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Energie & Management > Regenerative - Österreich: Zustimmung zu Erneuerbaren auf Rekordtief
Quelle: Fotolia / Eisenhans
Regenerative

Österreich: Zustimmung zu Erneuerbaren auf Rekordtief

Laut einer aktuellen Umfrage liegt der Durchschnittswert mit 69 Prozent weit unter dem Höchststand von 2022. Als Grund werden nicht zuletzt enttäuschte Hoffnungen genannt. 
 
Die bislang niedrigste Zustimmung der österreichischen Bevölkerung zur Errichtung von Ökostromanlagen in der Nähe des eigenen Wohnorts ergab die elfte Ausgabe der Umfrage „Erneuerbare Energien in Österreich 2026“, die die Umweltökonomin Nina Hampl am 23. Februar in Wien präsentierte.

Hampl befragt alljährlich im Auftrag des Kommunalversorgers Wien Energie und der österreichischen Niederlassung des Beratungskonzerns Deloitte eine repräsentative Stichprobe von rund 1.000 Personen hinsichtlich ihrer Einstellungen zu den „Erneuerbaren“ von der Wasser- bis zur Windkraft, zur Elektromobilität und zur Klimapolitik. Diesmal fand die Umfrage im November und Dezember 2025 statt. 

Ihr zufolge würden 79 Prozent der Befragten der Installation einer Photovoltaikanlage im Umfeld der eigenen Kommune zustimmen. Etwa 69 Prozent würden ein neues Kleinwasserkraftwerk akzeptieren, 59 Prozent den Bau eines Windrads. Die bis dato höchsten Zustimmungswerte wurden 2022 mit 89 Prozent für die PV und 79 Prozent für die Kleinwasserkraft erhoben, bei der Windkraft war der Höchstwert von 74 Prozent im Jahr 2017 erreicht.

Seitdem „Energiekrisenjahr“ 2022 geht die Zustimmung bei allen drei Technologien indessen kontinuierlich nach unten und hat nun mit einem Durchschnitt von 69 Prozent ihr bisheriges Rekordtief erreicht. Zum Vergleich: 2022 hatte der Durchschnitt 79 Prozent betragen, 2017 rund 77 Prozent. 

Enttäuschte Hoffnungen 

Als möglichen Grund nannte Wien-Energie-Geschäftsführer Karl Gruber „die Enttäuschung darüber, dass der bisherige Ausbau der Erneuerbaren bislang offenbar nicht ausreichte, um das Niveau der Strompreise merkbar zu senken“. Im Gespräch mit der Redaktion erläuterte Gruber, der Anteil der „Erneuerbaren“ an der Stromerzeugung in der EU sei wohl noch zu niedrig, um sich dauerhaft in nennenswerter Weise auf die Großhandelspreise auszuwirken.

Folglich sei es notwendig, den Ausbau weiter voranzutreiben. In Österreich müssten vor allem zusätzliche Windparks errichtet werden: „Wir sind ja ein Importland, und das vor allem im Winter.“ Gerade im Winterhalbjahr aber weise die Windkraft bekanntlich ihr Erzeugungsmaximum auf. 

Gruber sieht sein eigenes Unternehmen beim Windkraft-Ausbau auf einem guten Weg. Wie berichtet, hatte dieses im Herbst 2025 den Projektentwickler Imwind übernommen. In Kürze geht nun etwa 40 Kilometer nordöstlich von Wien der Windpark Loidesthal II mit rund 68 MW Leistung in Betrieb. „Wir bauen kontinuierlich aus“, versicherte Gruber. 

„Trendumkehr“ bei E-Autos 

Gesunken ist laut der Umfrage aber nicht nur die Zustimmung der Bevölkerung zu Ökostromanlagen im eigenen Umfeld. Auch die Freude der Befragten mit klimapolitischen Maßnahmen fiel ihr zufolge niedriger aus als vor einem Jahr. Den beschleunigten Ausbau der „Erneuerbaren“ befürworteten nur mehr 58 Prozent statt in der vorigen Umfrage 63 Prozent.

Zum Ziel der „Klimaneutralität“ Österreichs im Jahr 2040 bekannten sich 47 statt zuvor 50 Prozent, zur bilanziell vollständigen Deckung des Strombedarfs mittels erneuerbarer Energien ab 2030 nur mehr 53 statt vormals 56 Prozent. Hinsichtlich der Schaffung neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen zur Eindämmung des Klimawandels stagnierte die Zustimmung bei 47 Prozent, in der Vorjahresumfrage wurde sie mit 48 Prozent beziffert. 

Eine „Trendumkehr“ ortete Gerhard Marterbauer von Deloitte dagegen bei der E-Mobilität: Erstmals seit 2018 sei das Interesse am Kauf von Elektroautos im Jahresvergleich wieder gestiegen, und das um sechs Prozentpunkte auf 42 Prozent. Förderungen seien übrigens kein wesentlicher Grund für die Beschaffung eines E-Autos, konstatierte der Unternehmensberater: „Es braucht vor allem günstigere Fahrzeuge.“ Diese würden in absehbarer Zeit auf den Markt kommen. 

Nicht überbewerten 

Umfrage-Autorin Hampl ihrerseits wollte die gesunkene Zustimmung zum Ausbau der „Erneuerbaren“ nicht überbewertet wissen: „Die Werte sind ja nach wie vor hoch, trotz der allgemeinen Teuerung und des Kostendrucks.“ Und möglicherweise sei bei ihrem Rückgang nun eine Talsohle erreicht. 

Die Umfrage ist auf der Website von Deloitte Österreich verfügbar.

Montag, 23.02.2026, 15:18 Uhr
Klaus Fischer
Energie & Management > Regenerative - Österreich: Zustimmung zu Erneuerbaren auf Rekordtief
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Österreich: Zustimmung zu Erneuerbaren auf Rekordtief
Laut einer aktuellen Umfrage liegt der Durchschnittswert mit 69 Prozent weit unter dem Höchststand von 2022. Als Grund werden nicht zuletzt enttäuschte Hoffnungen genannt. 
 
Die bislang niedrigste Zustimmung der österreichischen Bevölkerung zur Errichtung von Ökostromanlagen in der Nähe des eigenen Wohnorts ergab die elfte Ausgabe der Umfrage „Erneuerbare Energien in Österreich 2026“, die die Umweltökonomin Nina Hampl am 23. Februar in Wien präsentierte.

Hampl befragt alljährlich im Auftrag des Kommunalversorgers Wien Energie und der österreichischen Niederlassung des Beratungskonzerns Deloitte eine repräsentative Stichprobe von rund 1.000 Personen hinsichtlich ihrer Einstellungen zu den „Erneuerbaren“ von der Wasser- bis zur Windkraft, zur Elektromobilität und zur Klimapolitik. Diesmal fand die Umfrage im November und Dezember 2025 statt. 

Ihr zufolge würden 79 Prozent der Befragten der Installation einer Photovoltaikanlage im Umfeld der eigenen Kommune zustimmen. Etwa 69 Prozent würden ein neues Kleinwasserkraftwerk akzeptieren, 59 Prozent den Bau eines Windrads. Die bis dato höchsten Zustimmungswerte wurden 2022 mit 89 Prozent für die PV und 79 Prozent für die Kleinwasserkraft erhoben, bei der Windkraft war der Höchstwert von 74 Prozent im Jahr 2017 erreicht.

Seitdem „Energiekrisenjahr“ 2022 geht die Zustimmung bei allen drei Technologien indessen kontinuierlich nach unten und hat nun mit einem Durchschnitt von 69 Prozent ihr bisheriges Rekordtief erreicht. Zum Vergleich: 2022 hatte der Durchschnitt 79 Prozent betragen, 2017 rund 77 Prozent. 

Enttäuschte Hoffnungen 

Als möglichen Grund nannte Wien-Energie-Geschäftsführer Karl Gruber „die Enttäuschung darüber, dass der bisherige Ausbau der Erneuerbaren bislang offenbar nicht ausreichte, um das Niveau der Strompreise merkbar zu senken“. Im Gespräch mit der Redaktion erläuterte Gruber, der Anteil der „Erneuerbaren“ an der Stromerzeugung in der EU sei wohl noch zu niedrig, um sich dauerhaft in nennenswerter Weise auf die Großhandelspreise auszuwirken.

Folglich sei es notwendig, den Ausbau weiter voranzutreiben. In Österreich müssten vor allem zusätzliche Windparks errichtet werden: „Wir sind ja ein Importland, und das vor allem im Winter.“ Gerade im Winterhalbjahr aber weise die Windkraft bekanntlich ihr Erzeugungsmaximum auf. 

Gruber sieht sein eigenes Unternehmen beim Windkraft-Ausbau auf einem guten Weg. Wie berichtet, hatte dieses im Herbst 2025 den Projektentwickler Imwind übernommen. In Kürze geht nun etwa 40 Kilometer nordöstlich von Wien der Windpark Loidesthal II mit rund 68 MW Leistung in Betrieb. „Wir bauen kontinuierlich aus“, versicherte Gruber. 

„Trendumkehr“ bei E-Autos 

Gesunken ist laut der Umfrage aber nicht nur die Zustimmung der Bevölkerung zu Ökostromanlagen im eigenen Umfeld. Auch die Freude der Befragten mit klimapolitischen Maßnahmen fiel ihr zufolge niedriger aus als vor einem Jahr. Den beschleunigten Ausbau der „Erneuerbaren“ befürworteten nur mehr 58 Prozent statt in der vorigen Umfrage 63 Prozent.

Zum Ziel der „Klimaneutralität“ Österreichs im Jahr 2040 bekannten sich 47 statt zuvor 50 Prozent, zur bilanziell vollständigen Deckung des Strombedarfs mittels erneuerbarer Energien ab 2030 nur mehr 53 statt vormals 56 Prozent. Hinsichtlich der Schaffung neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen zur Eindämmung des Klimawandels stagnierte die Zustimmung bei 47 Prozent, in der Vorjahresumfrage wurde sie mit 48 Prozent beziffert. 

Eine „Trendumkehr“ ortete Gerhard Marterbauer von Deloitte dagegen bei der E-Mobilität: Erstmals seit 2018 sei das Interesse am Kauf von Elektroautos im Jahresvergleich wieder gestiegen, und das um sechs Prozentpunkte auf 42 Prozent. Förderungen seien übrigens kein wesentlicher Grund für die Beschaffung eines E-Autos, konstatierte der Unternehmensberater: „Es braucht vor allem günstigere Fahrzeuge.“ Diese würden in absehbarer Zeit auf den Markt kommen. 

Nicht überbewerten 

Umfrage-Autorin Hampl ihrerseits wollte die gesunkene Zustimmung zum Ausbau der „Erneuerbaren“ nicht überbewertet wissen: „Die Werte sind ja nach wie vor hoch, trotz der allgemeinen Teuerung und des Kostendrucks.“ Und möglicherweise sei bei ihrem Rückgang nun eine Talsohle erreicht. 

Die Umfrage ist auf der Website von Deloitte Österreich verfügbar.

Montag, 23.02.2026, 15:18 Uhr
Klaus Fischer

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