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Energie & Management > Veranstaltung - Kommunale Wärmeplanung vor der Umsetzung
Armin Willingmann, Energieminister von Sachsen-Anhalt auf der KWW-Konferenz. Quelle: Susanne Harmsen
Veranstaltung

Kommunale Wärmeplanung vor der Umsetzung

Auf der vierten KWW-Konferenz in Halle (Saale) haben Fachleute aus Kommunen, Energieversorgung und Politik über die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung diskutiert.
Mit der Vorlage der ersten kommunalen Wärmepläne rückt die praktische Umsetzung der Wärmewende stärker in den Fokus. Auf der vierten Konferenz des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende (KWW) in Halle (Saale) diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Energieversorgungsunternehmen, Wissenschaft und Politik über den Stand der kommunalen Wärmeplanung sowie über Herausforderungen bei Finanzierung, Regulierung und Umsetzung.

Das KWW, das seit 2022 im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWE) arbeitet und bei der Deutschen Energie-Agentur (Dena) angesiedelt ist, hatte die Veranstaltung organisiert. Nach Angaben der Veranstalter nahmen zahlreiche Akteure teil, die die Wärmewende auf kommunaler Ebene gestalten. „Wir schaffen das“, sagte KWW-Leiter Robert Brückmann. Viele Kommunen befänden sich auf der Zielgeraden, 1.600 hätten ihre Planungen bereits abgeschlossen.

Insofern stieß der BMWE-Referatsleiter für Wärmeplanung, Jan Peter Klatt, eher auf Zurückhaltung, als er sagte, die kleinen Kommunen seien überfordert. Daher ermögliche die Bundesregierung für Kommunen mit unter 15.000 Einwohnern jetzt eine vereinfachte Planung. Ein Inkrafttreten wird noch für dieses Jahr angestrebt, sagte Klatt.

Gegen Populisten angehen

Mehr Zustimmung bekam Armin Willingmann (SPD), Energieminister Sachsen-Anhalts. Er dankte allen Beteiligten der Wärmeplanung für ihre Anstrengungen. Besonders betonte er die Durchhaltekraft, auch gegen lautstarke Populisten die Wärmewende umzusetzen. „Erneuerbare Energien sind Heimatenergien, die uns von teuren Importen für Öl und Gas unabhängiger machen“, argumentierte er unter großem Beifall. Wer Windkraftanlagen für hässlich halte, sollte auch gegen sechsspurige Autobahnen oder Fabrikschornsteine ins Feld ziehen, so der Minister.
 
Kommunalvertreter stehen auf, die die Wärmeplanung abgeschlossen haben Quelle: Susanne Harmsen

Im Mittelpunkt standen die unterschiedlichen Ausgangslagen von Großstädten und kleineren Kommunen. Städte mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern müssen ihre Wärmepläne bis zum 30. Juni 2026 vorlegen. Kleinere Gemeinden haben bis 2028 Zeit, ihre Wärmeversorgung strategisch zu planen. Nach Angaben des KWW haben inzwischen mehr als 1.600 Kommunen ihre Wärmeplanung abgeschlossen. Die kommunale Wärmeplanung ist seit Inkrafttreten des Wärmeplanungsgesetzes (WPG) am 1. Januar 2024 eine gesetzliche Pflichtaufgabe.

Dena-Geschäftsführerin Kristina Haverkamp verwies auf politische und regulatorische Unsicherheiten. „Das Wärmeplanungsgesetz werde in der Branche als verlässlicher Rahmen wahrgenommen“, sagte sie. Doch seine wichtigen Informationen für Investitionen und Infrastrukturentscheidungen seien leider nicht rechtlich verpflichtend. Weder Netzbetreiber noch andere Akteure könnten derzeit zur Erschließung bestimmter Gebiete verpflichtet werden.

Finanzierung beschaffen

Großen Raum nahm daher die Finanzierung der Wärmewende ein. Die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) solle gesetzlich abgesichert und bis 2030 um zusätzliche 400 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes ergänzt werden. Der Investitionsbedarf für die Transformation der Fernwärme wird bis bis 2030 auf rund 32 Milliarden Euro geschätzt, was viele kleinere Stadtwerke nicht allein stemmen können. 

In Workshop und mit Messeständen am Rand der Konferenz präsentierten Unternehmen, Planungsbüros und Stadtwerke Umsetzungsbeispiele für die Wärmewende. Ebenfalls im Fokus war im Zuge der Klimaerwärmung die Einbindung von Kühlsystemen in die innovative Wärmeversorgung.

Die Veranstalter zogen insgesamt eine positive Zwischenbilanz. Nach Abschluss der ersten Planungsphase müsse der Fokus nun auf Finanzierung, Infrastruktur und praktischer Umsetzung liegen. Die Wärmewende könne nur gelingen, wenn Kommunen, Energieversorger, Handwerk, Wohnungswirtschaft und Bürgerinnen und Bürger gemeinsam an tragfähigen Lösungen arbeiten.

Donnerstag, 18.06.2026, 14:12 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Veranstaltung - Kommunale Wärmeplanung vor der Umsetzung
Armin Willingmann, Energieminister von Sachsen-Anhalt auf der KWW-Konferenz. Quelle: Susanne Harmsen
Veranstaltung
Kommunale Wärmeplanung vor der Umsetzung
Auf der vierten KWW-Konferenz in Halle (Saale) haben Fachleute aus Kommunen, Energieversorgung und Politik über die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung diskutiert.
Mit der Vorlage der ersten kommunalen Wärmepläne rückt die praktische Umsetzung der Wärmewende stärker in den Fokus. Auf der vierten Konferenz des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende (KWW) in Halle (Saale) diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Energieversorgungsunternehmen, Wissenschaft und Politik über den Stand der kommunalen Wärmeplanung sowie über Herausforderungen bei Finanzierung, Regulierung und Umsetzung.

Das KWW, das seit 2022 im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWE) arbeitet und bei der Deutschen Energie-Agentur (Dena) angesiedelt ist, hatte die Veranstaltung organisiert. Nach Angaben der Veranstalter nahmen zahlreiche Akteure teil, die die Wärmewende auf kommunaler Ebene gestalten. „Wir schaffen das“, sagte KWW-Leiter Robert Brückmann. Viele Kommunen befänden sich auf der Zielgeraden, 1.600 hätten ihre Planungen bereits abgeschlossen.

Insofern stieß der BMWE-Referatsleiter für Wärmeplanung, Jan Peter Klatt, eher auf Zurückhaltung, als er sagte, die kleinen Kommunen seien überfordert. Daher ermögliche die Bundesregierung für Kommunen mit unter 15.000 Einwohnern jetzt eine vereinfachte Planung. Ein Inkrafttreten wird noch für dieses Jahr angestrebt, sagte Klatt.

Gegen Populisten angehen

Mehr Zustimmung bekam Armin Willingmann (SPD), Energieminister Sachsen-Anhalts. Er dankte allen Beteiligten der Wärmeplanung für ihre Anstrengungen. Besonders betonte er die Durchhaltekraft, auch gegen lautstarke Populisten die Wärmewende umzusetzen. „Erneuerbare Energien sind Heimatenergien, die uns von teuren Importen für Öl und Gas unabhängiger machen“, argumentierte er unter großem Beifall. Wer Windkraftanlagen für hässlich halte, sollte auch gegen sechsspurige Autobahnen oder Fabrikschornsteine ins Feld ziehen, so der Minister.
 
Kommunalvertreter stehen auf, die die Wärmeplanung abgeschlossen haben Quelle: Susanne Harmsen

Im Mittelpunkt standen die unterschiedlichen Ausgangslagen von Großstädten und kleineren Kommunen. Städte mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern müssen ihre Wärmepläne bis zum 30. Juni 2026 vorlegen. Kleinere Gemeinden haben bis 2028 Zeit, ihre Wärmeversorgung strategisch zu planen. Nach Angaben des KWW haben inzwischen mehr als 1.600 Kommunen ihre Wärmeplanung abgeschlossen. Die kommunale Wärmeplanung ist seit Inkrafttreten des Wärmeplanungsgesetzes (WPG) am 1. Januar 2024 eine gesetzliche Pflichtaufgabe.

Dena-Geschäftsführerin Kristina Haverkamp verwies auf politische und regulatorische Unsicherheiten. „Das Wärmeplanungsgesetz werde in der Branche als verlässlicher Rahmen wahrgenommen“, sagte sie. Doch seine wichtigen Informationen für Investitionen und Infrastrukturentscheidungen seien leider nicht rechtlich verpflichtend. Weder Netzbetreiber noch andere Akteure könnten derzeit zur Erschließung bestimmter Gebiete verpflichtet werden.

Finanzierung beschaffen

Großen Raum nahm daher die Finanzierung der Wärmewende ein. Die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) solle gesetzlich abgesichert und bis 2030 um zusätzliche 400 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes ergänzt werden. Der Investitionsbedarf für die Transformation der Fernwärme wird bis bis 2030 auf rund 32 Milliarden Euro geschätzt, was viele kleinere Stadtwerke nicht allein stemmen können. 

In Workshop und mit Messeständen am Rand der Konferenz präsentierten Unternehmen, Planungsbüros und Stadtwerke Umsetzungsbeispiele für die Wärmewende. Ebenfalls im Fokus war im Zuge der Klimaerwärmung die Einbindung von Kühlsystemen in die innovative Wärmeversorgung.

Die Veranstalter zogen insgesamt eine positive Zwischenbilanz. Nach Abschluss der ersten Planungsphase müsse der Fokus nun auf Finanzierung, Infrastruktur und praktischer Umsetzung liegen. Die Wärmewende könne nur gelingen, wenn Kommunen, Energieversorger, Handwerk, Wohnungswirtschaft und Bürgerinnen und Bürger gemeinsam an tragfähigen Lösungen arbeiten.

Donnerstag, 18.06.2026, 14:12 Uhr
Susanne Harmsen

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