven Weigt (CDU) verwies darauf, dass die Stadt mit dem Vorhaben ihre Position als Innovationsstandort weiter ausbauen könne.
Nach Angaben von Sebastian Haag, Geschäftsführer der Stadtwerke Bruchsal, steht für das Unternehmen im Vordergrund, dass das Vorhaben technologisch, sicherheitstechnisch und wirtschaftlich überzeugt. Die Beteiligung an dem Projekt unterstreiche das Interesse der Stadtwerke an neuen Ansätzen für die Energieinfrastruktur.
Das Speicherprojekt ist zugleich Teil einer größeren Vereinbarung zwischen Capac Energy und dem US-Unternehmen Eos Energy Enterprises. Beide Firmen haben ein Rahmenabkommen über die Lieferung von insgesamt 2 Millionen kWh Speicherkapazität auf Basis der Eos-Z3-Technologie für Deutschland, Österreich und die Schweiz geschlossen. Die Vereinbarung läuft bis Ende 2031. Capac Energy übernimmt dabei als exklusiver Partner von Eos in der DACH-Region die Entwicklung, Planung, Umsetzung und technische Betriebsführung entsprechender Projekte.
Geringere Abhängigkeit von globalen Lieferketten
Die in Bruchsal eingesetzte Zink-Bromid-Technologie unterscheidet sich von Lithium-Ionen-Systemen unter anderem durch ihre Rohstoffbasis. Nach Angaben der Projektpartner kommen weder Lithium noch Kobalt oder Nickel zum Einsatz, wodurch die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen und global konzentrierten Lieferketten verringert werden könne. Zudem sei die Technologie für stationäre Anwendungen mit häufigen Lade- und Entladezyklen entwickelt worden. Als weitere Merkmale nennen die Unternehmen eine lange Nutzungsdauer sowie ein wasserbasiertes Elektrolytsystem.
Das Projekt in Bruchsal ist als eigenständiges Infrastruktur-Vorhaben konzipiert. Erlöse sollen unter anderem durch den Energiehandel day-ahead und intraday sowie durch die Bereitstellung von Flexibilität und weiteren Systemdienstleistungen erzielt werden. Die Vermarktung soll mithilfe automatisierter Handels- und Optimierungsverfahren (Algotrading) erfolgen.
Neben den Stadtwerken Bruchsal bringen die Triwo AG als Standort- und Infrastrukturpartner sowie die JP Holding als Investor ihre jeweiligen Kompetenzen in das Projekt ein. Für Capac Energy markiert das Vorhaben den Einstieg in den europäischen Markt für zinkbasierte Großspeicher. Nach Unternehmensangaben befindet sich das Projekt in Bruchsal bereits in der Umsetzung und soll bis Ende 2026 ans Netz gehen.
Montag, 22.06.2026, 15:26 Uhr
Fritz Wilhelm
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