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Die „Enercity Contracting Nord“ schließt einen weiteren Stadtteil in Hamburg an das Fernwärmenetz an. Die ist Teil einer Kooperationsvereinbarung mit der Hansestadt.
Von Herbst 2026 an wird der Hamburger Stadtteil Veddel an das Enercity-Wärmenetz angeschlossen, das auch die östliche Hafencity, Rothenburgsort und Teile der Peute versorgt. Mit Veddel kommen weitere 2.000 Wohnungen hinzu. Das Unternehmen investiert insgesamt 10 Millionen Euro in den Aufbau des Netzes in Hamburg, teilte Enercity Contracting mit.
Die Bauarbeiten für die Netzerweiterung sollen demnach im Herbst 2026 beginnen. Erste Wärmelieferungen sind Ende 2027 vorgesehen, die Fertigstellung der rund 1,7 Kilometer langen Hauptversorgungsleitungen soll bis Ende 2028 erfolgen. Die ersten Verträge zur Wärmeversorgung sind laut dem Versorger bereits geschlossen. Die Abwärme stammt vom Hamburger Industriebetrieb Aurubis sowie erneuerbaren Energiequellen. In Hamburg nutzt der Energieanbieter Enercity aus Hannover schon seit 2018 in einem kleineren Projekt Abwärme des Kupferherstellers Aurubis.
Die Wohnbebauung auf der Hamburger Veddel besteht überwiegend aus mehrgeschossigen Gebäuden aus den 1920er-Jahren. Ihr jährlicher Wärmebedarf liegt bei rund 22 Millionen kWh. Durch den Umstieg von fossilen Erdgas-Zentralheizungen auf Fernwärme können jährlich rund 5.900 Tonnen CO2 eingespart werden.
Die Enercity Contracting baut und betreibt Energiezentralen zur Wärme- und Kälteversorgung von Gebäuden und Quartieren. Die hundertprozentige Tochter der Enercity AG aus Hannover ist ein bundesweit tätiges Contracting-Unternehmen und mit ihren Projekten in mehr als 140 Städten und Kommunen vertreten. Sie betreibt in Deutschland über 1.100 Heiz- und Energiezentralen mit einer installierten Wärmeleistung von insgesamt rund 620 MW.
Hamburg setzt auf Kooperationen
Die Hansestadt Hamburg arbeitet derzeit an der kommunalen Wärmeplanung, die im Juni 2026 beschlossen werden soll. Der Wärmeplan soll nach Auskunft des Hamburger Senats vom Dezember 2025 einen Weg aufzeigen, wie klimaneutrale Wärmeversorgung in Hamburg erreicht werden kann. Die Wärmenetzbetreiber spielen dabei eine besondere Rolle. Die städtischen Hamburger Energiewerke sollen den Kohleausstieg bis 2030 umsetzen.
Allerdings setzt Hamburg nicht nur auf sein kommunales Unternehmen, sondern auch auf Kooperationen. Hamburg hat mit der Hansewerk Natur und der Enercity Contracting Nord Kooperationsvereinbarungen abgeschlossen (wir berichteten).
„Neben dem Ausbau unserer bestehenden Wärmenetze in Rothenburgsort oder auf der Veddel wollen wir in Hamburg auch ganz neue klimafreundliche Wärmenetze aufbauen – wie im Stadtteil Bergedorf“, sagte Manfred Schüle, Vorsitzender der Geschäftsführung von Enercity Contracting Nord, im Dezember, als die Kooperation geschlossen wurde.
Donnerstag, 15.01.2026, 12:05 Uhr
Heidi Roider
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