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Energie & Management > Aus Der Aktuellen Ausgabe - Sagen Sie mal: Bahadir Basdere
Quelle: E&M
Aus Der Aktuellen Ausgabe

Sagen Sie mal: Bahadir Basdere

In der E&M-Rubrik „Sagen Sie mal“ stellen wir ein paar kurze Fragen und bitten um kurze Antworten zu einem aktuellen Thema.
Herr Basdere, die Trench-Tochter HSP stellt in Troisdorf in Nordrhein-Westfalen Hochspannungskomponenten für Stromnetze her. Sie produziert seit Januar auch sonntags. Was sagt das über die Nachfrage nach solchen Komponenten aus?
Die Welt elektrifiziert sich in hohem Tempo. Bis 2030 steigt der weltweite Stromverbrauch laut der Internationalen Energieagentur um doppelt so viel, wie die Europäische Union heute insgesamt verbraucht. Damit dieser Strom ankommt, müssen die Netze massiv ausgebaut werden. Die Bauteile dafür liefern wir: In Troisdorf fertigen wir Hochspannungsdurchführungen − die kritischen Verbindungen zwischen Transformator und Stromnetz. Weil die Nachfrage die bisherigen Kapazitäten stark übersteigt, bauen wir weltweit neue auf und nutzen die vorhandenen besser. Eine Fabrik kann bis zu 168 Stunden pro Woche laufen. Um dieses Potenzial voll zu nutzen, haben wir in Troisdorf gemeinsam mit dem Betriebsrat ein 24/7-Schichtmodell entwickelt, inklusive Sondergenehmigung für Sonntagsarbeit. Solche intelligenten Modelle setzen wir auch an anderen Standorten ein. Eine Branche, die wesentliche Infrastruktur baut, braucht genau diese Flexibilität.

Welche Rolle spielen fehlende Hochspannungskomponenten inzwischen als Engpass beim Ausbau der Stromnetze?

Mehrere Entwicklungen treiben den globalen Strombedarf: die Energiewende, die Elektrifizierung von Industrie und Verkehr und der Boom der Rechenzentren für KI. Die jährlichen Netzinvestitionen müssen um rund 50 Prozent steigen. Wir bauen die Komponenten, die das Stromnetz verbinden, messen und stabilisieren. Unsere Durchführungen, Wandler und Reaktoren sind mitentscheidend dafür, dass die Infrastruktur zuverlässig funktioniert oder versagt. Trench ist in fast jedem Übertragungsnetz weltweit vertreten. Genau hier liegt heute ein Flaschenhals beim Netzausbau: Die Vorlaufzeiten für Hochvolt-Komponenten haben sich deutlich verlängert, weil der Boom lange nicht abzusehen war und zu wenig investiert wurde. Das ist also kein Technologieproblem. Wir schließen diese Lücke mit eigenen Investitionen und langfristigen Rahmenverträgen, die OEM (Original Equipment Manufacturer, Erstausrüster; d. Red.) und Netzbetreibern Liefersicherheit geben und uns die Planungssicherheit für neue Kapazitäten.

Die Trench Group will bis 2030 rund 400 Millionen Euro in zusätzliche Produktionskapazitäten investieren. Wie stark müssen die Kapazitäten wachsen, um mit dem geplanten Netzausbau in Deutschland und Europa Schritt zu halten?

Unser Auftragsbestand von über 2,1 Milliarden Euro ist langfristig durch Verträge mit großen Transformatorenherstellern, Utilities und Hyperscalern abgesichert. Mit den Investitionen von 400 Millionen Euro in unsere elf Werke weltweit wollen wir die Produktionskapazität bis 2030 insgesamt mehr als verdoppeln. Unser erstes US-Werk ist seit Kurzem in Betrieb. Dort fertigen wir Hochspannungsdurchführungen für den Ausbau und die Modernisierung des amerikanischen Stromnetzes. Ebenso bauen wir unsere deutschen Standorte Troisdorf und Bamberg massiv aus. Bei der Netzinfrastruktur geht es um mehr als Wirtschaft, es geht um Versorgungssicherheit und Souveränität. Ob wir das rechtzeitig schaffen, hängt auch von den politischen Rahmenbedingungen in Europa ab, etwa bei Netzplanung, Genehmigungsverfahren und langfristigen Beschaffungsprogrammen. Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Industrie und Politik. (ds)
 
Bahadir Basdere, CEO der Trench Group, mit Sitz in Berlin
Quelle: Trench Group

Dienstag, 6.10.2026, 10:33 Uhr
Davina Spohn
Energie & Management > Aus Der Aktuellen Ausgabe - Sagen Sie mal: Bahadir Basdere
Quelle: E&M
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Sagen Sie mal: Bahadir Basdere
In der E&M-Rubrik „Sagen Sie mal“ stellen wir ein paar kurze Fragen und bitten um kurze Antworten zu einem aktuellen Thema.
Herr Basdere, die Trench-Tochter HSP stellt in Troisdorf in Nordrhein-Westfalen Hochspannungskomponenten für Stromnetze her. Sie produziert seit Januar auch sonntags. Was sagt das über die Nachfrage nach solchen Komponenten aus?
Die Welt elektrifiziert sich in hohem Tempo. Bis 2030 steigt der weltweite Stromverbrauch laut der Internationalen Energieagentur um doppelt so viel, wie die Europäische Union heute insgesamt verbraucht. Damit dieser Strom ankommt, müssen die Netze massiv ausgebaut werden. Die Bauteile dafür liefern wir: In Troisdorf fertigen wir Hochspannungsdurchführungen − die kritischen Verbindungen zwischen Transformator und Stromnetz. Weil die Nachfrage die bisherigen Kapazitäten stark übersteigt, bauen wir weltweit neue auf und nutzen die vorhandenen besser. Eine Fabrik kann bis zu 168 Stunden pro Woche laufen. Um dieses Potenzial voll zu nutzen, haben wir in Troisdorf gemeinsam mit dem Betriebsrat ein 24/7-Schichtmodell entwickelt, inklusive Sondergenehmigung für Sonntagsarbeit. Solche intelligenten Modelle setzen wir auch an anderen Standorten ein. Eine Branche, die wesentliche Infrastruktur baut, braucht genau diese Flexibilität.

Welche Rolle spielen fehlende Hochspannungskomponenten inzwischen als Engpass beim Ausbau der Stromnetze?

Mehrere Entwicklungen treiben den globalen Strombedarf: die Energiewende, die Elektrifizierung von Industrie und Verkehr und der Boom der Rechenzentren für KI. Die jährlichen Netzinvestitionen müssen um rund 50 Prozent steigen. Wir bauen die Komponenten, die das Stromnetz verbinden, messen und stabilisieren. Unsere Durchführungen, Wandler und Reaktoren sind mitentscheidend dafür, dass die Infrastruktur zuverlässig funktioniert oder versagt. Trench ist in fast jedem Übertragungsnetz weltweit vertreten. Genau hier liegt heute ein Flaschenhals beim Netzausbau: Die Vorlaufzeiten für Hochvolt-Komponenten haben sich deutlich verlängert, weil der Boom lange nicht abzusehen war und zu wenig investiert wurde. Das ist also kein Technologieproblem. Wir schließen diese Lücke mit eigenen Investitionen und langfristigen Rahmenverträgen, die OEM (Original Equipment Manufacturer, Erstausrüster; d. Red.) und Netzbetreibern Liefersicherheit geben und uns die Planungssicherheit für neue Kapazitäten.

Die Trench Group will bis 2030 rund 400 Millionen Euro in zusätzliche Produktionskapazitäten investieren. Wie stark müssen die Kapazitäten wachsen, um mit dem geplanten Netzausbau in Deutschland und Europa Schritt zu halten?

Unser Auftragsbestand von über 2,1 Milliarden Euro ist langfristig durch Verträge mit großen Transformatorenherstellern, Utilities und Hyperscalern abgesichert. Mit den Investitionen von 400 Millionen Euro in unsere elf Werke weltweit wollen wir die Produktionskapazität bis 2030 insgesamt mehr als verdoppeln. Unser erstes US-Werk ist seit Kurzem in Betrieb. Dort fertigen wir Hochspannungsdurchführungen für den Ausbau und die Modernisierung des amerikanischen Stromnetzes. Ebenso bauen wir unsere deutschen Standorte Troisdorf und Bamberg massiv aus. Bei der Netzinfrastruktur geht es um mehr als Wirtschaft, es geht um Versorgungssicherheit und Souveränität. Ob wir das rechtzeitig schaffen, hängt auch von den politischen Rahmenbedingungen in Europa ab, etwa bei Netzplanung, Genehmigungsverfahren und langfristigen Beschaffungsprogrammen. Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Industrie und Politik. (ds)
 
Bahadir Basdere, CEO der Trench Group, mit Sitz in Berlin
Quelle: Trench Group

Dienstag, 6.10.2026, 10:33 Uhr
Davina Spohn

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