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Energie & Management > Bilanz - RWE setzt auf die USA
Quelle: E&M
Bilanz

RWE setzt auf die USA

Der RWE-Konzern hat seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt. Umsatz und Gewinn reichen nicht an das Vorjahr heran. Wachsen will das Unternehmen vor allem in den USA.
Trotz rückläufiger Zahlen bezeichnete Markus Krebber 2025 als „ein sehr erfolgreiches Jahr“ für RWE. Denn das, was an Gewinn übriggeblieben sei, sei am oberen Bereich der Prognose. „Unsere finanziellen Ziele haben wir klar erfüllt“, so der RWE-Vorstandsvorsitzende bei der Vorstellung des Geschäftsberichts 2025.

Der Umsatz ging erheblich auf 17,63 Milliarden Euro zurück nach 24,22 Milliarden Euro im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) sank von 5,68 Milliarden Euro auf 5,09 Milliarden Euro, ein Minus von 593 Millionen Euro. Das bereinigte Nettoergebnis liegt bei 1,80 Milliarden Euro nach 2,32 Milliarden Euro im Jahr 2024, auch hier ein Minus von 519 Millionen Euro.

RWE verdiente 2025 vor allem deshalb weniger, weil sich laut Bilanzbericht die Margen aus dem Terminverkauf von Strom nach dem hohen Niveau von 2024 normalisierten, die Windverhältnisse in Europa schwächer ausfielen und auch der Energiehandel deutlich weniger zum Ergebnis beitrug.

Die Segmente im Einzelnen:

Im Bereich Offshore Wind lag das bereinigte Ebitda bei 1,49 Milliarden Euro und damit unter dem Vorjahreswert von 1,56 Milliarden Euro. Grund waren niedrigere Strompreise für nicht abgesicherte Strommengen sowie ein schwächeres Winddargebot.

Das Segment Onshore Wind/Solar verbesserte sich dagegen deutlich. Das bereinigte Ebitda stieg von 1,50 Milliarden Euro auf 1,74 Milliarden Euro. Hauptgrund war die Inbetriebnahme neuer Anlagen, die trotz unterdurchschnittlicher Windverhältnisse für höhere Ergebnisse sorgten.

Im Bereich „Flexible Erzeugung“, der konventionellen Stromproduktion, lag das bereinigte Ebitda bei 1,41 Milliarden Euro nach 1,95 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Rückgang hängt vor allem damit zusammen, dass sich die Margen aus dem Terminverkauf von Strom „nach dem hohen Niveau von 2024 wieder normalisiert hatten“.

Im Handel erwirtschaftet das Unternehmen ein bereinigtes Ebitda von 339 Millionen Euro. Das Jahr zuvor waren es 679 Millionen Euro. Das Trading liege damit deutlich unter dem Vorjahreswert, aber „innerhalb der prognostizierten Bandbreite“, so RWE.

Zum Ergebnis beigetragen haben auch Sondereffekte. Positiv wirkte sich der Verkauf eines Entwicklungsprojekts für ein Rechenzentrum in Großbritannien aus, der einen hohen Buchgewinn brachte.

Zudem fiel der Ergebnisbeitrag der 25,1-Prozent-Beteiligung am deutschen Übertragungsnetzbetreiber Amprion deutlich höher aus als im Jahr zuvor. RWE hatte 2025 zusammen mit Apollo Global Management ein Joint Venture gegründet, das die RWE-Beteiligung an Amprion hält. Apollo zahlte dafür 3,2 Milliarden Euro und erhielt eine Beteiligung an diesem Gemeinschaftsunternehmen (wir berichteten).
 
CEO Markus Krebber
Screenshot: E&M

Für die kommenden Jahre setzt der Konzern auf Wachstum. „Mit unserem Investitionsprogramm von 35 Milliarden Euro netto bis 2031 schaffen wir neue Erzeugungskapazitäten, um den steigenden Strombedarf in Europa und den USA noch besser zu bedienen“, sagte Krebber. Die installierte Kapazität aus Erneuerbaren Energien, Batteriespeichern und flexibler Erzeugung soll um 25.000 MW auf rund 65.000 MW steigen.

Mehr als 17 Milliarden Euro Invest in den USA vorgesehen

Das Management setzt dabei auf neue Anlagen in den USA. Dort plant das Unternehmen Investitionen von 17 Milliarden Euro netto. Die installierte Kapazität soll von heute 13.000 MW auf 22.000 MW steigen. Neben Wind- und Solaranlagen sowie Batteriespeichern ist auch der Bau von Gaskraftwerken vorgesehen.

In Deutschland plant RWE Investitionen von rund 9 Milliarden Euro in flexible Back-up-Kapazitäten und große Batteriespeicher. Die entsprechende Erzeugungskapazität soll bis 2031 um 6.000 MW wachsen. Dazu gehört auch der Bau von bis zu 3.000 MW an neuen Gaskraftwerken.

Auch beim Ausbau der erneuerbaren Energien setzt der Konzern auf Wachstum. Die Offshore-Windkapazität soll bis 2031 um 5.000 MW steigen. Im Onshore-Wind- und Solargeschäft in Europa und Australien plant RWE Investitionen von 7 Milliarden Euro, um das Portfolio um weitere 5.000 MW auszubauen.

Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit einem höheren operativen Ergebnis. Das bereinigte Ebitda soll 2026 zwischen 5,2 Milliarden Euro und 5,8 Milliarden Euro liegen. Für das bereinigte Nettoergebnis erwartet RWE einen Wert zwischen 1,55 Milliarden Euro und 2,05 Milliarden Euro.
 

Donnerstag, 12.03.2026, 15:25 Uhr
Stefan Sagmeister
Energie & Management > Bilanz - RWE setzt auf die USA
Quelle: E&M
Bilanz
RWE setzt auf die USA
Der RWE-Konzern hat seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt. Umsatz und Gewinn reichen nicht an das Vorjahr heran. Wachsen will das Unternehmen vor allem in den USA.
Trotz rückläufiger Zahlen bezeichnete Markus Krebber 2025 als „ein sehr erfolgreiches Jahr“ für RWE. Denn das, was an Gewinn übriggeblieben sei, sei am oberen Bereich der Prognose. „Unsere finanziellen Ziele haben wir klar erfüllt“, so der RWE-Vorstandsvorsitzende bei der Vorstellung des Geschäftsberichts 2025.

Der Umsatz ging erheblich auf 17,63 Milliarden Euro zurück nach 24,22 Milliarden Euro im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) sank von 5,68 Milliarden Euro auf 5,09 Milliarden Euro, ein Minus von 593 Millionen Euro. Das bereinigte Nettoergebnis liegt bei 1,80 Milliarden Euro nach 2,32 Milliarden Euro im Jahr 2024, auch hier ein Minus von 519 Millionen Euro.

RWE verdiente 2025 vor allem deshalb weniger, weil sich laut Bilanzbericht die Margen aus dem Terminverkauf von Strom nach dem hohen Niveau von 2024 normalisierten, die Windverhältnisse in Europa schwächer ausfielen und auch der Energiehandel deutlich weniger zum Ergebnis beitrug.

Die Segmente im Einzelnen:

Im Bereich Offshore Wind lag das bereinigte Ebitda bei 1,49 Milliarden Euro und damit unter dem Vorjahreswert von 1,56 Milliarden Euro. Grund waren niedrigere Strompreise für nicht abgesicherte Strommengen sowie ein schwächeres Winddargebot.

Das Segment Onshore Wind/Solar verbesserte sich dagegen deutlich. Das bereinigte Ebitda stieg von 1,50 Milliarden Euro auf 1,74 Milliarden Euro. Hauptgrund war die Inbetriebnahme neuer Anlagen, die trotz unterdurchschnittlicher Windverhältnisse für höhere Ergebnisse sorgten.

Im Bereich „Flexible Erzeugung“, der konventionellen Stromproduktion, lag das bereinigte Ebitda bei 1,41 Milliarden Euro nach 1,95 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Rückgang hängt vor allem damit zusammen, dass sich die Margen aus dem Terminverkauf von Strom „nach dem hohen Niveau von 2024 wieder normalisiert hatten“.

Im Handel erwirtschaftet das Unternehmen ein bereinigtes Ebitda von 339 Millionen Euro. Das Jahr zuvor waren es 679 Millionen Euro. Das Trading liege damit deutlich unter dem Vorjahreswert, aber „innerhalb der prognostizierten Bandbreite“, so RWE.

Zum Ergebnis beigetragen haben auch Sondereffekte. Positiv wirkte sich der Verkauf eines Entwicklungsprojekts für ein Rechenzentrum in Großbritannien aus, der einen hohen Buchgewinn brachte.

Zudem fiel der Ergebnisbeitrag der 25,1-Prozent-Beteiligung am deutschen Übertragungsnetzbetreiber Amprion deutlich höher aus als im Jahr zuvor. RWE hatte 2025 zusammen mit Apollo Global Management ein Joint Venture gegründet, das die RWE-Beteiligung an Amprion hält. Apollo zahlte dafür 3,2 Milliarden Euro und erhielt eine Beteiligung an diesem Gemeinschaftsunternehmen (wir berichteten).
 
CEO Markus Krebber
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Für die kommenden Jahre setzt der Konzern auf Wachstum. „Mit unserem Investitionsprogramm von 35 Milliarden Euro netto bis 2031 schaffen wir neue Erzeugungskapazitäten, um den steigenden Strombedarf in Europa und den USA noch besser zu bedienen“, sagte Krebber. Die installierte Kapazität aus Erneuerbaren Energien, Batteriespeichern und flexibler Erzeugung soll um 25.000 MW auf rund 65.000 MW steigen.

Mehr als 17 Milliarden Euro Invest in den USA vorgesehen

Das Management setzt dabei auf neue Anlagen in den USA. Dort plant das Unternehmen Investitionen von 17 Milliarden Euro netto. Die installierte Kapazität soll von heute 13.000 MW auf 22.000 MW steigen. Neben Wind- und Solaranlagen sowie Batteriespeichern ist auch der Bau von Gaskraftwerken vorgesehen.

In Deutschland plant RWE Investitionen von rund 9 Milliarden Euro in flexible Back-up-Kapazitäten und große Batteriespeicher. Die entsprechende Erzeugungskapazität soll bis 2031 um 6.000 MW wachsen. Dazu gehört auch der Bau von bis zu 3.000 MW an neuen Gaskraftwerken.

Auch beim Ausbau der erneuerbaren Energien setzt der Konzern auf Wachstum. Die Offshore-Windkapazität soll bis 2031 um 5.000 MW steigen. Im Onshore-Wind- und Solargeschäft in Europa und Australien plant RWE Investitionen von 7 Milliarden Euro, um das Portfolio um weitere 5.000 MW auszubauen.

Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit einem höheren operativen Ergebnis. Das bereinigte Ebitda soll 2026 zwischen 5,2 Milliarden Euro und 5,8 Milliarden Euro liegen. Für das bereinigte Nettoergebnis erwartet RWE einen Wert zwischen 1,55 Milliarden Euro und 2,05 Milliarden Euro.
 

Donnerstag, 12.03.2026, 15:25 Uhr
Stefan Sagmeister

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