(von links) COO Heiko Juritz (Enercon), Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Energieminister Alparslan Bayraktar, Vice President Mahmut Güldogan (ATES Wind Power). Quelle: Enercon
Enercon lässt künftig weitere Komponenten in der Türkei fertigen. Die Produktion ist für den türkischen und europäischen Markt vorgesehen.
Enercon erweitert die Fertigung seines Windenergieanlagentyps E-175 EP5 E2 in der Türkei. Das Unternehmen hat mit den türkischen Industrieunternehmen „ATES Wind Power“ und „ATES Celik“ Vereinbarungen zur Produktion von Generatoren und Hybridstahltürmen geschlossen. Die Abkommen wurden am 19. Juni beim Türkisch-Deutschen Energieforum in Ankara im Beisein von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und des türkischen Energieministers Alparslan Bayraktar (parteilos) unterzeichnet.
Nach Angaben der Unternehmen sollen künftig Generatoren für die E-175 EP5 E2 im Werk von Ates Wind Power in Bergama in der Provinz Izmir gefertigt werden. Dort sollen rund 300 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Darüber hinaus rechnen die Beteiligten mit weiteren Beschäftigungseffekten bei Zulieferern in der Region.
Zudem wird die bestehende Zusammenarbeit mit Ates Celik ausgeweitet. Im Werk in Bandirma in der Provinz Balikesir sollen Komponenten für Hybridstahltürme produziert werden. Die dort gefertigten Bauteile sind nicht nur für Windenergieprojekte in der Türkei vorgesehen, sondern sollen auch bei Vorhaben in anderen europäischen Ländern eingesetzt werden.
Enercon ist seit 1998 in der Türkei aktiv
Enercon verweist darauf, dass die zusätzliche Fertigungskapazität die Lieferkette für europäische Projekte breiter aufstelle. Unternehmensangaben zufolge soll insbesondere die Versorgung mit Turmkomponenten dadurch weniger von einzelnen Produktionsstandorten abhängen.
Die neuen Vereinbarungen knüpfen an einen bereits begonnenen Lokalisierungskurs an. Nachdem Enercon die Rotorblatt-Produktion für die E-175 EP5 E2 in der Türkei etabliert hat, werden nun weitere zentrale Komponenten im Land gefertigt. Dies ist auch mit Blick auf die Anforderungen des türkischen Ausschreibungssystems von Bedeutung. Für die Teilnahme an staatlichen Ausschreibungen müssen Windenergieanlagen einen bestimmten Anteil lokal produzierter Komponenten aufweisen (Local Content). Nach Angaben von Enercon schafft die Fertigung von Rotorblättern, Generatoren und Hybridstahltürmen in der Türkei die Voraussetzungen dafür, dass Projekte mit der E-175 EP5 E2 die Vorgaben für den lokalen Wertschöpfungsanteil erfüllen können.
Die Generatorenproduktion soll im vierten Quartal 2026 anlaufen. Erste Hybridstahltürme aus türkischer Fertigung sind nach Unternehmensangaben bereits ausgeliefert worden.
Die E-175 EP5 E2 verfügt über eine Nennleistung von 7 MW und einen Rotordurchmesser von 175 Metern. Enercon bezeichnet den Anlagentyp als „zentrale Säule“ seiner aktuellen Marktstrategie. Die internationale Markteinführung läuft bereits. Nach Unternehmensangaben wurden zuletzt Lieferverträge mit einem Gesamtvolumen von mehr als 300 MW abgeschlossen.
Enercon mit Hauptsitz im niedersächsischen Aurich ist seit 1998 auf dem türkischen Markt aktiv. Die installierte Leistung des Unternehmens im Partnerland beläuft sich nach eigenen Angaben auf mehr als 4.000 MW.
Montag, 22.06.2026, 14:15 Uhr
Fritz Wilhelm
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