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Die Strom-Spotpreise sind im November in jeder Viertelstunde positiv gewesen. Damit haben die Übertragungsnetzbetreiber den geförderten Ökostrom auch zu höheren Preisen losbekommen.
Der November 2025 hat sich als einer der extrem seltenen Monate erwiesen, in denen alle Stundenpreise in der deutsch-luxemburgischen Day-ahead-Auktion der Börse EEX mit einem positiven Wert versteigert wurden. Dies geht aus der Veröffentlichung der Monatsmarktwerte für November durch die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) vom
8.
Dezember hervor. Letztmals war dies zuvor in diesem Februar der Fall und davor erst im Februar 2023.
Mehr noch: Im zweiten Monat seit der Umstellung des Strom-Spotmarktes von Stunden- auf Viertelstundenprodukte hatte auch jede der verauktionierten 2.880 Viertelstunden ein positives Vorzeichen. Das war im Oktober noch nicht so gewesen.
Pro verkaufte kWh geförderten Ökostroms haben die ÜNB im November auch aus diesem Grunde wesentlich mehr eingenommen als im Oktober. Denn bei negativen Großhandelspreisen müssen sie an die Millionen PV-Kleinanlagenbetreiber unterhalb der Direktvermarktungsschwelle nicht nur deren Fördersatz auszahlen, ohne am Markt wenigstens einen gewissen Teil davon einzunehmen, sondern zusätzlich den negativen Preis aus dem treuhänderisch geführten EEG-Konto an den Käufer des Ökostroms zahlen. Nur bei PV-Neuanlagen seit Februar 2025 entfällt die Einspeisevergütung generell bei negativen Preisen.
Im November um 9 Cent herumAus der Veröffentlichung geht ebenfalls hervor, dass die Marktwerte im November gegenüber Oktober von einem Niveau von 4,3 bis 6,7
Cent/kWh auf Werte um 9
Cent/kWh herum angestiegen sind. Ob damit auch die treuhänderischen Markteinnahmen der ÜNB im November gestiegen sind, ist noch nicht bekannt: Der Monatsabschluss des von ihnen verwalteten EEG-Kontos ist noch nicht veröffentlicht.
Klar dürfte aber sein, dass eine jahreszeitlich bedingte geringere Photovoltaikstrom-Einspeisung wie jedes Jahr den allgemeinen Marktwert von Graustrom im Spotmarkt stützte und damit auch den PV-Marktwert selbst sowie die Marktwerte von Windstrom.
Konkret stieg der durchschnittliche Graustrom-Spotmarktpreis von Oktober bis November von 8,4 auf 10,2
Cent/kWh. Die Ökostrom-Marktwerte blieben einstellig. PV machte zwar den geringsten Satz nach oben, blieb aber die Technologie mit den höchsten spezifischen Erlösen − ein Spitzenrang, der sich in den sonnigen Sommermonaten traditionell ins Gegenteil verkehrt. Der Marktwert stieg von knapp 7
Cent/kWh auf 9,1
Cent/kWh.
Windstrom vom Land erholte sich am meisten, von unter 5,6
Cent/kWh auf 8,9
Cent/kWh. Onshore-Windstrom blieb damit die einzige Technologie unter 9
Cent. Offshore-Windstrom legte bis November von knapp 6,9
Cent/kWh auf fast 9,1
Cent/kWh zu. Durchschnittliche kWh-Erlöse anderer erneuerbarer Quellen werden wegen ihrer angeblich relativ geringen Bedeutung nicht veröffentlicht.
Die Zeitreihen der Monatsmarktwerte von Ökostrom von Januar 2011 bis November 2025 stehen auf der
Transparenzplattform der ÜNB.
Montag, 8.12.2025, 12:58 Uhr
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