Beispiel einer im Bau befindlichen Wasserstoffproduktionsanlage in Schwäbisch Gmünd. Quelle: Lhyfe
Grüne Wasserstoffprojekte in Deutschland sollen schneller vorankommen. Lhyfe und Strabag wollen hierfür ihre Kompetenzen bündeln.
Lhyfe und Strabag wollen in Deutschland gemeinsam Projekte für grünen Wasserstoff entwickeln. Die Unternehmen haben dafür, wie Lhyfe in einer Mitteilung vom 28. Mai bekannt gibt, eine strategische Vereinbarung getroffen. Konkrete Projekte oder Standorte nennen die Unternehmen bislang nicht. Zunächst wollen sie gemeinsam neue Wasserstoffvorhaben identifizieren und entwickeln. Langfristig können sich die Partner eine Ausweitung der Zusammenarbeit auch auf weitere europäische Länder vorstellen, wie es in der Mitteilung heißt.
Lhyfe mit Sitz im französischen Nantes produziert und liefert grünen Wasserstoff für Industrie und Mobilität. Strabag mit Sitz in Wien ist ein europäischer Baukonzern und Infrastrukturdienstleister.
Die Vereinbarung fällt in eine Phase, in der Deutschland die europäische Renewable Energy Directive III (RED III) in nationales Recht umsetzt. Lhyfe und Strabag knüpfen ihre Kooperation ausdrücklich an den neuen europäischen Regelungsrahmen. Die Richtlinie schafft laut Lhyfe einen regulierten Rahmen für erneuerbare Kraftstoffe nicht-biogenen Ursprungs (Renewable Fuels of Non-Biological Origin, RFNBO). Dazu zählt Wasserstoff, der mit erneuerbarem Strom produziert wird und Anforderungen an Herkunft und zeitliche Verfügbarkeit des eingesetzten Stroms erfüllt. Nach Einschätzung von Lhyfe entstehen dadurch verbindlichere Vorgaben für energieintensive Industrieunternehmen. Das könne Investitionsentscheidungen in der Wasserstoffbranche erleichtern, da die Nachfrage verlässlicher planbar werde.
EU-Regelrahmen soll Nachfrage stützen
Ins Zentrum ihrer Kooperation stellen die Partner die gemeinsame Projektentwicklung. Lhyfe und Strabag wollen künftige Projekte identifizieren, entwickeln und umsetzen. Die Partner nennen dabei drei Ziele: Sie wollen Planungs- und Bauprozesse beschleunigen, Entwicklungs- und Realisierungsrisiken senken und Wasserstoffprojekte in Deutschland voranbringen.
Lhyfe verweist in der Mitteilung auf seine bestehende Infrastruktur. Das Unternehmen betreibt demnach vier installierte und RFNBO-zertifizierte Produktionsstandorte für grünen Wasserstoff. Zwei weitere Standorte befinden sich im Bau. Zudem verfügt Lhyfe nach eigenen Angaben über mehr als 80 Wasserstoffcontainer für den Transport größerer Wasserstoffmengen sowie über rund 15 Speicherstandorte.
Das Unternehmen ordnet seine Tätigkeit in die Dekarbonisierung von Industrie und Mobilität ein. Lhyfe hatte 2021 nach eigenen Angaben erstmals eine industrielle Produktionsstätte für grünen Wasserstoff in Betrieb genommen, die direkt an einen Windpark angeschlossen ist. Ein Jahr später folgte eine Pilotplattform zur Produktion von grünem Wasserstoff auf See. Ende Dezember 2025 beschäftigte Lhyfe 188 Mitarbeiter und war in elf europäischen Ländern vertreten.
Strabags Geschäftsfelder sind Strukturierung, Planung, Engineering, Ausführung und langfristiger Betrieb von Bau- und Infrastrukturprojekten. Der Konzern verweist außerdem auf Erfahrung bei Finanzierung und Investitionen.
Wolfgang Zechmeister, Bereichsleiter bei Strabag, erklärt, durch die Partnerschaft erweitere Strabag die Kenntnisse für die Entwicklung von Wasserstoffprojekten. Der Konzern bringe bauliches Know-how im Bereich erneuerbarer Energien und Energieinfrastruktur mit.
Luc Grare, Chief Strategy Officer bei Lhyfe, unterstreicht den Zeitpunkt der Vereinbarung. Die Kombination aus industrieller und baulicher Expertise von Strabag und der Erfahrung von Lhyfe als europäischer Produzent von RFNBO-Wasserstoff schaffe eine Grundlage, um Projekte schneller zu entwickeln und umzusetzen.
Donnerstag, 28.05.2026, 15:27 Uhr
Davina Spohn
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