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Energie & Management > F&E - Mehrere Wasserstofftechnologien an einem Ort testen
Der Verflüssiger kühlt Wasserstoff auf kryogene Temperaturen für Synergien mit supraleitenden Bauteilen. Quelle: Amadeus Bramsiepe / KIT
F&E

Mehrere Wasserstofftechnologien an einem Ort testen

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat auf dem Campus Nord eine Forschungsplattform eröffnet, um Wasserstofftechnologien unter praxisnahen Bedingungen zu testen.
Mit der Inbetriebnahme der Hydrogen Integration Platform (HIP) hat das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) seine Forschungsinfrastruktur für Wasserstofftechnologien erweitert. Die neue Anlage auf dem Campus Nord in Karlsruhe verbindet verschiedene Demonstrationsanlagen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette.

Die Plattform wurde am 18. Juni 2026 auf dem Gelände des Energy Lab eröffnet. Forschende wollen dort Technologien für Erzeugung, Speicherung, Transport und Nutzung von Wasserstoff unter realitätsnahen Bedingungen untersuchen. 

Nach Angaben des KIT ermöglicht die HIP erstmals, mehrere Wasserstofftechnologien in einer gemeinsamen Infrastruktur zu testen. Dadurch sollen sich Wechselwirkungen zwischen einzelnen Komponenten und deren Einbindung in ein künftiges klimaneutrales Energiesystem analysieren lassen.

Forschung für die Praxis

Professor Oliver Kraft, Vizepräsident des KIT für Forschung, Lehre und Akademische Angelegenheiten, hob hervor, durch das HIP könnten neue Lösungen nicht nur im Labor entwickelt, sondern auch unter praxisnahen Bedingungen erprobt werden.

Kernstück der neuen Infrastruktur ist laut KIT das größte nicht-kommerzielle Wasserstoff-Verflüssigungssystem Deutschlands. Die Anlage kann täglich bis zu 50 Kilogramm Wasserstoff verflüssigen. Der verflüssigte Wasserstoff soll sowohl Forschungsprojekten des KIT als auch externen Partnern zur Verfügung stehen.

Darüber hinaus umfasst die Plattform Testumgebungen für Energiespeicher, Echtzeitsimulationen zur Integration von Wasserstofftechnologien in zukünftige Energienetze sowie Forschungsanlagen für neue Elektrolyseverfahren. Auch Wasserstoffantriebe für den Schienenverkehr sollen dort untersucht werden.

Strom und H2 gemeinsam transportieren

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist der Aufbau einer Versuchsstrecke für eine hybride Energiepipeline. Nach Angaben des KIT soll diese Infrastruktur den gleichzeitigen Transport von flüssigem Wasserstoff und elektrischer Energie ermöglichen. Dafür kombinieren die Forschenden eine Leitung für tiefkalten Flüssigwasserstoff mit supraleitenden Stromkabeln. Diese können bei niedrigen Temperaturen elektrische Energie nahezu verlustfrei übertragen.

H2 wird bei minus 252,85 Grad Celsius oder 21,15 Grad Kelvin (21,15 Grad wärmer als der absolute Gefrierpunkt) flüssig.

Das KIT sieht in diesem Konzept eine mögliche Lösung für den Transport großer Energiemengen über weite Entfernungen. Denkbar sei beispielsweise die Anbindung von Wind- und Solarparks oder Hafenterminals an Industrieanlagen, Flughäfen und Logistikzentren.

Professorin Tabea Arndt vom ITEP bezeichnet hybride Energiepipelines als mögliche Infrastruktur einer zukünftigen Wasserstoffwirtschaft. Durch die Kombination von Wasserstofftransport und Stromübertragung ließen sich Energieversorgung, Industrie und Mobilität flexibler koppeln.

Zudem wollen die Forschenden untersuchen, wie supraleitende Motoren für große Fahrzeuge von der Nutzung von Flüssigwasserstoff profitieren könnten.

Freitag, 19.06.2026, 13:15 Uhr
Susanne Harmsen
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Der Verflüssiger kühlt Wasserstoff auf kryogene Temperaturen für Synergien mit supraleitenden Bauteilen. Quelle: Amadeus Bramsiepe / KIT
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Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat auf dem Campus Nord eine Forschungsplattform eröffnet, um Wasserstofftechnologien unter praxisnahen Bedingungen zu testen.
Mit der Inbetriebnahme der Hydrogen Integration Platform (HIP) hat das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) seine Forschungsinfrastruktur für Wasserstofftechnologien erweitert. Die neue Anlage auf dem Campus Nord in Karlsruhe verbindet verschiedene Demonstrationsanlagen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette.

Die Plattform wurde am 18. Juni 2026 auf dem Gelände des Energy Lab eröffnet. Forschende wollen dort Technologien für Erzeugung, Speicherung, Transport und Nutzung von Wasserstoff unter realitätsnahen Bedingungen untersuchen. 

Nach Angaben des KIT ermöglicht die HIP erstmals, mehrere Wasserstofftechnologien in einer gemeinsamen Infrastruktur zu testen. Dadurch sollen sich Wechselwirkungen zwischen einzelnen Komponenten und deren Einbindung in ein künftiges klimaneutrales Energiesystem analysieren lassen.

Forschung für die Praxis

Professor Oliver Kraft, Vizepräsident des KIT für Forschung, Lehre und Akademische Angelegenheiten, hob hervor, durch das HIP könnten neue Lösungen nicht nur im Labor entwickelt, sondern auch unter praxisnahen Bedingungen erprobt werden.

Kernstück der neuen Infrastruktur ist laut KIT das größte nicht-kommerzielle Wasserstoff-Verflüssigungssystem Deutschlands. Die Anlage kann täglich bis zu 50 Kilogramm Wasserstoff verflüssigen. Der verflüssigte Wasserstoff soll sowohl Forschungsprojekten des KIT als auch externen Partnern zur Verfügung stehen.

Darüber hinaus umfasst die Plattform Testumgebungen für Energiespeicher, Echtzeitsimulationen zur Integration von Wasserstofftechnologien in zukünftige Energienetze sowie Forschungsanlagen für neue Elektrolyseverfahren. Auch Wasserstoffantriebe für den Schienenverkehr sollen dort untersucht werden.

Strom und H2 gemeinsam transportieren

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist der Aufbau einer Versuchsstrecke für eine hybride Energiepipeline. Nach Angaben des KIT soll diese Infrastruktur den gleichzeitigen Transport von flüssigem Wasserstoff und elektrischer Energie ermöglichen. Dafür kombinieren die Forschenden eine Leitung für tiefkalten Flüssigwasserstoff mit supraleitenden Stromkabeln. Diese können bei niedrigen Temperaturen elektrische Energie nahezu verlustfrei übertragen.

H2 wird bei minus 252,85 Grad Celsius oder 21,15 Grad Kelvin (21,15 Grad wärmer als der absolute Gefrierpunkt) flüssig.

Das KIT sieht in diesem Konzept eine mögliche Lösung für den Transport großer Energiemengen über weite Entfernungen. Denkbar sei beispielsweise die Anbindung von Wind- und Solarparks oder Hafenterminals an Industrieanlagen, Flughäfen und Logistikzentren.

Professorin Tabea Arndt vom ITEP bezeichnet hybride Energiepipelines als mögliche Infrastruktur einer zukünftigen Wasserstoffwirtschaft. Durch die Kombination von Wasserstofftransport und Stromübertragung ließen sich Energieversorgung, Industrie und Mobilität flexibler koppeln.

Zudem wollen die Forschenden untersuchen, wie supraleitende Motoren für große Fahrzeuge von der Nutzung von Flüssigwasserstoff profitieren könnten.

Freitag, 19.06.2026, 13:15 Uhr
Susanne Harmsen

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