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Nach dreijähriger Entwicklungszeit hat der Konzern das Gasfeld mit rund 48 Milliarden kWh östlich von Wien in Betrieb genommen. Er spricht vom größten Gasfund in Österreich.
Am 18. Mai hat der österreichische Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV offiziell die Förderung in seinem Gasfeld Wittau, etwa vier Kilometer östlich von Wien, aufgenommen. Dies teilte er in einer Aussendung mit. Das Gasfeld enthält rund 48 Milliarden kWh Erdgas und wird von der OMV als „größter Gasfund der letzten 40 Jahre in Österreich“ bezeichnet. In einer ersten Phase sollen etwa 11 Milliarden kWh gefördert werden. Mit den Lieferungen möchte die OMV im kommenden Winter beginnen. Ihre bisherigen Investitionen in das Vorhaben bezifferte die OMV mit 150 Millionen Euro. Ihr zufolge besteht in der Region ein Potenzial von weiteren 500 Millionen Euro für andere Gasförderprojekte, „dessen Realisierung an zukünftige Entscheidungen und Marktbedingungen geknüpft ist“.
Den Fund in Wittau hatte die OMV am 28. Juli 2023 bekannt gegeben. Sie war damals mit der Explorationsbohrung „Wittau Tief-2a“ in 5.000 Metern Tiefe auf Erdgas gestoßen. Die jährliche Fördermenge des Konzerns in Österreich, die sich 2025 auf 3,5 Milliarden kWh belief, soll sich mit dem Projekt um 50 Prozent auf etwa 5 Milliarden kWh pro Jahr erhöhen. Zum Vergleich: Von 2024 auf 2025 war die Fördermenge der OMV laut der für die Erdöl- und Erdgasstatistik zuständigen Geosphere Austria um 11,3 Prozent gesunken. Der Aggregated Gas Storage Inventory zufolge liegt der österreichische Jahresbedarf an Erdgas bei 78,2 Milliarden kWh.
OMV-Generaldirektor Alfred Stern, der den Konzern Ende August verlässt, sprach von einem „strategisch wichtigen Vorhaben. Das Projekt stärkt unsere Gas-Diversifizierungsstrategie, indem heimisches Erdgas unser Portfolio gezielt ergänzt“. Nach eigenen Angaben importiert die OMV Gas nicht zuletzt aus Norwegen, wo sie eigene Vorkommen besitzt, sowie Liquefied Natural Gas (LNG) über den Terminal Rotterdam, an dem sie beteiligt ist. Ihren bis 2040 laufenden Liefervertrag mit der russischen Gazprom Export kündigte sie am 11. Dezember 2024 mit sofortiger Wirkung und beendete damit den Gasbezug aus Russland nach 56 Jahren vollständig. Der Grund war der Streit um ein Schiedsgerichturteil, dem zufolge die Gazprom Export der OMV 230 Millionen Euro Schadenersatz für nicht erfolgte Lieferungen nach Deutschland im Jahr 2022 schuldet.
Montag, 18.05.2026, 13:48 Uhr
Klaus Fischer
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