Gasleitung in Brunsbüttel. Quelle: Shutterstock
Der niederländische Fernleitungsnetzbetreiber Gasunie Transport Services hat im vergangenen Jahr mehr Erdgas transportiert. Der Grund liegt auch in Deutschland.
Die niederländische Gasunie Transport Services B.V. (GTS) mit Sitz in Groningen hat im vergangenen Jahr 6,2
Prozent mehr Erdgas durch ihre Leitungen transportiert als im Jahr 2024. Der Fernleitungsnetzbetreiber ist eine Tochtergesellschaft der niederländischen Gasunie, das deutsche Pendant ist der Fernleitungsnetzbetreiber Gasunie Deutschland Transport Services GmbH mit Sitz in Hannover.
Insgesamt transportierte der Netzbetreiber durch das niederländische Gasnetz 685
Milliarden kWh Erdgas im Jahr 2025, nach 639
Milliarden kWh im Jahr zuvor, teilte Gasunie mit. Der Wert des Erdgases lag bei über 25
Milliarden Euro.
„Der Anstieg ist vor allem auf höhere Einspeicherungen in Gasspeicher, einen gestiegenen Gasverbrauch in Kraftwerken sowie auf zunehmende Exporte nach Deutschland zurückzuführen“, heißt es. Der grenzüberschreitende Transport nahm um 8,2
Prozent zu, maßgeblich aufgrund höherer Ausfuhren nach Deutschland. Die Transporte nach Belgien gingen hingegen zurück.
Im Jahr 2025 wurde 21
Prozent mehr Gas in niederländische Gasspeicher eingespeichert als im Vorjahr. „Auch die Einspeicherung in deutsche Speicheranlagen, die direkt an das GTS-Netz angeschlossen sind, legte um 26
Prozent zu.“ Trotz der höheren Einspeichermengen waren die Speicher zu Beginn des Winters weniger gefüllt als 2024, da sie im Frühjahr 2025 vergleichsweise niedrige Füllstände aufwiesen.
Die Versorgungssicherheit und der Erdgastransport blieben nach Angaben des Unternehmens auf hohem Niveau. Auch 2025 konnte GTS die kontinuierliche Gasversorgung der Niederlande und der angrenzenden Länder nahezu vollständig sicherstellen.
Auffällig ist der starke Zuwachs bei den Importen von verflüssigtem Erdgas (LNG). Erstmals wurde mehr LNG in die Niederlande importiert als Erdgas über Pipelines, einschließlich Lieferungen aus Norwegen. Die LNG-Importe stiegen um rund 25,3
Prozent, was einem Zuwachs von 4,2
Milliarden Kubikmetern entspricht. Im Mai erreichten die LNG-Importe mit 2
Milliarden Kubikmetern zudem den höchsten jemals verzeichneten Monatswert.
Der gesamte inländische Gasverbrauch in den Niederlanden lag nahezu auf dem Niveau des Vorjahres und ging lediglich um 0,3
Prozent zurück. Hinter dieser stabilen Gesamtzahl verbergen sich jedoch Verschiebungen: Die Gaslieferungen an die Industrie sanken infolge eines Nachfragerückgangs um 9
Prozent, während der Gasverbrauch von Kraftwerken um mehr als 17
Prozent zunahm. „Stromerzeuger setzten häufiger auf Erdgas, um Schwankungen bei der Stromproduktion aus Solar- und Windenergie auszugleichen“, so Gasunie.
Die Einspeisung von Biomethan stieg 2025 deutlich um 51,2
Prozent. Im Verhältnis zu anderen inländischen Einspeisepunkten bleibt der Anteil jedoch gering. Insgesamt wurden 46
Millionen Kubikmeter Biomethan in das GTS-Netz eingespeist.
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Herkunft und Ziel des Erdgases im Netz von Gasunie Transport Services im Jahr 2025 (zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken) Quelle: GTS |
Montag, 12.01.2026, 15:52 Uhr
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