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Energie & Management > Contracting - Sandhausen setzt auf Contracting für den Nahwärmeumbau
Quelle: Shutterstock / Boiko Y
Contracting

Sandhausen setzt auf Contracting für den Nahwärmeumbau

Engie Deutschland setzt für die baden-württembergische Gemeinde Sandhausen eines der ersten Projekte der kommunalen Wärmeplanung um. 
Engie Deutschland hat zum 1. August die Nahwärmeversorgung für das Schulzentrum, den Kindergarten Wirbelwind sowie für die Quartiere „Große Mühllach I+II“ im baden-württembergischen Sandhausen südlich von Heidelberg übernommen, teilte das Unternehmen mit. Dazu haben die Stadt und der Energiedienstleister sich auf ein Energieliefer-Contracting verständigt. Der Vertrag läuft 25 Jahre und umfasst Betrieb und Optimierung sowie die schrittweise Dekarbonisierung des bestehenden Wärmenetzes mit rund 300 Hausübergabestationen und mit einem jährlichen Wärmebedarf von etwa 6.000 MWh. 

Kern des Projekts ist der stufenweise Umbau der Wärmeerzeugung: Zum Versorgungsstart 2026 soll das Netz nach Auskunft von Engie zunächst mit Gas betrieben werden. Von 2027 an verantwortet Engie den Bau eines neuen Gas-Brennwertkessels und die Erstellung eines Transformationsplans.

Bis zum Jahr 2030 soll eine Pelletkesselanlage installiert werden, die dann rund 80 Prozent der Wärmeerzeugung übernimmt. Ergänzt werden soll der Mix durch den Gasbrennwertkessel zur Spitzenlast- und Redundanzabdeckung sowie durch ein Blockheizkraftwerk für den Betriebsstrom. Ab 2040 plant das Team von Engie Deutschland die Umstellung der gasabhängigen Erzeuger auf Biomethan. Die Wärmeversorgung soll damit einen Anteil von 100 Prozent erneuerbarer Energien erreichen.

Betrieb und Anlagen gehen später an die Gemeinde

Mit diesem Umbau sinken die CO2-Emissionen laut dem Contracting-Dienstleister von 1.068 Tonnen im Jahr 2026 auf etwa 310 Tonnen im Jahr 2030, ein Rückgang um rund 71 Prozent. Zum Ende der Vertragslaufzeit 2051 gehen die Wärmeerzeugungsanlagen in das Eigentum der Gemeinde Sandhausen über.

Für die Stadt liegt der Vorteil insbesondere darin, dass sie die Investitionskosten nicht stemmen müssen. „Bei Engie Deutschland bringen wir neben der Technik insbesondere die Finanzierungs- und Fördererfahrung mit, um ein bestehendes Netz Schritt für Schritt auf 100 Prozent erneuerbare Energien umzustellen“, erklärte Niklas Wiegand, Geschäftsführer der Engie Deutschland GmbH.

Engie betreibt nach eigenen Angaben bundesweit rund 100 Wärmenetze und begleitet Kommunen bei der Umstellung ihrer Wärmeversorgung. Nach Angaben des Unternehmens zählt das Vorhaben zu den ersten Projekten, die aus der kommunalen Wärmeplanung in Sandhausen hervorgehen. Die Partner wollen Fördermittel aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) für den Transformationsplan sowie für den Umbau des Netzes beantragen.

Beim Energieliefer-Contracting überträgt der Eigentümer einer Liegenschaft die Planung, Finanzierung, Errichtung, den Betrieb und die Instandhaltung der Energieversorgungsanlage an einen Contractor. Dieser investiert in die Anlagentechnik und liefert dem Auftraggeber die vereinbarte Nutzenergie, etwa Wärme, zu vertraglich festgelegten Konditionen. Der Auftraggeber vergütet die Leistung in der Regel über einen Grundpreis für die Bereitstellung der Anlage sowie einen verbrauchsabhängigen Arbeitspreis für die gelieferte Energie. (hr)
 
Startschuss für die Wärmewende in Sandhausen: Niklas Wiegand (links), Geschäftsführer von Engie Deutschland, und Hakan Günes, Bürgermeister von Sandhausen, haben den Vertrag über die Nahwärmeversorgung unterzeichnet
Quelle: Engie Deutschland GmbH

Dienstag, 4.08.2026, 13:11 Uhr
Heidi Roider
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Quelle: Shutterstock / Boiko Y
Contracting
Sandhausen setzt auf Contracting für den Nahwärmeumbau
Engie Deutschland setzt für die baden-württembergische Gemeinde Sandhausen eines der ersten Projekte der kommunalen Wärmeplanung um. 
Engie Deutschland hat zum 1. August die Nahwärmeversorgung für das Schulzentrum, den Kindergarten Wirbelwind sowie für die Quartiere „Große Mühllach I+II“ im baden-württembergischen Sandhausen südlich von Heidelberg übernommen, teilte das Unternehmen mit. Dazu haben die Stadt und der Energiedienstleister sich auf ein Energieliefer-Contracting verständigt. Der Vertrag läuft 25 Jahre und umfasst Betrieb und Optimierung sowie die schrittweise Dekarbonisierung des bestehenden Wärmenetzes mit rund 300 Hausübergabestationen und mit einem jährlichen Wärmebedarf von etwa 6.000 MWh. 

Kern des Projekts ist der stufenweise Umbau der Wärmeerzeugung: Zum Versorgungsstart 2026 soll das Netz nach Auskunft von Engie zunächst mit Gas betrieben werden. Von 2027 an verantwortet Engie den Bau eines neuen Gas-Brennwertkessels und die Erstellung eines Transformationsplans.

Bis zum Jahr 2030 soll eine Pelletkesselanlage installiert werden, die dann rund 80 Prozent der Wärmeerzeugung übernimmt. Ergänzt werden soll der Mix durch den Gasbrennwertkessel zur Spitzenlast- und Redundanzabdeckung sowie durch ein Blockheizkraftwerk für den Betriebsstrom. Ab 2040 plant das Team von Engie Deutschland die Umstellung der gasabhängigen Erzeuger auf Biomethan. Die Wärmeversorgung soll damit einen Anteil von 100 Prozent erneuerbarer Energien erreichen.

Betrieb und Anlagen gehen später an die Gemeinde

Mit diesem Umbau sinken die CO2-Emissionen laut dem Contracting-Dienstleister von 1.068 Tonnen im Jahr 2026 auf etwa 310 Tonnen im Jahr 2030, ein Rückgang um rund 71 Prozent. Zum Ende der Vertragslaufzeit 2051 gehen die Wärmeerzeugungsanlagen in das Eigentum der Gemeinde Sandhausen über.

Für die Stadt liegt der Vorteil insbesondere darin, dass sie die Investitionskosten nicht stemmen müssen. „Bei Engie Deutschland bringen wir neben der Technik insbesondere die Finanzierungs- und Fördererfahrung mit, um ein bestehendes Netz Schritt für Schritt auf 100 Prozent erneuerbare Energien umzustellen“, erklärte Niklas Wiegand, Geschäftsführer der Engie Deutschland GmbH.

Engie betreibt nach eigenen Angaben bundesweit rund 100 Wärmenetze und begleitet Kommunen bei der Umstellung ihrer Wärmeversorgung. Nach Angaben des Unternehmens zählt das Vorhaben zu den ersten Projekten, die aus der kommunalen Wärmeplanung in Sandhausen hervorgehen. Die Partner wollen Fördermittel aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) für den Transformationsplan sowie für den Umbau des Netzes beantragen.

Beim Energieliefer-Contracting überträgt der Eigentümer einer Liegenschaft die Planung, Finanzierung, Errichtung, den Betrieb und die Instandhaltung der Energieversorgungsanlage an einen Contractor. Dieser investiert in die Anlagentechnik und liefert dem Auftraggeber die vereinbarte Nutzenergie, etwa Wärme, zu vertraglich festgelegten Konditionen. Der Auftraggeber vergütet die Leistung in der Regel über einen Grundpreis für die Bereitstellung der Anlage sowie einen verbrauchsabhängigen Arbeitspreis für die gelieferte Energie. (hr)
 
Startschuss für die Wärmewende in Sandhausen: Niklas Wiegand (links), Geschäftsführer von Engie Deutschland, und Hakan Günes, Bürgermeister von Sandhausen, haben den Vertrag über die Nahwärmeversorgung unterzeichnet
Quelle: Engie Deutschland GmbH

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Heidi Roider

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