Der neue LEW-Solarpark "Am Ederhof" bei Daiting. Quelle: LEW / Anton Projects
Die Lechwerke haben ihren bislang größten eigenen Photovoltaikpark ans Netz gebracht. Unternehmen können daraus über langfristige Lieferverträge Strom beziehen. Das ist nicht alles.
Westlich von Daiting, rund 60 Kilometer nördlich von Augsburg, speist eine neue Photovoltaik-Freiflächenanlage Strom in das regionale Verteilnetz ein. Die Lechwerke AG (LEW), ein regionaler Energieversorger im Eon-Konzern mit Sitz in Augsburg, beziffert die Leistung des Photovoltaikparks „Am Ederhof“ auf knapp 24 MW. Nach Angaben des Unternehmens ist er der bislang größte Photovoltaikpark im eigenen Portfolio.
Auf einer Fläche von rund 22 Hektar stehen fast 40.000 Module. Die Anlage soll jährlich etwa 28 Millionen kWh Strom erzeugen. Diese Menge entspreche rechnerisch dem Jahresbedarf von bis zu 11.000 Haushalten, teilte LEW mit. Gegenüber dem deutschen Strommix könne der Photovoltaikpark pro Jahr rund 12.400 Tonnen CO2 vermeiden.
PPA soll Stromkosten kalkulierbarer machen
Einen Teil der Erzeugung will LEW über langfristige Stromlieferverträge an Geschäftskunden vermarkten. Bei solchen Power Purchase Agreements (PPA) sichern sich Unternehmen eine vertraglich festgelegte Strommenge zu einem vereinbarten Preis. Sie müssen dafür keine eigene Erzeugungsanlage errichten.
„Gerade für Unternehmen ist Planbarkeit bei den Energiekosten ein entscheidender Faktor“, erklärte Stephan Bauer vom LEW Asset Management. Mit den Verträgen könnten Geschäftskunden Strom aus regionalen Anlagen zu langfristig vereinbarten Preisen beziehen.
Als Beispiel verweist LEW auf die Hohenloher Molkerei eG mit Sitz in Schwäbisch Hall. Das Unternehmen bezieht seit 2026 Solarstrom aus einem LEW-Photovoltaikpark in Bobingen südlich von Augsburg. Nach Angaben des Energieversorgers kann die Molkerei dadurch den Anteil erneuerbarer Energien an ihrem Strombezug erhöhen, ohne zusätzliche Photovoltaikflächen am eigenen Standort zu benötigen.
Photovoltaikpark soll Regelleistung anbieten
Neben der Stromerzeugung und der Vermarktung über PPA plant LEW, die Anlage in die Vermarktung von Sekundärregelleistung einzubinden. Diese gleicht kurzfristige Abweichungen zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch aus und trägt dazu bei, die Netzfrequenz stabil zu halten. LEW bezeichnet diese Vermarktungsform für einen Photovoltaikpark noch als Besonderheit.
Wann der Photovoltaikpark erstmals Regelleistung anbieten soll und welchen Umfang LEW dafür vorsieht, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Bauer erklärte, erneuerbare Anlagen müssten künftig stärker Systemverantwortung übernehmen. Der Park in Daiting solle daher nicht nur Strom liefern, sondern auch beim Ausgleich kurzfristiger Schwankungen im Netz helfen.
Nach Angaben der Lechwerke bringt das Projekt der Gemeinde Daiting kommunale Einnahmen und zusätzliche Wertschöpfung vor Ort. Konkrete Beträge nennt das Unternehmen nicht. Unter den Modulen entsteht laut LEW eine Wildblumenwiese, die sich künftig für die Beweidung mit Schafen eignet. Heckenpflanzungen und Ausgleichsflächen für geschützte Arten wie die Feldlerche ergänzen das ökologische Konzept. (ds)
Montag, 20.07.2026, 09:30 Uhr
Davina Spohn
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