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Energie & Management > Gas - DUH gegen neue Gasplattform vor Borkum
Erdgasplattform N05-A vor Borkum. Quelle: One-Dyas
Gas

DUH gegen neue Gasplattform vor Borkum

Die Deutsche Umwelthilfe hat Einwendungen gegen eine geplante Gasplattform von One-Dyas vor Borkum eingereicht. Sie fordert eine umfassende Umweltprüfung.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) geht rechtlich gegen die Pläne des niederländischen Gaskonzerns One-Dyas für eine weitere Gasförderplattform in der Nordsee vor. Wie die Organisation mitteilte, hat sie bei den zuständigen Behörden eine Einwendung gegen das Vorhaben eingereicht.

Geplant ist die Plattform N04-A vor Borkum. Nach Angaben der DUH soll damit ein weiteres Gasfeld erschlossen werden, das in räumlicher und technischer Verbindung zur bestehenden Plattform N05-A steht. Die Umweltorganisation fordert deshalb, das Vorhaben nicht als eigenständiges Projekt zu behandeln. Stattdessen müsse es als Erweiterung des gesamten Gasförderkomplexes „Gateway to the Ems“ bewertet werden. Dies würde nach Auffassung der DUH eine neue und umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich machen.

Kritisch sieht die Organisation insbesondere die Lage des Projekts. Die geplante Plattform befindet sich laut DUH in unmittelbarer Nähe zum Natura-2000-Gebiet Borkum Riffgrund. Zudem grenzt das Vorhaben an das Gebiet Borkumse Stenen, für das ebenfalls eine Ausweisung als Natura-2000-Gebiet beantragt wurde.
 
Übersicht der geplanten Gasbohrungen vor Borkum
(Für Vollbild auf die Grafik klicken)
Quelle: LBEG Niedersachsen

Nach Angaben der DUH könnten die geplanten Arbeiten erhebliche Auswirkungen auf geschützte Lebensräume und Tierarten haben. Die Organisation warnt vor möglichen Schäden an den Steinriffen vor Borkum. Darüber hinaus sieht sie Risiken für streng geschützte Meeressäuger wie Schweinswale und Robben. Diese könnten unter anderem durch Produktionswasser belastet werden, das laut DUH Schwermetalle enthält und in unmittelbarer Nähe des Schutzgebietes eingeleitet werden soll.

DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner erklärte: „Die neue Plattform soll lediglich geringe Gasmengen fördern, während gleichzeitig erhebliche Risiken für empfindliche Meeresökosysteme entstehen.“ Nach seinen Angaben läge der Standort nur 650 Meter vom Meeresschutzgebiet Borkum Riffgrund entfernt. Zudem seien Bohrungen durch den Untergrund des Schutzgebietes vorgesehen.

Die DUH verweist zudem auf aktuelle Untersuchungen einer niederländischen Behörde. Diese habe festgestellt, dass die Umsetzung aller geplanten Industrieprojekte auf dem niederländischen Kontinentalschelf die Schweinswalpopulation um 3,3 Prozent verringern könnte. Dies entspreche etwa 2.080 Tieren.

Neben dem direkten Verlust von Lebensräumen durch Plattformen, Leitungen und Eingriffe in den Meeresboden könnten laut der Behörde auch Lärm und wiederkehrende Störungen dazu führen, dass bestehende Habitate für Meeressäuger faktisch unbrauchbar werden.

Wenig Gasförderung erwartet

Auch energiepolitisch stellt die Umweltorganisation den Nutzen des Projekts infrage. Nach Berechnungen der DUH könnte das neue Gasfeld selbst im Fall der höchsten Förderrate rechnerisch lediglich rund 0,2 Prozent des derzeitigen deutschen Gasverbrauchs pro Jahr decken. Hinzu komme, dass das geförderte Gas nach Angaben des Unternehmens eine vergleichsweise geringe Energiedichte aufweise.

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz bei der DUH, bezeichnete neue Gasbohrungen vor Borkum als energie- und klimapolitisch nicht notwendig. Aus seiner Sicht stehe das Vorhaben im Widerspruch zu den Zielen einer Verringerung des Gasverbrauchs und des Schutzes mariner Lebensräume. Ob und wann über die Genehmigung der Plattform N04-A entschieden wird, ist bislang offen.

Montag, 8.06.2026, 11:23 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Gas - DUH gegen neue Gasplattform vor Borkum
Erdgasplattform N05-A vor Borkum. Quelle: One-Dyas
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DUH gegen neue Gasplattform vor Borkum
Die Deutsche Umwelthilfe hat Einwendungen gegen eine geplante Gasplattform von One-Dyas vor Borkum eingereicht. Sie fordert eine umfassende Umweltprüfung.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) geht rechtlich gegen die Pläne des niederländischen Gaskonzerns One-Dyas für eine weitere Gasförderplattform in der Nordsee vor. Wie die Organisation mitteilte, hat sie bei den zuständigen Behörden eine Einwendung gegen das Vorhaben eingereicht.

Geplant ist die Plattform N04-A vor Borkum. Nach Angaben der DUH soll damit ein weiteres Gasfeld erschlossen werden, das in räumlicher und technischer Verbindung zur bestehenden Plattform N05-A steht. Die Umweltorganisation fordert deshalb, das Vorhaben nicht als eigenständiges Projekt zu behandeln. Stattdessen müsse es als Erweiterung des gesamten Gasförderkomplexes „Gateway to the Ems“ bewertet werden. Dies würde nach Auffassung der DUH eine neue und umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich machen.

Kritisch sieht die Organisation insbesondere die Lage des Projekts. Die geplante Plattform befindet sich laut DUH in unmittelbarer Nähe zum Natura-2000-Gebiet Borkum Riffgrund. Zudem grenzt das Vorhaben an das Gebiet Borkumse Stenen, für das ebenfalls eine Ausweisung als Natura-2000-Gebiet beantragt wurde.
 
Übersicht der geplanten Gasbohrungen vor Borkum
(Für Vollbild auf die Grafik klicken)
Quelle: LBEG Niedersachsen

Nach Angaben der DUH könnten die geplanten Arbeiten erhebliche Auswirkungen auf geschützte Lebensräume und Tierarten haben. Die Organisation warnt vor möglichen Schäden an den Steinriffen vor Borkum. Darüber hinaus sieht sie Risiken für streng geschützte Meeressäuger wie Schweinswale und Robben. Diese könnten unter anderem durch Produktionswasser belastet werden, das laut DUH Schwermetalle enthält und in unmittelbarer Nähe des Schutzgebietes eingeleitet werden soll.

DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner erklärte: „Die neue Plattform soll lediglich geringe Gasmengen fördern, während gleichzeitig erhebliche Risiken für empfindliche Meeresökosysteme entstehen.“ Nach seinen Angaben läge der Standort nur 650 Meter vom Meeresschutzgebiet Borkum Riffgrund entfernt. Zudem seien Bohrungen durch den Untergrund des Schutzgebietes vorgesehen.

Die DUH verweist zudem auf aktuelle Untersuchungen einer niederländischen Behörde. Diese habe festgestellt, dass die Umsetzung aller geplanten Industrieprojekte auf dem niederländischen Kontinentalschelf die Schweinswalpopulation um 3,3 Prozent verringern könnte. Dies entspreche etwa 2.080 Tieren.

Neben dem direkten Verlust von Lebensräumen durch Plattformen, Leitungen und Eingriffe in den Meeresboden könnten laut der Behörde auch Lärm und wiederkehrende Störungen dazu führen, dass bestehende Habitate für Meeressäuger faktisch unbrauchbar werden.

Wenig Gasförderung erwartet

Auch energiepolitisch stellt die Umweltorganisation den Nutzen des Projekts infrage. Nach Berechnungen der DUH könnte das neue Gasfeld selbst im Fall der höchsten Förderrate rechnerisch lediglich rund 0,2 Prozent des derzeitigen deutschen Gasverbrauchs pro Jahr decken. Hinzu komme, dass das geförderte Gas nach Angaben des Unternehmens eine vergleichsweise geringe Energiedichte aufweise.

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz bei der DUH, bezeichnete neue Gasbohrungen vor Borkum als energie- und klimapolitisch nicht notwendig. Aus seiner Sicht stehe das Vorhaben im Widerspruch zu den Zielen einer Verringerung des Gasverbrauchs und des Schutzes mariner Lebensräume. Ob und wann über die Genehmigung der Plattform N04-A entschieden wird, ist bislang offen.

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Susanne Harmsen

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