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Energie & Management > Regenerative - Gemischte Erneuerbaren-Bilanz in Brandenburg
Quelle: Fotolia / K-U Haessler
Regenerative

Gemischte Erneuerbaren-Bilanz in Brandenburg

Im Bundesland Brandenburg wurde erheblich weniger PV-Module installiert als im Vorjahr. Bei der Windkraft sieht die Sache anders aus.
Der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Brandenburg zeigt im Jahr 2025 ein uneinheitliches Bild. Während die Windenergie deutlich zulegt, verliert die Photovoltaik spürbar an Dynamik, teilte der Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) Berlin Brandenburg bei der Vorstellung der Jahresstatistik mit. In der Stadt Berlin legten die Balkonkraftwerk ordentlich zu.

Beim Solarzubau wurden 2025 in Brandenburg 874 MW neu installiert. Das entspricht einem Rückgang von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr und liegt auf dem Niveau von 2022. „Im bundesweiten Zubau-Ländervergleich rutscht Brandenburg damit um einen auf den 6. Platz ab“, so der Verband. Besonders ausgeprägt war der Einbruch bei Freiflächenanlagen. Nach 991 MW im Jahr 2024 gingen 2025 noch 594 MW ans Netz. Als Ursachen gelten gestiegene Kosten für Netzanschlüsse.

Die stellvertretende Vorsitzende des LEE Berlin Brandenburg, Tatjana Rosenthal, nennt noch einen anderen Grund: „Unter dem Kostendruck können Projekte auch an der Sonderabgabe scheitern, die seit 2025 greift. Denn die 2.000 Euro pro Megawatt und Jahr, die Betreiber an die Standortkommunen in Brandenburg zahlen, berechnen sich an der potenziellen Nennleistung, nicht an der tatsächlichen Einspeisung.“

108 neue Windkraftanlagen

Mit einer installierten Gesamtleistung von 8.861 MW Photovoltaik zum Jahresende 2025 ist rund die Hälfte des Ausbauziels für 2030 von 18.000 MW erreicht. Um dieses Ziel zu realisieren, müssten in den kommenden Jahren jeweils rund 2.000 MW neu installiert werden.

Deutlich positiver fällt die Bilanz bei der Windenergie aus. 108 neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von 622 MW gingen 2025 in Betrieb. Das entspricht einem Plus von 73 Prozent gegenüber 2024. Zudem wurden Genehmigungen für rund 1.500 MW erteilt. Der Bestand liegt nun bei 9.592 MW. Damit sind 82,8 Prozent des Ausbauziels für 2030 von 11.500 MW erreicht.

Als Herausforderungen gelten überzeichnete Ausschreibungen mit sinkenden Zuschlagswerten, steigende Investitionskosten sowie fehlende Regionalpläne und Verzögerungen beim Netzausbau.

Positiv entwickelt sich hingegen der Speichermarkt. In Brandenburg stieg die installierte nutzbare Kapazität von Batteriespeichern 2025 auf 915 MWh, ein Zuwachs von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Speicher gelten als wichtiger Baustein für Flexibilität und Versorgungssicherheit.

Boom auf Berliner Balkonen

Für die Hauptstadt Berlin meldete der Landesverband einen Zuwachs 2025 von netto 95 MW Photovoltaik, der Zubau blieb damit auf Vorjahresniveau. Rund 64 Prozent der neu installierten Anlagen waren Steckersolargeräte, besser als Balkonkraftwerke bekannt, sie trugen aber nur etwa 10 Prozent zum Leistungszuwachs bei. Insgesamt liegt der Photovoltaik-Bestand bei rund 488 MW.

Bei Batteriespeichern stieg die nutzbare Kapazität auf 217 MWh, das sind plus 33 Prozent, der Kapazitätszubau lag bei knapp 56 MWh. Windkraft spielt in Berlin keine Rolle.

Dienstag, 17.02.2026, 08:50 Uhr
Stefan Sagmeister
Energie & Management > Regenerative - Gemischte Erneuerbaren-Bilanz in Brandenburg
Quelle: Fotolia / K-U Haessler
Regenerative
Gemischte Erneuerbaren-Bilanz in Brandenburg
Im Bundesland Brandenburg wurde erheblich weniger PV-Module installiert als im Vorjahr. Bei der Windkraft sieht die Sache anders aus.
Der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Brandenburg zeigt im Jahr 2025 ein uneinheitliches Bild. Während die Windenergie deutlich zulegt, verliert die Photovoltaik spürbar an Dynamik, teilte der Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) Berlin Brandenburg bei der Vorstellung der Jahresstatistik mit. In der Stadt Berlin legten die Balkonkraftwerk ordentlich zu.

Beim Solarzubau wurden 2025 in Brandenburg 874 MW neu installiert. Das entspricht einem Rückgang von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr und liegt auf dem Niveau von 2022. „Im bundesweiten Zubau-Ländervergleich rutscht Brandenburg damit um einen auf den 6. Platz ab“, so der Verband. Besonders ausgeprägt war der Einbruch bei Freiflächenanlagen. Nach 991 MW im Jahr 2024 gingen 2025 noch 594 MW ans Netz. Als Ursachen gelten gestiegene Kosten für Netzanschlüsse.

Die stellvertretende Vorsitzende des LEE Berlin Brandenburg, Tatjana Rosenthal, nennt noch einen anderen Grund: „Unter dem Kostendruck können Projekte auch an der Sonderabgabe scheitern, die seit 2025 greift. Denn die 2.000 Euro pro Megawatt und Jahr, die Betreiber an die Standortkommunen in Brandenburg zahlen, berechnen sich an der potenziellen Nennleistung, nicht an der tatsächlichen Einspeisung.“

108 neue Windkraftanlagen

Mit einer installierten Gesamtleistung von 8.861 MW Photovoltaik zum Jahresende 2025 ist rund die Hälfte des Ausbauziels für 2030 von 18.000 MW erreicht. Um dieses Ziel zu realisieren, müssten in den kommenden Jahren jeweils rund 2.000 MW neu installiert werden.

Deutlich positiver fällt die Bilanz bei der Windenergie aus. 108 neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von 622 MW gingen 2025 in Betrieb. Das entspricht einem Plus von 73 Prozent gegenüber 2024. Zudem wurden Genehmigungen für rund 1.500 MW erteilt. Der Bestand liegt nun bei 9.592 MW. Damit sind 82,8 Prozent des Ausbauziels für 2030 von 11.500 MW erreicht.

Als Herausforderungen gelten überzeichnete Ausschreibungen mit sinkenden Zuschlagswerten, steigende Investitionskosten sowie fehlende Regionalpläne und Verzögerungen beim Netzausbau.

Positiv entwickelt sich hingegen der Speichermarkt. In Brandenburg stieg die installierte nutzbare Kapazität von Batteriespeichern 2025 auf 915 MWh, ein Zuwachs von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Speicher gelten als wichtiger Baustein für Flexibilität und Versorgungssicherheit.

Boom auf Berliner Balkonen

Für die Hauptstadt Berlin meldete der Landesverband einen Zuwachs 2025 von netto 95 MW Photovoltaik, der Zubau blieb damit auf Vorjahresniveau. Rund 64 Prozent der neu installierten Anlagen waren Steckersolargeräte, besser als Balkonkraftwerke bekannt, sie trugen aber nur etwa 10 Prozent zum Leistungszuwachs bei. Insgesamt liegt der Photovoltaik-Bestand bei rund 488 MW.

Bei Batteriespeichern stieg die nutzbare Kapazität auf 217 MWh, das sind plus 33 Prozent, der Kapazitätszubau lag bei knapp 56 MWh. Windkraft spielt in Berlin keine Rolle.

Dienstag, 17.02.2026, 08:50 Uhr
Stefan Sagmeister

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