Axel Pinker, Franziska Giffey und Christine Garburg bei der Unterzeichnung des Förderkreditrahmenvertrags. Quelle: BEW / Charlotte Meszar
Die BEW Berliner Energie und Wärme GmbH erhält einen Förderkreditrahmenvertrag in Höhe von 500 Millionen Euro von der Europäischen Investitionsbank (EIB).
Die Berliner Energie und Wärme GmbH (BEW) hat mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) einen Förderkreditrahmen über 500 Millionen Euro vereinbart. Das teilte die BEW am 29. Oktober mit. Gleichzeitig unterzeichneten beide Seiten den Abruf einer ersten Tranche über 250 Millionen Euro. Die Darlehen haben eine Laufzeit von bis zu 25 Jahren.
Mit dem Geld will das landeseigene Unternehmen den Umbau seiner Wärmeerzeugung und den Ausbau des Berliner Fernwärmenetzes finanzieren. Die BEW plant bis 2030 rund 3,5 Milliarden Euro in die Transformation ihrer Fernwärme zu investieren. Ziel ist der vollständige Ausstieg aus der Kohlenutzung bis 2030 und eine klimaneutrale Wärmeerzeugung bis 2045.
Die Finanzierung durch die EIB ergänzt die jüngst abgeschlossene langfristige Kreditrunde im KfW-Förderrahmen. Dabei hatte sich die BEW bereits Kredite von einer Milliarde Euro mit Laufzeiten von 20 Jahren zur Finanzierung zentraler Transformationsprojekte gesichert.
„Mit der Unterzeichnung des Förderkreditvertrags schaffen wir eine weitere langfristige Grundlage für zentrale Infrastrukturprojekte der BEW. Dass die Europäische Investitionsbank diese Finanzierung ermöglicht, zeigt zugleich, dass unsere Projekte auch auf europäischer Ebene als förderwürdig und für die Transformation der Wärmeversorgung relevant bewertet werden“, sagte Axel Pinkert, Geschäftsführer Finanzen der BEW. „Es geht um nichts weniger als darum, Kohle zu ersetzen, erneuerbare Quellen und unvermeidbare Abwärme einzubinden und unser Fernwärmenetz weiterzuentwickeln.“
Investitionen in Erzeugung und Fernwärmenetz
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Energiepark Reuter im Bezirk Spandau. Dort plant die BEW mehrere Anlagen, die künftig fossile Brennstoffe in der Fernwärmeerzeugung ersetzen sollen. Dazu gehört eine Großwärmepumpe, die Wärme aus dem gereinigten Abwasser der Berliner Wasserbetriebe gewinnen soll. Zudem entsteht am Standort eine Turbinenanlage, die Dampf aus der benachbarten Abfallverwertungsanlage der Berliner Stadtreinigung (BSR) nutzt. Die Finanzierung umfasst auch die dafür erforderliche elektrische und hydraulische Infrastruktur.
Neben den Erzeugungsanlagen unterstützt die EIB den Ausbau und die Modernisierung der Fernwärmeinfrastruktur. Die BEW will unter anderem Verbindungsleitungen ertüchtigen und zusätzliche Netzabschnitte erschließen. Hinzu kommen kleinere Projekte zur Netzverdichtung, mit denen das Unternehmen weitere Gebäude an die Fernwärmeversorgung anschließen kann.
Auch die EIB sieht in der Modernisierung der Fernwärmeversorgung einen Bestandteil der europäischen Energietransformation. „Der Umbau der Wärmeinfrastruktur gehört zu den zentralen Investitionen Europas auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Energieversorgung“, sagte EIB-Vizepräsidentin Nicola Beer. Der Kredit solle langfristige Infrastrukturprojekte unterstützen und die Integration zusätzlicher Wärmequellen ermöglichen.
Berlins Wirtschaftssenatorin und BEW-Aufsichtsratsvorsitzende Franziska Giffey (SPD) verwies auf die Bedeutung der Finanzierung für die landeseigene Wärmeversorgung. Die Mittel sollen Investitionen in Erzeugungsanlagen und Leitungsnetze ermöglichen. Das Land Berlin hatte die Fernwärmeversorgung von Vattenfall übernommen und in die BEW überführt. (hr)
Donnerstag, 29.10.2026, 13:51 Uhr
Heidi Roider
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